Geschichten eines Soldaten

Gfr Stollenfuchs

Erfahrener Benutzer
17. Okt. 2009
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Geschichten eines Soldaten

Noch einmal "Grüezi mitenand".

Nachdem ich die letzten Tage zahlreiche Beiträge in diesem Forum gelesen habe und immer wieder den

gleichen Fragen von zukünftigen Rekruten begegnet bin, möchte ich allen zukünftigen AdA und solchen

die ihren ersten WK vor sich haben meine ganz persönlichen Erlebnisse schildern und etwas aus dem Nähkästen plaudern.

Wer seine eigenen Erfahrungen einbringen will, soll dies gerne tun.

Jede Geschichte und jede Meinung ist willkommen.

01.1 - Am Anfang aller Dinge -

Es war im Januar 2001 als ich zum ersten mal das Geschrei eines grün uniformierten vernahm.

Ein kleiner Mann mit Blonden Haaren, blondem Bärtchen und auffällig dominantem Blick stand vor dem zivil gekleideten "Publikum".

Ahnungslose Gesichter mit unterschiedlichsten Erwartungen an die bevorstehenden 15 Wochen

lauschten jedem einzelnen Wort welches seine Lippen verliess.

Diese Unwissenheit mit welcher man fremden Leuten folgt, ja folgen muss, wird in meiner zukünftigen Zeit in der Armee mein ständiger Begleiter sein.

Doch das wusste ich an diesem ersten Tag meiner 15 wöchigen Rekrutenschule natürlich noch nicht.

Mit Erinnerungen an die unterschiedlichsten Kriegsfilme gefüttert, standen wir zum ersten mal

vor diesen Herren welche von nun an unser Vater, unsere Mutter und der grosse Bruder zugleich spielen sollten.

Unser neues Zuause war die Festung Castels bei Mels/Sargans, auch liebevoll "Grand Hotel Castels" genannt. Doch was wir nach unserem Gänsemarsch in Zweierkollone, welcher mich im Übrigen stark an meine Zeit im Kindergarten erinnerte, zu sehen bekommen ist lediglich ein grosses stählernes Tor unter einem Felsvorsprung.

Und über dem Tor war doch tatsächlich "***** Grand Hotel Castello" zu lesen.

Mein erster Kontakt mit dem Humor der Schweizer Armee, dachte ich, und folgte den grün uniformierten Herren in den Berg hinein.

Feuchte Stollen, Naturfels, zum Teil mit Spritzbeton überzogen und immer wieder Seitengänge, Türen und haufenweise Schilder welche einem den Weg weisen. Diese waren auch nötig wie sich bald herausstellen sollte, denn diese unterirdische Anlage zieht sich über mehrere Stockwerke hinweg von denen vorerst alle bis auf jenes in welchem wir unsere Unterkunft hatten für uns Neuankömmlinge tabu waren.

Auf das erste Essen an diesem Tag war ich schon von meinen dienst leistenden Kollegen vorbereitet worden: Ravioli.

Die Führung welche etwas später an diesem Tag stattfand, sollte es uns vereinfachen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Treppe hoch zum Ausgang welcher zum Appellplatz führte gerichtet. Ich ahnte nichts gutes als ich die endlosen Stufen hoch blickte und zum Glück hatte ich zu dieser Zeit keine Ahnung, dass wir diese Stufen von nun an mehrmals Täglich hoch und wieder runter traben sollten.

Die letzte Station war der Ausgang zum "Bödeli". Wir durchschritten einen schmalen Stollen und immer wieder Türen bis wir das Tageslicht erblickten. Das war also vorerst alles was wir wissen mussten:

Drei Ein- bzw. Ausgänge, Appellplatz, Essaal, WC, Dusche, Telefon und unsere Unterkunft.

Keiner von uns wusste was uns die nächsten Tage erwarten sollte und so wurden wir in den letzten zivil gekleideten Ausgang entlassen.

01.2 - Aus heutiger Sicht -

Rückblickend muss ich sagen, dass die Unwissenheit und die erwartungsvolle Spannung am ersten Tag überwiegen. Alles ist neu und aufregend. Der eine oder andere hat bestimmt schon div. Kriegsfilme gesehen und versucht Parallelen zu den gerade erlebten Erfahrungen zu finden. Uniformen, Dienstgrade, das Verhalten der Offiziere und die Unterkunft werden unbewusst mit schon gesehenem verglichen.

Der "Figg" der Vorgesetzten hielt sich jedoch in Grenzen.

Es wurde zwar schon auf grundlegende Dinge geachtet, so durfte z.B. unsere Hobbygangster aus Zürich seine Zigarette mehrmals ausdrücken und rege Diskussionen in der Zweierkollone wurden unterbunden, aber im Vergleich zu den folgenden Wochen fassten sie uns sprichwörtlich mit Wattebäuschchen an.

In meiner bisherigen Dienstzeit habe schon zahlreiche unterirdische Anlagen gesehen.

Ich "durfte" vor ein paar Jahren sogar wieder zurück in die oben genannte Festung um Dienst zu leisten und mir wurde klar, dass ein feuchter Stollen in dem man den blanken Fels sieht wesentlich angenehmer ist als monotone Betonwände wie ich sie in Zukunft kennen lernen sollte.

Zwar wurde die Festung Castels im Laufe der Zeit modernisiert, vor allem der Brandschutz wurde verbessert, aber der grundlegende Aufbau mit seinen verzweigten, engen Stollen wurde beibehalten.

Solche Festungen welche vor oder während dem zweiten Weltkrieg gebaut wurden haben ihren ganz eigenen Charme.

Heute mag ich diese alte Festung. Vor beinahe neun Jahren sah das etwas anders aus.

Doch mehr dazu im zweiten Teil.

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Bilder

Weitere Informationen

Quelle: www.festung-oberland.ch

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--- und das nächste mal: "Material fassen und das 11. Gebot"

 
Danke für den Beitrag, bin schon sehr gespannt auf die folgenden Berichte! Hatte bisher nur einmal das Vergnügen, während der OS eine Festung besichtigen zu dürfen. Vermutlich sind einige Vorstellungen von aussenstehenden Personen (so wie ich) romantisch verklärt und haben wenig mit der Wirklichkeit zu tun, aber ich hätte gern einmal Dienst in einer Festung absolviert. Besondern wenn wir im Winter irgendwo in einem Erdloch (wortörtlich) unsere Beobachtungsposten eingerichtet haben und tagelang dort verbringen durften, wären ein paar Kilometer Fels über dem Kopf sehr willkommen gewesen ;)

 
Geschichten eines Soldaten

02.1 - Material fassen und das 11. Gebot -

Früh aufstehen ist nicht jedermanns Sache. Meine war es jedenfalls nicht.

Nach einer beinahe schlaflosen Nacht weckte man uns "ganz sanft" indem man das Licht einschaltete und ein lautes, mehr oder weniger freundliches "Guete Mooooorge, Tagwaaaacht, alles uuuufstooooh" zu hören bekam. Mich an die nächtlichen Geräusche in einer Festung zu gewöhnen würde wohl noch einige Zeit dauern, dachte ich. Vor allem das leise Surren der Lüftung war sehr gewöhnungsbedürftig, ganz geschweige denn von dem Wissen zig Tonnen Gestein über dem Kopf zu haben. Mein Bettnachbar tat sein Übriges um mich vom Schlafen abzuhalten.

Der erste Schritt aus der Unterkunft hinaus verriet uns, dass es draussen wohl regnete. Ein kleiner Rinnsal floss an unserem Zimmer vorbei. Wasser welches überall in den Berg eindrang und sich nun den Weg durch unser neues Zuhause bahnte. Nach dem Frühstück war Morgensport angesagt. Unser Zugführer, ein ziemlich klein geratener und nicht gerade schmächtiger Kerl, zeigte uns das Aussengelände. Alles was wir am Vortag von innen gesehen hatten sollten wir nun von Aussen zu sehen bekommen. Nur gab es da nicht viel zu sehen ausser einem KD Stand. Zumindest jetzt noch nicht, denn unsere Augen waren noch ungeübt im erkennen getarnter Türen, Lüftungsöffnungen, Unterständen und sonstigen Anzeichen auf eine Festung im Berg.

