"Interview" bezüglich einer Militärreform
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marcelhThemenstart
Guten Tag allerseits,
für ein Studienprojekt schreibe ich eine Arbeit zur einer Reform des Schweizer Militärs.
Dazu möchte ich gerne über dieses Forum ein paar Fragen stellen und hoffe, ich bekomme spannende Gedankeneindrücke.
Ich freue mich auf jeden Beitrag.
Die Armee könnte im Ernstfall nicht ansatzweise die Grenzen deckend verteidigen. Es reicht lediglich für eine Verteidigungslinie im Norden sowie von dort quer durch die Schweiz bis ins Tessin, um den Durchgang gegnerischer Truppen abzufangen. Grenzgebiete wie das Wallis oder die Romandie wären schutzlos.
Können wir uns überhaupt als neutrales Land bezeichnen, wenn wir die territoriale Integrität wohlmöglich im Kriegsfall gar nicht verteidigen könnten? Was denken Sie diesbezüglich?
Ist die Armee aus dieser Sicht betrachtet notwendig? Im Kriegsfall könnte die hälfte der Schweiz ohne widerstandslos überrannt werden aus dem Süden. Ist das ein Kompromiss, den man eingehen kann oder wäre es sinnvoller die Armee puncto Verteidigung ganz abzuziehen? (Und dafür zum Beispiel den Bevölkerungsschutz für interne Angelegenheiten stärken) Oder sehen Sie den einzigen Weg darin, die Armee zu vergrössern? Falls letzteres: wie stehen Sie zu einer Wehrpflicht von Frauen? Und auf welche Art sollen die benötigten Finanzen beschafft werden? Zusätzliche Bundeseinnahmen durch höhere Steuern oder Budgetverteilung? Wie genau stellen Sie sich das vor?
Viele junge Männer beklagen sich über die Wehrpflicht - sie sehen die Militärzeit (auch rückblickend) als reine Zeitverschwendung an. Primäre Tätigkeiten bestanden aus warten und herumfahren. Zeit, welche viel besser - vor allem auch aus wirtschaftlicher Sicht effizienter - genutzt werden hätte können. Wie stehen Sie dazu? Was waren ihre primären Tätigkeiten? Was waren die besten und welche mochten Sie nicht so sehr? Kompensiert dies der soziale Aspekt, welcher vom Militär wohl am stärksten gefördert wird? Falls ja; denken Sie nicht, dass diese Erfahrungen auch unabhängig vom Militär hätten gemacht werden können?
Finden Sie, das Militär hatte eine positive oder eine negative Auswirkung auf Ihr Berufsleben? Auf welche Art und in wie fern? Denken Sie, dass das Militär positive Auswirkungen auf Ihre Führungsqualitäten hatte, welche Sie wohl ansonsten nicht angeeignet hätten?
„Im Militär werden Freundschaften für die Ewigkeit geknüpft“. Ist das reines Wunschdenken oder aus Ihrer Sicht Tatsache? Wie viele Kontakte pflegen Sie heute noch aus der Militärzeit und wie aktiv unternehmen Sie etwas gemeinsam? Und wie viele davon kannten Sie bereits vor Ihrer Militärzeit?
Die relativ kleine Schweiz hilft im grossen Rahmen international mit. Ob und wie sinnvoll das ist, dass ist die Frage. Wie stehen Sie zu dem Thema? Sollte sich die Schweiz lieber um sich selbst kümmern und die Zusammenarbeiten im Ausland vernachlässigen / beenden oder finden Sie die Auslandseinsätze wichtig? Warum? Wie stehen Sie zur SWISSCOY, dem Beobachtungstrupp im Kosovo?
Was würden Sie künftigen Rekruten empfehlen? Sich auf die Zeit freuen, den Zivildienst oder sogar den „blauen Weg“ (kein Militär/Zivildienst dafür finanzielle Beiträge bezahlen)?
Ich bedanke mich herzlich für die Antworten und damit verbundene Zeit.
Mit freundlichen Grüssen
Marcel H.
für ein Studienprojekt schreibe ich eine Arbeit zur einer Reform des Schweizer Militärs.
Dazu möchte ich gerne über dieses Forum ein paar Fragen stellen und hoffe, ich bekomme spannende Gedankeneindrücke.
