Berufsmilitär

Uncle Charlie

Benutzer
07. Dez. 2007
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Hallo Zusammen

Wie sieht das mit der Militärkarriere aus, wenn ich die Obligatorische Schule und einen Lehrabschluss habe?

Habe mal gehört um Berufsmilitär zu werden muss man mindestens die Matura oder so was haben.

 
Was ist dein Ziel?

Es gibt in der heutigen Armee folgendes zu unterscheiden:

Berufsmilitär und Zeitmilitär.

Aber um Wachmeister (Unteroffizier) Fourier, Feldweibel (Höhere Unteroffiziere) oder Leutnant (Offizier) oder Quartiermeister (Grad = Leutnant ist aber kein Zugführer sondern sozusagen Chef der Fouriere) zu werden musst du keine Matura haben. (Eine Lehre reicht völlig aus)

Ob du dabei eine Kaderausbildung bekommst entscheidet sich für gewöhnlich in den ersten 7 Wochen (Je nach Truppengattung verschieden).

Kaderschulen haben neu das FUM eingeführt. Führungsausbildung der unteren Milizkader. Diese sind zivil anerkannt und kann sie zertifizieren assen (schlussendlich kann man sich zum Führungsfachmann ausbliden... aber ist extrem schwer)

Hast du die Kaderschule mit dem Praktikum absolviert kannst du Zeitmilitär werden!

Es heisst deshalb Zeitmilitär weil der Vertrag (Arbeitsvertrag) auf Zeit ist. Für gewöhnlich auf 1 (ein) Jahr begrenzt. Nach einer Probezeit von 3 Monaten kannst weder du noch dein Vorgesetzter dich rausschmeissen noch kündigen.

Wärend dieser Zeit wirst du wieder ausbildungen machen und Qualifikationen erteilt bekommen (Bewertung deines Chefs) Diese Entscheiden dann ob du den Vertrag nahtlos verlängern kannst.

Jetzt zum Berufsmilitär:

Berufsmilitär bezeichnet man Kader, die eine weitere höhere Kaderschule besucht haben.

Als Unteroffizier kann man die BUSA (BerufsUnteroffiziersSchule der Armee) besuchen. Sie ist in Herisau und wird zum Adjudant Uof ausgebildet. Die Ausbildung dauert 2 Jahre. Hier geht man an die körperlichen und psychischen Grenzen des Menschen. Man lernt auch Englisch und Französisch. Sowie Führungsmethoden, Führungspsychologie etc und VORALLEM Ausbildungsmethodik. (Auch hier wieder FUM und kann sich Zertifikate holen - Wenn alles glatt geht wird man ziviler "Erwachsenerausbilder")

Man geht nach Schweden um mit unseren Kollegen dort erfahrungen auszutauschen und übungen durchzuführen. (Schweden sehr erfahren in (zB) Wachtdienst) Ach und der Sport in Herisau ist Mord. Wisst ihr wo Herisau liegt? steile Bergen, nichts als Bergen...

wenn man die BUSA überstanden hat ist man ne Kampfsau.

Für Offiziere (Leutnant, Oberleutnant) kann man an die MILAK (Militär Akademie). Die MILAK ist ein Teil der ETH Zürich und um an der ETH studieren zu können muss man eine Matura haben!

Es gibt mittlerweile versch. Modelle wie man zum beispiel mit einer Berufsmatura hineingelangt aber dies kostet Zeit.

Die MILAK dauert mit allem drum und dran 4 Jahre! Dabei studiert man grösstenteils und mit der Berufsmatura Variante kann es bis zu 6 Jahre dauern bis man den grad eines Hauptmanns bekommt.

hoffe konnte dir einen kleinen Einblick erschaffen?

lg Weichmaster :wink:

 
Ja danke, sehr sogar.

Was heisst an psychische und physische grenzen?

Kann man das schaffen, wenn man halbwegs sportlich ist?

Oder so etwas a la Fallschirmjäger-Ausbildung wo nur ganz wenige durchkommen?

Als Zeitmilitär was hat man da so für Jobs? Instruktor und Auslandeinsätze?

Was macht man als richtiger berufssoldat?

 
Mit Grenzen (in der BUSA) meine ich Dinge wie 100km Marsch, Velofahren (alte Velos mit 1 wenn Glück 3 Gänge und Gepäckträger vorne) den Berg hinauf (Mit Berg mein ich Berg und keine "Jurahügeln") Rettungsschwimmbrevet machen, Wachtdienst a la Capture the Flag, Joggen, Kälte ausharren. Natürlich noch Bergläufe, Eilmärsche mit unbequemer Schutzweste.