Nachdem wir das erste mal mit dem berühmt berüchtigten Leerlauf in der Schweizer Armee konfrontiert wurden hiess es Material fassen. Das Zeughaus lag unten im Tal, eine Mitfahrgelegenheit gab es nicht, also war laufen angesagt. Natürlich wieder schön in Zweierkollone die Strasse hinunter welche wir am vorigen Tag hoch gelaufen sind. Ich wusste nicht, dass ein Soldaten so einen Haufen Mist mit sich herumschleppen muss. Jedes mal wenn wir dachten wir hätten alles kam noch eine Kleinigkeit dazu. Zum Schluss wurde uns mit viel Tamtam die Waffe überreicht. Sprüchen aufsagen, Waffe entgegennehmen, Achtung stehen, grüssen usw. Die genau Reihenfolge weiss ich nicht mehr. 5 Min nach dem ich die Waffe in den Händen hielt war alles was wir in Kurzer Zeit einstudiert hatten wie weggeblasen. Schliesslich galt es die persönliche Waffe zu erforschen und damit erste Ramboposen auszuprobieren. Ganz zum Missfallen unserer Vorgesetzten welche uns sogleich lautstark zu verstehen gaben, dass sie so etwas nie wieder sehen wollen. Oha, dachte ich, die "Wattezeit" war vorbei. Trotz viel Geschrei und zahlreichen dummen Sprüchen, von welchen wohl viele älter waren als diejenigen welche sie von sich gaben, trabten wir diesmal nicht wie erwünscht in zwei Reihen den Berg hoch. Jeder hatte nur noch das Ziel diesen ganzen Haufen Material so schnell wie möglich hoch zutragen um es hinter sich zu bringen. Resigniert gaben die Männer in grün auf uns zu beschimpfen und liessen die chaotisch anmutenden Packeselchen in kleinen Grüppchen die Strasse hoch marschieren.

Oben angekommen war Schluss mit der zivilen Kleidung. Ab sofort war Tenue grün angesagt. Sogleich stürzten sich alle neu angezogenen in den Waschsaal um vor den Spiegeln erste militärische Haltungen einzunehmen und sich gegenseitig auszulachen.Hätten wir gewusst, dass wir gleich den ganzen Haufen Material den wir erhalten haben bis ins kleinste Details kontrollieren müssen, uns wäre nicht zum Lachen zumute gewesen. Die Materialkontrolle dauerte bis Mitternacht und nach unzähligen Kontrollen unter viel (unnötigem) Geschrei hatte schlussendlich jeder was er haben sollte. Langsam ahnten wir alle, dass die uns bevorstehende Zeit nicht ganz so leicht werden sollte wie wir uns das vorgestellt haben und waren froh unter die Decke kriechen zu können.

Am Donnerstag stand unser erster Ausgang in Uniform an, mit dem Problem, dass ich einer der wenigen sein würde, der nicht weiter kam als bis zum Appellplatz.

Mir schien entgangen zu sein, dass auf irgendeinem dieser A4 Blätter an irgendeiner Wand in irgendeinem der zahlreichen Stollen mein Name stand und ich an diesem Tag in die Putzequipe eingeteilt war. Diese sollten sich beim Morgenverlesen melden wobei am Morgen keine Namen aufgerufen wurden, sondern lediglich darauf hingewiesen wurde, das sich die Putzequipe nach dem Verlesen beim "Feldi" melden muss. Auf meinen Fehler wurde ich "selbstverständlich" erst kurz vor dem herbeigesehnten Ausgang hingewiesen was in mir zum ersten mal eine bisher unbekannte Wut und ein Gefühl der Machtlosigkeit aufkommen lies. Ich fügte mich trotz grösster Rachegelüste meinem Schicksal und trat den Rückweg in die Festung mit ein paar anderen Kameraden an. Weil ich an diesem Tag meiner Aufgabe nicht nachgekommen bin, durfte ich diese nun am Abend nachholen: Umziehen, Besen und Schaufel fassen und sich beim Feldi melden. Dieser zeigte mir sogleich welche Stollen ich zu reinigen hatte. Um ihm den Abend ebenfalls etwas zu "versüssen" und in davon abzuhalten gleich wieder zu verschwinden, stelle ich eine dumme Frage nach der anderen. Je länger ich da stand und zum Teil wirklich idiotische Fragen stellte, um so nervöser und ungeduldiger wurde er. Meine ganz persönliche kleine Rache dachte ich, und grinste innerlich vor mich hin. Als es um die Frage der Rauchpausen und den Ort zum Rauchen ging wurde ich zum ersten mal mit dem 11. Gebot konfrontiert: Nicht erwischen lassen. Schön dies von einem Vorgesetzten zu hören. Ich betrachtete es als einen Befehl den ich von nun an befolgen würde.

02.2 - Aus heutiger Sicht -

Schlaflose Nächte sind unter Tage vorprogrammiert. Selbst heute habe ich in der ersten Nacht meines Dienstes noch Schwierigkeiten mich an die Geräusche zu gewöhnen.Inzwischen habe ich jedoch gelernt dieses monotone Surren als eine Art Schlaflied wahrzunehmen. Die Lüftung in Castels hatte aber auch ihre Vorteile. So konnte man in der Nacht fast jedes Wort der Vorgesetzten verstehen, welche immerhin ca. 80m weiter unten im Stollen ihre Unterkunft hatten. Eine praktisch Sache wenn es um Informationen für den nächsten Tag ging. Ein Rekrut aus der anderen Kompanie ( in Castels waren anfangs zwei Kompanien untergebracht ) kam auf die glorreiche Idee die Lüftung als Verstärker für seinen "Boomblaster" zu missbrauchen. So wurden wir eines Morgens nicht von unserem Zugführer geweckt, sondern durch Havy Metall Musik welche dem weit verzweigten Lüftungssystem sei dank in der ganzen Festung zu hören war.

Im Laufe der Zeit lernten wir anhand der Wassermenge die an unserer Unterkunft vorbei floss das Wetter zu bestimmen und konnten uns so darauf vorbereiten wie wir uns kleideten. Ein kleiner Nachteil war allerdings die zeitliche Verzögerung. Nicht selten erwarteten wir Regenwetter und fanden uns unter strahlend blauem Himmel wieder. Es blieb übriges bei dem einen Morgensport. Danach mussten wir nie wieder in Sportkleidung antreten obwohl unser Zugführer angekündigt hatte regelmässig mit uns Sport treiben zu wollen. Seine Grösse und Postur war sein Pech und unser Glück.

Die Menge an Material sollte ich im Laufe der Rekrutenschule noch schätzen lernen. Rückblickend kann ich sagen alles irgendwo und irgendwann mindestens einmal verwendet zu haben. Allerdings schleppt man auch oft Dinge mit sich herum welche im "normalen Dienst" nie zum Einsatz kommen. Materialkontrollen gehören auch heute noch nicht zu meinen Lieblingsaufgaben. Allerdings wird man in einem WK nicht mehr wie ein Kind behandelt und "darf" die erhaltenen Dinge selbständig kontrollieren. Fehlt etwas, wird man zur Kasse gebeten. Eine einfache und effiziente Vorgehensweise welche viel Zeit spart und so dem einen oder anderen Bierchen platz lässt.