Ich freue mich auf jeden Beitrag.
Die Armee könnte im Ernstfall nicht ansatzweise die Grenzen deckend verteidigen. Es reicht lediglich für eine Verteidigungslinie im Norden sowie von dort quer durch die Schweiz bis ins Tessin, um den Durchgang gegnerischer Truppen abzufangen. Grenzgebiete wie das Wallis oder die Romandie wären schutzlos.
Können wir uns überhaupt als neutrales Land bezeichnen, wenn wir die territoriale Integrität wohlmöglich im Kriegsfall gar nicht verteidigen könnten? Was denken Sie diesbezüglich?
Ist die Armee aus dieser Sicht betrachtet notwendig? Im Kriegsfall könnte die hälfte der Schweiz ohne widerstandslos überrannt werden aus dem Süden. Ist das ein Kompromiss, den man eingehen kann oder wäre es sinnvoller die Armee puncto Verteidigung ganz abzuziehen? (Und dafür zum Beispiel den Bevölkerungsschutz für interne Angelegenheiten stärken) Oder sehen Sie den einzigen Weg darin, die Armee zu vergrössern? Falls letzteres: wie stehen Sie zu einer Wehrpflicht von Frauen? Und auf welche Art sollen die benötigten Finanzen beschafft werden? Zusätzliche Bundeseinnahmen durch höhere Steuern oder Budgetverteilung? Wie genau stellen Sie sich das vor?
Viele junge Männer beklagen sich über die Wehrpflicht - sie sehen die Militärzeit (auch rückblickend) als reine Zeitverschwendung an. Primäre Tätigkeiten bestanden aus warten und herumfahren. Zeit, welche viel besser - vor allem auch aus wirtschaftlicher Sicht effizienter - genutzt werden hätte können. Wie stehen Sie dazu? Was waren ihre primären Tätigkeiten? Was waren die besten und welche mochten Sie nicht so sehr? Kompensiert dies der soziale Aspekt, welcher vom Militär wohl am stärksten gefördert wird? Falls ja; denken Sie nicht, dass diese Erfahrungen auch unabhängig vom Militär hätten gemacht werden können?
Finden Sie, das Militär hatte eine positive oder eine negative Auswirkung auf Ihr Berufsleben? Auf welche Art und in wie fern? Denken Sie, dass das Militär positive Auswirkungen auf Ihre Führungsqualitäten hatte, welche Sie wohl ansonsten nicht angeeignet hätten?
„Im Militär werden Freundschaften für die Ewigkeit geknüpft“. Ist das reines Wunschdenken oder aus Ihrer Sicht Tatsache? Wie viele Kontakte pflegen Sie heute noch aus der Militärzeit und wie aktiv unternehmen Sie etwas gemeinsam? Und wie viele davon kannten Sie bereits vor Ihrer Militärzeit?
Die relativ kleine Schweiz hilft im grossen Rahmen international mit. Ob und wie sinnvoll das ist, dass ist die Frage. Wie stehen Sie zu dem Thema? Sollte sich die Schweiz lieber um sich selbst kümmern und die Zusammenarbeiten im Ausland vernachlässigen / beenden oder finden Sie die Auslandseinsätze wichtig? Warum? Wie stehen Sie zur SWISSCOY, dem Beobachtungstrupp im Kosovo?
Was würden Sie künftigen Rekruten empfehlen? Sich auf die Zeit freuen, den Zivildienst oder sogar den „blauen Weg“ (kein Militär/Zivildienst dafür finanzielle Beiträge bezahlen)?
Ich bedanke mich herzlich für die Antworten und damit verbundene Zeit.
Mit freundlichen Grüssen
Marcel H.
Hallo Marcel
Bevor ich deine Fragen beantworte, hätte ich selbst noch ein paar Fragen an dich:
1. Von welcher Universität/Fachhochschule bist du und welche Studienrichtung studierst du?
2. In welchem Zusammenhang steht dein Studiumsprojekt (Semesterarbeit/Bachelor- oder Masterarbeit/andere)? Wird die Arbeit publiziert werden?
3. Deine Arbeit behandelt eine Reform des Militärs, könntest du das Thema deiner Arbeit (bzw. die von dir aufgestellte Hypothese/der Zweck deiner Arbeit) etwas genauer beschreiben?