Mein ersehnter aber nicht erlebter erster Ausgang in Uniform war übrigens mein erster Tiefpunk in der RS. Ich wurde mit den fiesen Vorgehensweisen unseres Feldi konfrontiert, denn es war ein absichtlich herbeigeführten Fehler da wir zu keinem Zeitpunkt darauf hingewiesen wurden uns an der besagten Wand in dem besagten Stollen auf dem besagten A4 Blatt zu informieren. Eine Taktik der ich in meiner weiteren Zeit in der RS noch öfter begegnen sollte und deren einziges Ziel es ist, die Rekruten psychisch zu entkräften und ihnen ihre machtlose Situation klar zumachen. Fehler bei den Vorgesetzten gab es nicht, stets waren die Rekruten die Schuldigen. Doch ich habe diesen Abend an dem ich beinahe alleine mit Besen und Schaufel in der Festung unterwegs war auch genossen. Auf engstem Raum mit so vielen Menschen untergebracht zu sein war gewöhnungsbedürftig. Ein paar Stunden Einsamkeit taten mir zu diesem Zeitpunk ganz gut und am Ende des Abends war ich wohl entspannter als so mancher Rekrut der angeheitert vom Ausgang zurückkehrte. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Reinigen eines Stollens aus Naturfells das so ziemlich Sinnloseste war was ich in meinem bisherigen Leben getan hatte. Trotz allem war einer der ersten lehrreichen Tage. Ich lernte die Vorgehensweise unseres Feldis kennen und lernte, dass Vorgesetzte sinnlose Fragen beantworten müssen oder viele es zumindest von sich aus tun was ungeahnte Möglichkeiten eröffnete. Ich lernte wie viel ein paar Stunden Einsamkeit in einer Festung wert sind und zu guter Letzt lernte ich, dass ich alles tun konnte wenn ich mich nur nicht erwischen lassen würde. Diesen "Befehlt" führe ich übrigens bis heute aus. ;)

--- und das nächste mal: "Erste Zweifel und tote Hunde"

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@Alfa

Romantisch verklärt würde ich nicht sagen. Es ist schon etwas besonderes auf engstem Raum mit so vielen Leuten unter Tage zu leben. Kameradschaft hat vieleicht eine etwas andere Bedeutung als in einer Kaserne in der man Möglichkeiten hat einander auszuweichen. Die gibt es in einer Festung eher selten bis gar nicht. Man muss also zusammenarbeiten, einander unter die Arme greifen und das wichtigste: miteinander auskommen.

Allerdings sind die alten Festungen viel "romantischer" als diejenigen in denen ich die letzten Jahre Dienst leisten "durfte".

Ich durfte in der letzten RS Woche bei einem Filmdreh in der Festung Crestawald (link) mitmachen. DAS sind noch romantische Anlagen mit viel Holz, warmem Licht usw. Aber mehr dazu wenn ich bei diesem Kapitel angekommen bin. ;)

Danke erstmal fürs Feedback. Ich hoffe auch andere Leser finden gefallen an meinen Geschichten. :roll:

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Nachtrag:

Den genauen Ablauf der ersten Tage habe ich nicht mehr 100% im Kopf.

Es kann also durchaus sein, dass div. Aktivitäten in der zeitlichen Abfolge durcheinandergeraten sind wie z.B das Fassen des Materials am zweiten Tag.

Inhaltlich ändert sich dadurch bis auf die Kleidung jedoch wenig bis gar nichts. ;)

 
Geschichten eines Soldaten

03.1 - Erste Zweifel und tote Hunde -

Die erste Woche lag hinter uns und wie es sich für eine Winter-RS gehört wurde es doch noch eisig kalt. In der vergangenen Woche erfuhren wir, dass wir nach drei Wochen "Grün-Ausbildung" in die Kaserne "Tiergarten", unten im Tal verlegt werden. Eine erfreuliche Nachricht, denn die Platzverhältnisse im Berg, das fehlende Tageslicht und natürlich der fehlende Handyempfang machten uns immer mehr zu schaffen. Das die Duschen nicht für zwei Kompanien ausgelegt sind war eine weitere Erfahrung auf die wir gerne verzichtet hätten. Um noch in den Genuss von heissem Wasser zu kommen war unser Tagesziel inzwischen schneller in die Unterkunft zurückzukehren als die andere Kompanie. Da dies jedoch selten der Fall war, mussten wir nach einem eisigen Tag im freien oft noch unter eine kalte Dusche stehen. Kein Wunder wurden die ersten Leute krank, und dies sollte erst der Anfang sein.

Die kalte Witterung lies uns alle in das erste Fettnäpfchen treten. Auf die Frage unseres Zugführers ob wir frieren, antworteten wir selbstverständlich alle grundehrlich mit einem "ja. Liegestütze waren die Folge. Von nun an würde keiner mehr frieren, auch wenn er noch so zitterte, blaue Lippen hatte und kaum noch sprechen konnte. Unser "Zugtrottel" kreuzte eines Morgens mit einem violetten Stirnband auf dem Appellplatz auf. Die schwarzen Wollmützen der Armee XXI gab es damals noch nicht und der Lupo war tabu da es dafür laut Zugführer noch zu "warm" sei. Trotz lautstarkem Donnerwetter des Zugführers stand unser "Zugtrottel" am nächsten Morgen wiederholt mit seinem violetten Stirnband auf dem Appellplatz. Darauf angesprochen meinte er, er habe gestern Abend mit seiner Mutter telefoniert und diese habe ihm gesagt er soll es anbehalten. Nach mehreren Drohungen Seitens des Zugführers welche das ganze Repertoire an Strafen die man einem Rekruten auferlegen kann beinhalteten, sollte auch er von nun an kalte Ohren haben. Es war jedenfalls das letzte mal das wir ihn mit diesem Farbfleck auf dem Kopf herumlaufen sahen.

An einem dieser kalten Tage durften wir zum ersten mal mit scharfer Munition in den uns bereits bekannten KD Stand. Scheiben welche der menschlichen Anatomie nachempfunden sind waren unser Ziel. Kopf und Rumpf, später sollten noch Scheiben mit Beinen hinzukommen und zu diesem Zeitpunkt wurde mir zum ersten mal bewusst worauf wir hier trainiert werden: Das töten von Menschen. Ich denke nicht, dass ich der einzige war der sich darüber tiefer gehende Gedanken gemacht hat, aber ich war wohl einer der wenigen der diese Gedanken weiterverfolgt hat. Erste Zweifel an der "grünen Pflicht" waren die Folge. Sich in einer Hierarchie unterzuordnen, Befehle ausführen und mit vielen Leuten auf engstem Raum zusammenzuleben war eine Sache, auf eine Scheibe zu schiessen welche im Fall der Fälle eine lebende Person ist, eine andere. Ich verlangte eine Gespräch mit unserem Kadi um meine Bedenken zu äussern.

Eines Morgens, wir knieten im Schnee im KD Stand, kam unser Kadi meiner Bitte nach und wir drehten eine Runde auf dem Appellplatz welcher sich gleich nebenan befand. Ich erzählte ihm von meinen Zweifeln in Friedenszeiten ohne unmittelbare Gefahr welchem unser Land ausgesetzt ist eine solche Ausbildung absolvieren zu müssen. Zu meinem Erstaunen nahm er meine moralischen Bedenken sehr ernst. Am Beispiel der Jugoslawienkriege schilderte er mir wie schnell eine Situation eskalieren kann. Eine Kurzgeschichte über einen erschossenen Hund in einem Olympiastadion in welchem ein Jahr zuvor noch internationale Wettkämpfe abgehalten wurden sollte seine Argumente untermauern. Ich fügte mich in Gedanken versunken und lief zurück zum KD Stand um erneut durchzuladen. Im Nachhinein angestellte Recherchen zu dieser Geschichte waren ergebnislos undd so war es dann auch nicht der Kadi und seine Hundegeschichte welche meine moralischen Bedenken in den Hintergrund geraten lies, sondern ein WK Korporal.

Zum ersten mal vernahm ich von einem Vorgesetzten die schönen Dingen in der Armee. Die Kameradschaft, der Zusammenhalt, die lehrreichen Dinge welche nichts mit der Armee und der militärischen Ausbildung zu tun haben. Sein Tipp alles nicht so eng zu sehen, den Drill mit Humor zu nehmen und sich auf die positiven Dinge zu konzentrieren war Gold wert. "Die 15 Wochen würden schneller vorbei gehen als man denkt", meinte er zum Schluss. Mit diesen Worten im Ohr begann sich meine Sicht auf die bevorstehende Zeit weiter zu verändern und trotz moralischer Bedenken welche immer wieder mal aufflammten beschloss ich "Augen zu und durch".

03.2 - Aus heutiger Sicht -

Auch wenn wir im Berg unsere Unterkunft hatten, so waren wir, entgegen der üblichen Vorstellung, dass die Festungstruppen immer ein Dach über dem Kopf haben, täglich im Freien. Das bedeutete oft 4-6 mal täglich die steile Treppe zum AV Platz zu bewältigen, wohl bemerkt 4-6 hin und her. Natürlich immer mit viel Material von welchem das wenigste in diesen Tagen zum Einsatz kam. Die Kälte war unser ständiger Begleiter und wir merkten bald, dass unsere Kleidung nichts für diese Witterung war. Wie heisst es so schön? Die Kälteschutzjacke sorgt dafür, dass die Kälte nicht entweicht. ;) Den Spitznamen "Zugtrottel" sollte der Rekrut übrigens erst im Laufe der RS erhalten. Die Aktion mit seinem violetten Stirnband war erst der Anfang und es sollten noch viele weitere, zum teil lebensgefährliche Maleure passieren womit er diesem Namen gerecht werden sollte. Über ihn werden noch einige Zeilen geschrieben werden, aber mehr dazu zu einem späteren Zeitpunkt.

Meine moralischen Bedenken habe ich auch heute noch. Doch die Sicht auf die Welt hat sich inzwischen verändert was wohl mit dem Alter und dem Interesse am Weltpolitischen Geschehen zusammenhängt. Der Mensch ist eine kriegerische Spezies und wenn uns die Geschichte eines lehrt dann, dass wir nichts aus der Geschichte lernen*. Es wird immer Kriege geben, nur die Gründe einen Krieg zu führen und die Waffen ändern sich im Laufe der Zeit. Damals waren wir alle noch grün hinter den Ohren. Naive Burschen in Uniformen von welchen die wenigsten weiter dachten als bis zum nächsten Wochenende. Doch es gab eben auch die anderen. Diejenigen welche sich schon damals tiefer gehende Gedanken machten. Dies zeigte sich auch bei den ersten "scharfen" Würfen mit der HG. Man spürt die Gewallt der Explosion und bald darauf fand ein kleinerer Meinungsaustausch statt bei welchem keiner zu lachen oder auch nur zu grinsen wagte. Ich glaube an diesem Tag wurde auch dem letzten klar was wir hier üben und was passiert wenn eine HG gleich neben einem Menschen explodiert. Natürlich gibt es Ausnahmen. Pseudostarke "Chriegerli" welche sichtlich ihren Spass hatten weil ihr Denkvermögen nicht über den verursachten Knall hinausgeht. Doch zumindest in unserem Zug war die Stimmung nach dem ersten Wurf ziemlich bedrückt obwohl wir den ganzen Tag keinen Stress hatten und sich sogar das Wetter von seiner besseren Seite zeigte.

Heute kann ich nur jedem der an dem Sinn und Zweck einer Schweizer Armee zweifelt raten sich über die Geschichte Europas zu informieren. Vielleicht wird dann dem einen oder anderem auffallen, dass wir kurz vor dem zweiten Weltkrieg ebenfalls der Meinung waren die Schweizer Armee könne eingemottet werden. ( Stichwort: Friedenseuphorie der zwanziger Jahre )

*"Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt."

Mahatma Gandhi - 02.10.1869 - 30.01.1948 - indischer Freiheitskämpfer

--- und das nächste mal: "Ab in die Kaserne und falsch getarnt"

 
Mein Lob an dich. Das ist echt eine spannende und aufschlussreiche Geschichte. Bisher hatte ich nur einen Erlebnisbericht eines Grenis in Isone gelesen. Aber das ist eine Welt für sich. Deshalb geht dein Bericht mir sehr viel näher.

Bin gespannt auf eine Fortsetzung! :D

 
Geschichten eines Soldaten

04.1 - Ab in die Kaserne und falsch getarnt -

Die Vorfreude war gross, bald sollten wir in die Kaserne unten im Tal verlegt werden. Das Tageslicht sollte in greifbare Nähe rücken. Keine zehn Minuten und steile Treppen streng nach Tagesbefehl sondern nur noch Sekunden bis man, wann immer man wollte, im Freien steht. Wie viel das wert ist haben wir alle in den vergangenen Wochen am eigenen Leib erfahren. Das Leben im Berg, die kalte Witterung und nicht zuletzt der Mangel an heissem Wasser hatte inzwischen seine Spuren hinterlassen. Viele meiner Kameraden waren erkältet und gerade in solch engen Unterkünften dauert es nicht lange bis sich eine Krankheit in der ganzen Anlage verbreitet. Ich selbst hatte seit zwei Wochen üble Halsschmerzen welche trotz der Medikamente einfach nicht abklingen wollten. Die Feuchtigkeit, Kälte, die schlechte Luft und die engen Platzverhältnisse würden bald ein Ende haben. Doch bis zum "Umzug" war es noch ein langer Weg. Zum ersten mal erlebten wir wie viel Material für eine einzige Kompanie nötig ist. Dieses Material galt es nun zu verladen um es schnellst möglich in die Kaserne zu befördern.

Einige von uns wurden zu "Freiwilligen" ernennt und hatten die Aufgabe den Laster zu beladen welcher vor dem grossen eisernen Tor stand. Dank der Vorfreude war es mir egal zu welcher Arbeit ich "verdonnert" wurde, Hauptsache ich würden bald die Möglichkeit haben auch noch unter der Decke meiner Liebsten eine sms zu schreiben. Die Begeisterung hielt ich bei unserem zürcher Hobbygangster allerdings in Grenzen. Trotz dreiwöchigem Drill schien er immer noch den Rebellen spielen zu wollen. Nach einiger Zeit lies er sich jedoch von mir "mitziehen" und erkannte, dass sein unmotiviertes, langsames Anpacken mit viel Stänkerei über den ganzen Militärapparat eher den gegenteiligen Effekt hatte. Auch er sollte bald begreifen, dass man zwar über alles und jeden fluchen kann, aber das schnelles Arbeiten die Zeit auch schneller vergehen lässt. So beluden wir den Laster im Eiltempo mit der Aussicht auf eine wesentlich angenehmere Zeit unten im Tal. Zu meinem Erstaunen machte es ihm Schlussendlich sogar noch Spass richtig anzupacken und sich zu verausgaben.

Die Kaserne "Tiergarten" bei Mels hatte nicht wie erwartet Unterkünfte mit Fenstern, nein, auch hier sollten wir unter der Erde hausen, genauer gesagt im Untergeschoss in welchem unsere geliebten kleinen elektronischen Geräte keinen Empfang haben sollten. Wir trösteten uns mit dem kurzen Weg nach draussen. Doch dort war es bitter kalt und ein nicht nachlassend wollender Wind ging uns um die Ohren. Trotz dieser kleinen Enttäuschung waren wir froh aus dem feuchten und engen Klima herauszukommen. An diesem Abend hatten wir alle Mitleid mit der anderen Kompanie welche die restlichen Wochen oben im Berg bleiben sollte.