4. Wie werden die Antworten verwertet? In Form von Direktzitaten (mit Nennung des [user-]Namen?), in Form von Statistiken oder durch paraphrasieren?
Entschuldige die direkten Gegenfragen, aber ich wüsste einfach gerne, wozu meine Äusserungen verwendet werden.
Grüsse
Stiglitz
Bevor ich deine Fragen beantworte, hätte ich selbst noch ein paar Fragen an dich:
1. Von welcher Universität/Fachhochschule bist du und welche Studienrichtung studierst du?
2. In welchem Zusammenhang steht dein Studiumsprojekt (Semesterarbeit/Bachelor- oder Masterarbeit/andere)? Wird die Arbeit publiziert werden?
3. Deine Arbeit behandelt eine Reform des Militärs, könntest du das Thema deiner Arbeit (bzw. die von dir aufgestellte Hypothese/der Zweck deiner Arbeit) etwas genauer beschreiben?
4. Wie werden die Antworten verwertet? In Form von Direktzitaten (mit Nennung des [user-]Namen?), in Form von Statistiken oder durch paraphrasieren?
Entschuldige die direkten Gegenfragen, aber ich wüsste einfach gerne, wozu meine Äusserungen verwendet werden.
Grüsse
Stiglitz
5× hilfreich
marcelhThemenstarter
bearbeitet #3
Hallo Stiglitz,
hmm - einleuchtende Fakten, die wohl noch nennen hätte sollen...
Zur Zeit habe ich die Informatik in Angriff genommen. Aktuell gibt es das Überthema "Reformen" wodurch sich mein Thema, die Umstrukturierung des Militärs, ergeben hat und somit meine Vertiefungsarbeit bildet. Darin stelle ich die teils etwas dürftigen Bereiche klar und stelle verschiedene Wege dar, wie die aus heutiger Sicht primären Tätigkeiten in den Fokus gerückt werden könnten. Meine Arbeit wird nur von wenigen Personen gelesen werden und darf nicht publiziert werden. (Allerdings ist das hier natürlich ein öffentliches Forum, dies gilt es nicht zu vergessen puncto Vertraulichkeit.)
Die Antworten werden 1:1 in dem Anhang übernommen. Als Verfasser kann natürlich "anonym" angegeben werden, wenn das lieber ist, und ansonsten würde ich gerne zumindest den Forennamen angeben. Mehr ist auf Wunsch hin natürlich auch möglich.
Einzelne Zitate oder Zusammenfassungen werden davon dann in meine Arbeit integriert.
Ich hoffe, ich habe alles zufriedenstellend beantwortet.
Gruss
Marcel
hmm - einleuchtende Fakten, die wohl noch nennen hätte sollen...
Zur Zeit habe ich die Informatik in Angriff genommen. Aktuell gibt es das Überthema "Reformen" wodurch sich mein Thema, die Umstrukturierung des Militärs, ergeben hat und somit meine Vertiefungsarbeit bildet. Darin stelle ich die teils etwas dürftigen Bereiche klar und stelle verschiedene Wege dar, wie die aus heutiger Sicht primären Tätigkeiten in den Fokus gerückt werden könnten. Meine Arbeit wird nur von wenigen Personen gelesen werden und darf nicht publiziert werden. (Allerdings ist das hier natürlich ein öffentliches Forum, dies gilt es nicht zu vergessen puncto Vertraulichkeit.)
Die Antworten werden 1:1 in dem Anhang übernommen. Als Verfasser kann natürlich "anonym" angegeben werden, wenn das lieber ist, und ansonsten würde ich gerne zumindest den Forennamen angeben. Mehr ist auf Wunsch hin natürlich auch möglich.
Einzelne Zitate oder Zusammenfassungen werden davon dann in meine Arbeit integriert.
Ich hoffe, ich habe alles zufriedenstellend beantwortet.