Eine unserer ersten Übungen in der Kaserne war die Nachtübung "Falke". Voller stolz stand unser Kadi neben dem Hellraumprojektor welcher irgendeinen Vogel, aber mit Sicherheit keinen Falken an die Leinwand projizierte und verkündete uns den weiteren Ablauf. Tarnen war angesagt. Schmuck weg oder abkleben, das gleiche galt für die "Spiegeli" und das wichtigste: Schminke ins Gesicht. Bald schon standen wir vor unseren Unterkünften im Gang und hatten zum ersten mal das Gefühl so richtig "Soldat spielen" zu können. Dunkle Gestalten bei denen nichts glitzerte, glänzte oder auch nur etwas heller war als der Taz machten sich auf den Weg ins Freie.

Schon toll wie auffällig so eine Tarnung ist wenn es in der Zwischenzeit angefangen hat zu schneien und die Landschaft weiss gezuckert ist. Da standen wir also. Dunkle Gestalten umgeben von Weiss. Die Streuung des Lichts wenn es schneit machte unsere Tarnung endgültig zum Lacher es Abends. Aber dieser Abend sollte interessanter werden als erwartet. Zuerst ging es in den nahe gelegenen Wald auf einem Hügel nahe der Kaserne. Das Nachtessen wurde ausgelassen um uns mit dem Notkocher vertraut zu machen. Obwohl uns gesagt wurde wir sollten so leise wie möglich sein und unbedingt die Konservendose öffnen bevor wir sie auf den Kocher stellen, knallte es in regelmässigen Abständen um unser Grüppchen herum. Die zahlreichen Jonnybomben waren der zweite Lacher an diesem Abend, ganz zum missfallen unserer Vorgesetzten. An diesem Abend lernten wir noch zahlreiche Dinge kennen: Restlichtverstärker, Wärmebild und das Verhalten beim Abfeuern einer Leuchtpetarde. Am ausdrücklichsten war jedoch das Glimmen einer Zigarette aus sehr hoher Distanz. Wer hätte gedacht, dass so eine kleine Zigarette mit den entsprechenden Geräten wie ein kleines Leuchtfeuer zu sehen ist.

Alles in allem war es trotz falscher Tarnung und knalligem Nachtessen ein gelungener Abend. Wir lernten zum ersten mal etwas anderes als Schiessen und HG werfen. Unsere Vorgesetzten waren beinahe freundschaftlich zu uns. Voller Stolz zeigten sie uns die Ausrüstung und setzten ein zufriedenes Grinsen auf wenn wir staunend durch die Geräte blickten und uns die Faszination packte. Getrübt wurde der Abend lediglich durch das Abschminken. Das war vielleicht eine Sch....!

04.2 - Aus heutiger Sicht -

Insgesamt hatte ich fast 4 Wochen Halsschmerzen. So was geht einem mit der Zeit an die Substanz und mir wären ein paar Tage Grippe mit allem was dazugehört lieber gewesen. Danach wäre ich wenigstens wieder hundertprozentig fit gewesen. Auch in den kommenden Jahren sollte sich herausstellen, dass die schnelle Verbreitung von Krankheiten in unterirdischen Anlagen ein häufiges Problem ist. Quarantänemassnahmen welche immer wieder getroffen wurden nützten leider wenig bis gar nichts. Die Verbreitung von Krankheiten wurde aber auch oft fahrlässig durch weitere Umstände welche zu vermeiden gewesen wären gefördert. In Castels konnte man wenig tun. Die Duschen waren nun mal kalt und nach einem anstrengenden Tag wollte man wenigstens sauber unter die Decke kriechen. In meinen weiteren Berichten werde ich aber noch einmal auf das fahrlässige Verhalten zu sprechen kommen und genaueres dazu sagen.

Für das schnelle Beladen des Lkws sollten wir als Dank zu einem späteren Zeitpunkt schon am Freitagabend in den Urlaub entlassen werden. Spätestens an diesem Wochenende begriff auch der rebellische Zürcher Hobbygangster das gute Arbeit in der Armee manchmal belohnt wird. Er war seit dem Umzug in de Kaserne übrigens mein Bettnachbar und die Nacht vom Sonntag auf den Montag verbrachte ich meist damit ihn von mir fernzuhalten da er mich im Traum immer wieder mit seinem "Baby" verwechselte und kuscheln wollte. :D Seine alten Kopfhörer welche er stets vor dem Schlafen gehen in seine Ohren steckte um mit seiner Hiphop Musik auch mich zu unterhalten hielten mich ebenfalls vom Schlafen ab. Nachdem ich ihm ein neueres Paar von zu Hause mitgebracht hatte und ihn mit den bald obligatorischen Knietritten von mir ferngehalten hatte, war er aber doch noch ein relativ angenehmer Bettnachbar.

Die Nachtübung habe ich bis heute gut in Erinnerung weil sie 1. interessant und 2. amüsant war. Das eine Jonnybombe auch mal ins Auge gehen kann war uns damals nicht bewusst. Der Spass stand im Vordergrund und auch wenn es nie einer der Vorgesetzten zugegeben hätte, auch sie mussten sich das Lachen verkneifen. Für den Tipp mit der Vaseline vor dem Schminken wäre ich damals dankbar gewesen. Aber auch so lernten wir wieder etwas dazu. Leider war es das erste und letzte mal das wir uns Farbe ins Gesicht schmierten.

--- und das nächste mal: "12cm Fest Minenwerfer und Schüsse über die Köpfe der Vorgesetzten"

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@party_devil

Danke für dein Feedback. :wink:

Eine Greni-RS in Isone kann man wirklich nicht vergleichen.

Ich denke aber auch das jede RS einmalig ist. Ein Kollege von mir war z.B. zur gleichen Zeit wie ich eine Festung weiter stationiert (Magletsch) und hatte ganz andere Erlebnisse als wir. Ich hoffe meine erlebten Geschichten bleiben weiterhin spannend. Das beste kommt ja erst noch.... ;)

 
sehr interessanter und unterhaltsamer Text!

Musste ja schon ein bischen grinsen,ne? Ich höre ja selbst Hip Hop ;) aber keine Angst bin kein HobbyGangster (ne,mache es Hauptberuflich :twisted: )

Wie du ihn von dir fern gehalten hast fand ich auch sehr witzig!

Und auf meine erste Johnnybombe freue ich mich auch schon :D :D

hoffe gibt bald mehr zu lesen!

 
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05.1 - Festminenwerfer 12cm und Schüsse über die Köpfe der Vorgesetzten -

Die bevorstehenden sieben Wochen würde wir in der Kaserne untergebracht sein. In einer davon stand eine Verschiebung nach Unterwasser an. Danach würde es eine Durchhaltewoche und drei weitere Wochen in Airolo sein um in der letzten Woche schlussendlich alles zusammenzupacken und die Heimreise anzutreten. Dieses Denken in Abschnitten prägte uns von nun an. Der nächste wichtige Abschnitt dem alle entgegen fieberten war der Tag an dem wir die Hälfte der RS hinter uns hatten, also die Mitte der achten Woche. Von jetzt an wurden wir mit viel theoretischem Wissen gefüttert und lernten unser zukünftiges Geschützt erst einmal auf dem Papier kennen. Laderinge, Nulladung, Zünder und Geschosse. Das alles mussten wir uns einprägen und bis ins letzte Detail kennen.

Die ersten Trockenübungen machten wir in der Nähe von St Luzisteig. Zum ersten mal betraten wir einen 12cm Festungsminenwerfer und staunten nicht schlecht als wir alles was wir aus Castels kannten hier in einer Miniaturausgabe wiederfanden. Dieses Geschütz hatte alles was man zum überleben brauchte. Eigene Stromversorgung, Aufenthaltsraum mit Küche, Schlafraum, Waschraum usw. Alles in allem ein kleiner Bunker nur für uns alleine. Wir genossen diese kleine Welt in der unser Zugführer der oberste Ansprechpartner war. Kein Feldi und sonstige Vorgesetzten welche sonst in der Kaserne immer um uns "herumschwirrten" und uns das Leben schwer machten. An die neuen Korporäle welche Anfang der dritten Woche zu uns gestossen sind gewöhnten wir uns schnell. Da ich einer der ältesten Rekruten war hatte ich sowieso keinerlei Probleme mit ihnen. Ich war älter oder zumindest gleich alt wie die meisten unserer Korporäle. Dementsprechend war auch unser Umgang miteinander eher kollegial was man bei vielen meiner Kameraden nicht sagen konnte.

Bald schon wurden die Trockenübungen im Minenwerfer langweilig. Wir wollten endlich in Aktion treten und mit scharfer Munition die Kraft dieses Geschützes zu spüren bekommen. Doch bis dahin würden noch einige Wochen vergehen. Erst in der Woche in Unterwasser sollten wird mit scharfer Munition schiessen. Bis dahin mussten wir üben, üben und nochmals üben.

Obwohl die Tage in der Kaserne wesentlich angenehmer waren als im Berg und wir entspannter aus dem Bett stiegen gab es einen der immer noch nicht mit dem Militäralltag klarkommen konnte: Unser Zugtrottel. Da er beim Nachtmarsch mit anschliessendem NGST Schiessen zu schlecht abgeschnitten hatte (!?) musste er an ein Nachschiessen. Wie wir bald darauf hörten ging ihm bei der Entladekontrolle ein Schuss ab. Über die Köpfe der Vorgesetzten! Ein Glück dass dabei niemand zu Schaden kam. Von nun an sollte er nicht nur als tollpatschiges Muttersöhnchen, sondern auch als allgemein gefährlich gelten. Ein Umstand der es im nicht gerade leichter machte die restlichen Wochen mit uns zusammenzuarbeiten. Bei div. Übungen bei denen wir mit scharfer Munition auf dem Feld waren achtetet wir stets darauf, dass er links von uns ging sodass sein Gewehrlauf nicht auf einen von uns zielte. Mann weiss ja nie, dachten wir uns. Er war zudem auch der einzige der 4 Tage hintereinander Weckdienst hatte weil er jedes mal verschlafen hatte. Einige von uns hatten inzwischen Mitleid mit diesem ungeschickten Kerl. Wir äusserten unsere Bedenken dem Zugführer und boten an den nächsten Weckdienst für ihn zu übernehmen. Unsere Überlegung dabei war: Je ausgeschlafener und entspannter er war, um so geringer würde die Chance sein, dass er uns gefährlich werden konnte. Doch was wir auch taten um ihm unter die Arme zu greifen, er schient dagegen immun zu sein.

05.2 - Aus heutiger Sicht -

Das Denken in Abschnitten welche es zu bewältigen gibt war fast bei allen gleich. Nicht wenige hatten eine Agenda und machten Kreuzchen um es schwarz auf weiss vor sich zu sehen was man schon hinter sich hat und was einem noch erwarten würde. In den bevorstehenden Wochen lernten wir die mühsame Seite des Militärs kennen. Ständige Wiederholungen, immer und immer wieder. Hätten wir dazwischen nicht immer wieder andere Dinge getan wie Zugschule, Vertiefung der Grundausbildung und div. Märsche, uns wäre doch tatsächlich noch langweilig geworden. ;) Wie sich jedoch bald herausstellen sollte, waren die unendlichen Trockenübungen wirklich wichtig. So ein Geschütz muss im Team betrieben werden. Fehlt auch nur eine einzige Person verlässt kein Schuss den Zwillingslauf. Das war es dann auch was mich faszinierte. Es war zwar anstrengend und hektisch im Minenwerfer, aber wenn das Zusammenspiel klappte, waren wir stolz auf uns die Aufgabe bewältigt zu haben. Im Anhang findet Ihr ein paar Bilder und Videos des 12cm Festungsminenwerfer. Eine Innenansicht dieser Monoblock Bauten konnte ich leider nicht finden.

Was unseren Zugtrottel angeht... nun ja..

Er würde bis zum letzten Tag diese Stellung behalten. Unter anderem verdanke ich es seiner Wenigkeit, dass mein Name auf der Liste zum Weitermachen gelandet ist. Wie mir von unserem Zugführer einmal gesagt wurde, gehörte ich zu den Herdenführern. Ich und zwei weitere Soldaten kümmerten uns immer um unseren Zug. Wir achteten darauf, dass alle mitmachten, keiner zurückblieb und sorgten oft für bessere Stimmung wenn diese einen Tiefpunkt erreicht hatte. Wir motivierten also "unsere" Jungs, halfen wenn einer überfordert war und sorgten für den nötigen Zusammenhalt. Eigentlich machten wir genau das was ein sozial denkender Mensch im zivilen Leben auch machen würde. Für unsere Vorgesetzten reichte das aber aus um uns immer wieder damit aufzuziehen. Immer wieder zwinkerte mir unser Zugführer zu und sagte mit einem Grinsen im Gesicht: "Stollenfuchs", du machst auf jeden Fall weiter. Ich nahm diese Worte nie richtig erst da ich mir geschworen hatte als Soldat zu kommen und auch als Soldat wieder zu gehen. Die Gespräche mit unseren Korporälen festigten meine Meinung. Keiner von ihnen empfahl mir diesen Weg einzuschlagen. Sie selbst waren oft deprimiert sich auf so etwas eingelassen zu haben. Sie nannten es kurz: Eine zweite, längere RS. Sie sahen sich eher als bessere Soldaten und das machte es für uns wahrscheinlich auch angenehmer. Keiner von ihnen war abgehoben und wollte seine Macht ausspielen. Korporäle anderer Züge waren da anders und rückblickend muss ich sagen, dass wir wirklich Glück hatten mit unseren "grossen Brüdern".

Aus heutiger Sicht war diese Zeit die angenehmste der gesamten RS. Wir lernten auf ein Ziel hin welches jeder erreichen wollte. Etwas anderes blieb uns ja auch nicht übrig. Die Zeit begann dadurch schneller zu vergehen und das schon erlebte schweisste unseren Zug immer mehr zusammen. Zum ersten mal war die oft gehörte Kameradschaft zu spüren. Blieb nur noch ein Problem: Auf Grund meines sozialen Verhaltens würde ich bald gezwungen weiterzumachen...

Innenansicht Geschützturm 12cm Festungsminenwerfer

page266_1.jpg


Quelle: www.festung-oberland.ch

12cmMW.jpg


Quelle: www.unterirdischeschweiz.ch

Aussenansicht - Geöffneter Panzerdeckel mit ausgefahrenen Rohren

page266_3.jpg


Quelle: www.festung-oberland.ch

Aussenansicht - Geschlossener Panzerdeckel

120-festmw-16.jpg


Quelle: www.festung-oberland.ch

--- und das nächste mal: "Schüsse in der Kaserne und meine erste Befehlsverweigerung"

______________________

@Khrish

Was Musik angeht bin ich sehr offen und tolerant.

Mit seinem Musikstil hatte ich keine Probleme, aber mit dem einschlafen. ;)

Jonnybomben können wirklich ins Auge gehen. Also lass die Finger davon!

:?

 
Gfr Stollenfuchs:

Schweizerisches Strafgesetzbuch:

Art. 329

1. Wer unrechtmässig

in Anstalten oder andere Örtlichkeiten eindringt, zu denen der Zutritt

von der Militärbehörde verboten ist,

militärische Anstalten oder Gegenstände abbildet, oder solche Abbildungen

vervielfältigt oder veröffentlicht,

wird mit Busse bestraft.

2. Versuch und Gehilfenschaft sind strafbar.

Gesetz ist Gesetz!