Gruss
Marcel
bearbeitet #4
Danke für das Beantworten meiner Fragen. Zu meiner dritten Frage bitte ich allerdings noch um Ergänzungen:
Verstehe mich nicht falsch, ich möchte dir gerne bei deinem Projekt helfen (bin selber auch Student). In der heutigen Zeit ist es aber leider nunmal so, dass Aussagen in Interviews gerne verdreht oder abgeschnitten werden, um der eigenen Sache zu dienen (sieht man täglich in den Medien). Daher muss ich im Detail wissen in welchem Zusammenhang du diese Informationen benötigst. Danke für deine Geduld :D
Grüsse
Stiglitz
Darin stelle ich die teils etwas dürftigen Bereiche klar (...)Von welchen dürftigen Bereiche ist hier die Rede? Meinst du damit (medien-)bekannte Problemfelder in unserer Armee?
(...) und stelle verschiedene Wege dar, wie die aus heutiger Sicht primären Tätigkeiten in den Fokus gerückt werden könnten.Was ist mit primären Tätigkeiten gemeint? Geht es hier um eine Analyse und allfällige Gewichtung der Aufträge der Armee?
(...) mein Thema, die Umstrukturierung des Militärs(...)Sprichst du konkret von der WEA?
Verstehe mich nicht falsch, ich möchte dir gerne bei deinem Projekt helfen (bin selber auch Student). In der heutigen Zeit ist es aber leider nunmal so, dass Aussagen in Interviews gerne verdreht oder abgeschnitten werden, um der eigenen Sache zu dienen (sieht man täglich in den Medien). Daher muss ich im Detail wissen in welchem Zusammenhang du diese Informationen benötigst. Danke für deine Geduld :D
Grüsse
Stiglitz
marcelhThemenstarter
Hallo Stiglitz,
durchaus spreche ich Probleme teils aus Mediensicht dar. Ich zog jedoch auch Fachbücher zur Rate die einzelne Problematiken aufdecken, welche meist auf den Sparmassnahmen beruhen. Die primär wichtigen Punkte sind aus Sicht meiner Arbeit jene, welche heutig gegebene Problematiken decken. Ein Punkt ist zum Beispiel die Unterstützung des zivilen Bereichs in Krisenfällen - das ist heute schon grundlegend gegeben. Allerdings soll die Armee im Sinne meiner Reform keine Bundesreserve mehr darstellen, sondern den Effektivbestand des Zivilschutzes stärken; als Auslagerung in dem Sinne. Grundsätzlich möchte ich auch den wirtschaftlichen Aspekt in den Vordergrund stellen. Teils wird auch der Gedanke eine Rolle spielen, das Militär ganz aufzulösen und auf Firmen aufzuteilen - zum Beispiel im Swisscom-Prinzip.
Die WEA spielt keine Hauptrolle. Ich werde nicht gross auf die Verprechungen / Umsetzungen von der Armee 95 zur Armee XXI etc. anspielen. Der Ist- und Sollzustand ist Fokus der Arbeit. Diese wird aber - so am Rande erwähnt - wie gesagt keine Masterarbeit von 90 sondern eine Vertiefungsarbeit von ~20 Textseiten.
Gruss
Marcel
durchaus spreche ich Probleme teils aus Mediensicht dar. Ich zog jedoch auch Fachbücher zur Rate die einzelne Problematiken aufdecken, welche meist auf den Sparmassnahmen beruhen. Die primär wichtigen Punkte sind aus Sicht meiner Arbeit jene, welche heutig gegebene Problematiken decken. Ein Punkt ist zum Beispiel die Unterstützung des zivilen Bereichs in Krisenfällen - das ist heute schon grundlegend gegeben. Allerdings soll die Armee im Sinne meiner Reform keine Bundesreserve mehr darstellen, sondern den Effektivbestand des Zivilschutzes stärken; als Auslagerung in dem Sinne. Grundsätzlich möchte ich auch den wirtschaftlichen Aspekt in den Vordergrund stellen. Teils wird auch der Gedanke eine Rolle spielen, das Militär ganz aufzulösen und auf Firmen aufzuteilen - zum Beispiel im Swisscom-Prinzip.
Die WEA spielt keine Hauptrolle. Ich werde nicht gross auf die Verprechungen / Umsetzungen von der Armee 95 zur Armee XXI etc. anspielen. Der Ist- und Sollzustand ist Fokus der Arbeit. Diese wird aber - so am Rande erwähnt - wie gesagt keine Masterarbeit von 90 sondern eine Vertiefungsarbeit von ~20 Textseiten.
Gruss
Marcel
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