Gruss

 
Entschuldige wenn ich darüber nur müde schmunzeln kann. :)

Die Schweizer Armee hat ernsthaftere Probleme: KLICK MICH ( erstes Suchergebniss )

Noch viel interessanter ist das Suchergebniss bei folgenden Suchbegriffen: "Führungsanlage Schweiz": KLICK MICH NOCHMAL

Ich verlinke absichtlich nicht direkt auf die entsprechenden Seiten sondern zeige was sich mit einfachen Suchbegriffen auf die jeder kommen kann herausfinden lässt. Dies aus dem einfachen Grund, dass ich selbst Dienst in klassifizierten Anlagen leiste und über die schützenswerten Informationen und die Konsequenzen bei derer Verbreitung bescheid weiss. Stellt man die oben gezeigten Informationen welche durch eine einfache Suchanfrage geliefert werden ins Verhältnis zu den gezeigten Bilder und Videos in meinem Bericht von den inzwischen ausgemusterten 12cm Minenwerfern welche auf Seiten wie "unterirdischeschweiz.ch" oder "festung-oberland.ch" zu finden sind, stellt sich die Frage was dich zu deinen Paragraphenreiteri führt.

Ich will dir nicht zu nahe treten und es ist auch nicht persönlich gemeint wenn ich sage: "mich beeindrucken deine Zitate aus dem Strafgesetzbuch herzhaft wenig." Genau wegen solcher Aktionen wird die Schweizer Armee immer wieder belächelt. Grosse Medienkonzerne lässt man aus unerfindlichen Gründen tun und machen was sie wollen, schreibt aber ein Soldat der Schweizer Armee seine persönlichen Erfahrungen nieder und schmückt diese mit Bildern welche schon über Jahre im Internet verfügbar sind, wird auf die entsprechenden Zeilen gezeigt und eine Drohung ausgesprochen. Ich hoffe darum inständig dein Zitat war nicht als Drohung gemeint sondern sollte eher belustigend und ironisch wirken. Sollte dem so sein, hast du dein Ziel erreicht. ;)

 
"Geschichten eines Soldaten" macht eine kleine Pause.

Die Pflicht ruft...

Am Montag geht es ab in die Berge. Was uns dort genau erwartet wissen wir nicht. Unbekannte K-Anlage, neues Sicherheitssystem, neue Umgebung, neue Leute und sicher jede Menge neue Erfahrungen welche später Einzug in meine Geschichten nehmen werden. :wink:

Das nächste Kapitel "Schüsse in der Kaserne und meine erste Befehlsverweigerung" wird sich dadurch leider etwas verzögern.

Wünscht mir Spass und einen guten Dienst. ;)

Bis dann.... "mäld mi ab..." :roll:

 
Man sollte sich halt nur nicht wundern wenn man dann plötzlich Geld hinlegen muss und sagt "Ich wusste das nicht"

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Ausserdem geht es um jegliche Art von Vorbild!Gesellschaftliche Probleme beginnen bei minimalstem nichteinhalten von Werten und Normen, worin auch die Gesetztgebung enthalten ist.

Die Aussage, dass man darüber nur lachen kann zeugt für mich bereits schon von einer negativen Charaktereigenschaft.

Natürlich ist es dir überlassen was du tust und ich werde auch niemandem irgendetwas melden oder so...Es geht mir viel mehr darum, dass du einfach weisst, das etwas passieren "könnte" bzw das du auch weisst, wie das auf mich wirkt!

Gruss Ricky

 
Das Unwissenheit nicht vor Strafe schützt ist mir bekannnt!

Das du mich darauf hingewiesen hast zeugt von einem korrekten Verhalten und dagegen ist auch gar nichts einzuwenden.

Jedoch wären ein paar zusätzliche Worte hilfreich gewesen um zu erkennen mit welcher Absicht du das Schweizerische Strafgesetzbuch zitierst.

Vorbildfunktion hat in meinen Augen das Kader, und dieses versagt in regelmässigen Abständen und bewegt sich dadurch oft selbst an der Grenze zu illeagalität. Näher möchte ich darauf nicht eingehen da ich hier niemanden kompromittieren will. Doch was uns diese Leute vorleben, leben wir nun mal nach.

Das soll jetzt keine Entschuldigung für allfälliges ungebührliches Verhalten sein, sondern auf einen Misstand hinweisen welchen es zuerst zu beheben gilt bevor man anfängt auf kleine Maden zu schiessen.

Nehmen wir diesen Thread mit seinem Bild- und Videomaterial als Fallbeispiel, wäre ich also eine kleine Made. Diese zu bekämfen und ihr eine Strafe aufzuerlegen würde weit am eigentlichen Ziel vorbeischiessen, nämlich das Abbilden und verbreiten solcher Abbildungen militärischer Anlagen und Gegenstände einzudämmen oder ganz zu unterdrücken. Sinnvoller wäre es die Quelle ausfindig zu machen und dort mit der Arbeit anzufangen. Am wichtigsten ist jedoch ein gut funktionierendes System zu haben welches den Soldaten auch verständlich macht was gezeigt werden darf und was nicht. Dazu müssten die Sicherheitsvorkehrungen lückenlos funktionieren und vor Ort schon das knipsen eines Bildes verhindert werden. Ist diese nämlich erst einmal gemacht dauert es in der heutigen Zeit nur noch Sekunden bis es im Internet landet.

Dort sollte man ansetzen und nicht am Schluss dieser Ereignisskette - bei mir.

Die oben gezeigten Bilder und Videos stehen nun schon über eine sehr lange Zeit im Internet und scheinen keinerlei Beachtung seitens des VBS zu bekommen was bei neueren Videos ( Beispiel: Panzerkinder und Schnütz ) aber der Fall war und umgehen Ermittlungen gegen den Urheber eingeleitet wurden. Daraus schliesse ich, dass dieses Bild- Und Videomaterial gezeigt werden darf. 100% verlasse ich mich darauf natürlich nicht, aber es erscheint doch sehr warscheinlich wenn man berücksichtigt wie leicht man dieses Material mit einfachen Suchbegriffen finden kann und dabei bedenkt, dass die Schweizer Armee über "Spezialisten" verfügt dessen Arbeit es ist solches Material zu finden und zu entfernen.

Zu erwähnen ist auch, dass die Armee selbst unmengen an Daten und Bildmaterial veröffentlicht welche im Ernstfall dem Land und seiner Sicherheit viel schädlicher sind als ein Bild von einem ausgemusterten 12cm Festungsminenwerfer. In meinen Augen ein klarer Wiederspruch zu den gemachten Gesetzen.

Auch darüber muss ich lachen und kann dieses Gesetz nur zum Teil ernst nehmen. Nämlich dann wenn es um Einrichtungen geht von welchen man im voraus absolut nichts weiss oder in Erfahrung bringen kann. In solchen Fällen halte ich mich an die Vorschriften, sonst würden hier im Forum schon längst div. Bilder von bisher unbekannten K-Anlagen zu sehen sein, denn die Sicherheitsvorkehrungen bei der Zutrittskontrolle sind in meinen Augen mehr als nur unzureichend. Doch darauf möchte ich nicht näher eingehen da dies wieder ein Thema für sich ist und Informationen enthält welche wirklich schützenswert sind!

Ich hoffe du verstehst nun meine Denkweise und siehst auch, dass es nicht meine Absicht ist vertrauliches Material an die Öffentlichkeit zu bringen. Ich bin mir meiner Verantwortung als Schweizer Soldat durchaus bewusst und sehe darum auch die Schwachstellen welche es als erstes zu beheben gilt bevor man sich auf Gesetzestexte stürz und diese stur durchboxen will.

Wenn ich über diese diversen Missstände lache zeugt das lediglich von meinem humorvollen Umgang mit der Materie. Denn schlussendlich werden wir Soldaten immer die Dummen sein und die Fehler welche ein paar Etagen höher entstehen ausbügeln müssen.

Zu guter letzt möchte ich dir noch sagen, dass ich schon Erfahrungen gesammelt habe bezüglich Veröffentlichtung von scheinbar schützenswertem Bildmaterial. Das Vorgehen ist bei weitem nicht so schlimm wie es sich viele vorstellen. Das ein Telefonat mit einem freundlichen Hinweis die Bilder schnellstmöglich zu entfernen wirkungsvoller ist als ein Verfahren einzuleiten scheint bei einigen Leuten da oben schon angekommen zu sein. Schliesslich will man den Medienrummel wenn sich einer dieser "dummen" Soldaten zu Wort meldet möglichst vermeiden. ;)

 
@ Gfr Stollenfuchs

Wieso so viel diskutieren. :D

Landesrecht SR 510.518.1

Was von aussen ohne besondere Hilfsmittel oder spezielle Vorkehren wahrgenommen werden kann, darf ohne Bewilligung aufgenommen und veröffentlicht werden; die Veröffentlichung darf jedoch keine Identifizierung des Standortes oder der Zweckbestimmung der Anlage erlauben.

Sieh mal hier:

http://www.admin.ch/ch/d/sr/510_518_1/a4.html

Gruss

Varga

 
@ Gfr StollenfuchsWieso so viel diskutieren. :D
Weil dieses Thema uns in den Medien immer wieder begegnet und als Problemverursacher nur all zu oft die einfachen Soldaten als Sündenbock herhalten müssen. Durch meinen Dienst in klassifizierten Anlagen weiss ich aber nur zu gut wo die Probleme wirklich entstehen. Deshalb die ausführliche Antwort zu Rickys Aussage. ;)

Aber danke für deine Recherche und den Hinweis!

Jetzt liegen zwei Regelungen vor welche doch irgendwie wiedersprüchlich sind, nicht? :)

 
Tja, die Wiedersprüchlichkeit :) ¨

Ich kann nachvollziehen was du geschrieben hast @Stollenfuchs! Natürlich sind es oft auch Kader, welche Mist bauen. Deshalb liegt es an uns BMs, diesem Missstand Rechnung zu tragen. Ich zB verbiete meinen Soldaten das Fotografieren von Waffen und Mitteln während der UOS. Es gibt bestimmte aufnahmen, die man machen darf, diese aber wie gesagt mit dem Einverständnis eines Ausbilders.

Übrigens, mit der Kaderausbildung sprichst du einen zZ sehr wunden Punkt innerhalb der Armee an. Zum einen sind diese schlecht ausgebildet, was sich im Endeffekt bis zum Sdt hinunter auswirkt, andererseits haben sie gar keine Chance, zu wissen wie sie vor den Sdt stehen sollen ( da eben nie gelernt ).

Ich sehe aber auch immer mehr den Werteverlust in der Gesellschaft. Das macht mir einerseits angst und andererseits traurig. Inhalte wie Stolz, Gemeinschaft, Respekt, Disziplin werden nicht mehr allzu gross geschrieben, den man ist nicht mehr auf den Menschen links oder rechts von einem angewiesen. Schade...

Deshalb finde ich es wichtig, das wir hier, die uns mit aktuellen Themen befassen, uns versuchen einzubringen, auch das nötige Vorbild vorweisen und uns nicht auf die Armee und derem Kader beschränken im Sinne von "Wenns der Wm nicht macht, mach ichs auch nicht"! Das wäre zu einfach.

Wir sollten viel mehr versuchen, den Jungs und Mädchen die hier nachlesen kommen auch zu zeigen, das man an gewisse Sachen glaubt und man sich dafür im Sinne des Ganzen halt ein bisschen zurückstellen muss.

Lange Rede, kurzer Sinn. :)

Trotzdem danke für deine ausführlichen Worte. Teilweise bin ich einverstanden, teilweise denke ich aber auch, du machst es dir einfach!

Wie dem auch sei, Gruss und geniesse den heutigen Sonntag!

Ricky

 
Tja, die Wiedersprüchlichkeit :) ¨Ich kann nachvollziehen was du geschrieben hast @Stollenfuchs! Natürlich sind es oft auch Kader, welche Mist bauen. Deshalb liegt es an uns BMs, diesem Missstand Rechnung zu tragen. Ich zB verbiete meinen Soldaten das Fotografieren von Waffen und Mitteln während der UOS. Es gibt bestimmte aufnahmen, die man machen darf, diese aber wie gesagt mit dem Einverständnis eines Ausbilders.

Übrigens, mit der Kaderausbildung sprichst du einen zZ sehr wunden Punkt innerhalb der Armee an. Zum einen sind diese schlecht ausgebildet, was sich im Endeffekt bis zum Sdt hinunter auswirkt, andererseits haben sie gar keine Chance, zu wissen wie sie vor den Sdt stehen sollen ( da eben nie gelernt ).

Ich sehe aber auch immer mehr den Werteverlust in der Gesellschaft. Das macht mir einerseits angst und andererseits traurig. Inhalte wie Stolz, Gemeinschaft, Respekt, Disziplin werden nicht mehr allzu gross geschrieben, den man ist nicht mehr auf den Menschen links oder rechts von einem angewiesen. Schade...

Deshalb finde ich es wichtig, das wir hier, die uns mit aktuellen Themen befassen, uns versuchen einzubringen, auch das nötige Vorbild vorweisen und uns nicht auf die Armee und derem Kader beschränken im Sinne von "Wenns der Wm nicht macht, mach ichs auch nicht"! Das wäre zu einfach.

Wir sollten viel mehr versuchen, den Jungs und Mädchen die hier nachlesen kommen auch zu zeigen, das man an gewisse Sachen glaubt und man sich dafür im Sinne des Ganzen halt ein bisschen zurückstellen muss.

Lange Rede, kurzer Sinn. :)

Trotzdem danke für deine ausführlichen Worte. Teilweise bin ich einverstanden, teilweise denke ich aber auch, du machst es dir einfach!

Wie dem auch sei, Gruss und geniesse den heutigen Sonntag!

Ricky
Scheiss Rechtschreibung :(

 
Über Erfahrungen von Militärdienst und beruflicher Tätigkeit, nicht FWK, in militärischen Anlagen kann ich mich nicht beklagen.

Stollenfuchs, du machst aus einer Wespe, nicht aus einer Mücke, einen Elephanten.

Gruss

Varga

 
Stollenfuchs, du machst aus einer Wespe, nicht aus einer Mücke, einen Elephanten.
Ohne detailierte Informationen wirkt dein Einwand lediglich wie ein weiterer Versuch die negativen Dinge im Militär unter den Teppich zu kehren, was zwar die bisher gängigste Praxis war, aber nicht gerade die konstruktivste!

Ich wäre froh wenn du mir/uns sagen könntest worauf sich deine Aussage bezieht. Wo genau soll ich deiner Meinung nach übertrieben haben?

 
Gfr Stollenfuchs:Schweizerisches Strafgesetzbuch:

Art. 329

1. Wer unrechtmässig

in Anstalten oder andere Örtlichkeiten eindringt, zu denen der Zutritt

von der Militärbehörde verboten ist,

militärische Anstalten oder Gegenstände abbildet, oder solche Abbildungen

vervielfältigt oder veröffentlicht,

wird mit Busse bestraft.

2. Versuch und Gehilfenschaft sind strafbar.

Gesetz ist Gesetz!

Gruss
@ Ricky: Welchen Teil von "ausgemusterte Anlagen" verstehst du nicht?? Ich finde es schade, dass irgendwelche Leute meinen, sie müssten überall Polizei spielen!! Ich kenne genug solche Giftzwerge-Wachtmeister, die sich immer mit unüberlegten Äusserungen in die Nesseln setzen.

Wenn du es nicht ertragen kannst, verlasse doch dieses Forum!

Freundliche Grüsse

RAPIER Hptm