Kälte - Anfangs bist du im WInter in nem Zelt im Schnee eingebuddelt und frierst wien Schwein. Dann kommen die Instruktoren und fragen mit nem warmen Bouillon in der Hand wies dir geht (den warmen Trunk trinken sie türlich vor deinen Augen)

Oder du musst über eine "Schlucht" auf einem Seil mit Vollpackung "hangeln" um etwas essen zu bekommen. Gab schon mal einpaar die 3 Tage nichts assen.

(Wenn Sie es nicht geschafft hätten wären sie rausgeflogen)

Man fliegt nicht sofort raus man wiederholt den Kurs einfach nochmal mit ner anderen Klasse (Man wiederholt eine Schulklasse im Prinzip)

Es gibt DInge da ist die Ausbildung zum Fallschrimaufklärer härter, aber die BUSA geht vorallem an die psychischen GRenzen.

Beispiel: 50km Marsch. Wenn du es schaffst den Kopf auszuschalten dann spürst irgendwann deinen Körper, bzw deine Schmerzen gar nicht mehr. denn ab einen bestimmten Pkt wehrt sich dein Körper gegen den Schmerz und pumpt körpereigene Drogen (Endorphine) in deine Blutbahnen.

Beim 50km Marsch kann ich mich noch daran erinnern, dass ich das letzte Stuck mit der Packung meiner Kameraden vorrausgerannt bin um dann wieder zurück zurennen und den anderen zu helfen. (Körpereigene Drogen sei dank)

Aber ich kann mich ABER auch sehr gut an den nächsten Tag erinnern... jeder schritt war ne Qual und habs richtig bereut gerannt zu sein

:lol:

Zum Sport (in BUSA - kenn das MILAK nicht) man muss schon sportlich sein, aber kein spitzensportler! Wie gesagt vieles hängt von der Psyche ab.

Wenn man nicht raucht, schwimmt und regelmässig joggt oder eine andere Sportart ausübt kann man es schaffen. Ausserdem wird man in der BUSA nicht überfordert sondern gefordert. Sprich man kann immer noch innerhalb BUSA sportlicher werden!

Als Zeitmilitarist (ZM) hat man die FUnktion zu der man ausgebildet wurde.

Wachmeister - ist Gruppenführer (Gruppe für gewöhnlich um die 8 Mann stark. hatte schon 18....). Führt die Gruppe, bildet Rekruten/Soldaten in ihrer Funktion aus und führt übungen mit ihnen durch.

Dazu gehören Lektionenpläne anfertigen, Vorbereitung der Lektion (Erkunden der Ausbildungsplätze) bestellt notwendiges Material für Lektion oder übung (hört sich zwar dämlich an, aber auch Fahrer können bestellt werden)

Leutnant - Zugführer (Zgfhr) Ein Zug ist für gewöhnlich um die 30 Mann gross und besteht aus 3 Gruppen (hatte aber schon 50!). Führt den Zug, plant wochenpläne. Nicht so viel draussen auf dem Feld wie der Gruppenführer, hat noch zusätzliche organisatorische Aufgaben.

Macht zB die Zugschule mit dem Zug

Hauptfeldweibel: Chef innerer Dienst auf Stufe Kompanie. Ist dem Kompaniekommandanten unterstellt (normalfall Hauptmann - Berufsmilitär) der "Feldi" regelt den Morgenapell, das Abendverlesen, ist für Zimmerordnung (dazu gehören, Boden, WC, Waschbecken, Bette etc dazu) für das Munitions- und Materialmagazin verantworlich und demnach auch für das Materialfassung und -rückgabe.

Fourier: ist vorallem im Rechnungswesen und Verpflegung verantwortlich. und somit auch CHef KüChe (Küchenchef - Grad: Wachmeister)

Der Zeitsoldat (Gibt kein Berufssoldat. Berufsmilitär sind wie gesagt Kader die eine höhere (und keine MIliz) Kaderschule besucht haben (MILAK odr BUSA) ODER Sie sind Berufspiloten der Armee. Aber die Ausbildung dauert 6 Jahre für die Piloten und sie müssen minimal schon die BMS in der Tasche haben und schon geflogen sein.

Zeitsoldaten sind für gewöhnlich MP-Grenadiere die die Polizeischule besucht haben und für die Territorial Regionen arbeiten

So das wären mal die Zeitmilitaristen gewesen.

Wenn man Adjudant UNteroffizier ist (BUSA abgeschlossen) im Berufsmilitärstatus kann man verchiedene Funktionen haben aber Grundsätzlich ist man Instruktor und für die Ausbildung verantwortlich!

In Bereichen wie, Schiessen, Sanitäts Dienst, Boot,...

Achja apropos Fahrzeuge. Als Zeitmilitarist muss man einen Fahrausweis besitzen. In vielen Fällen muss man zuerst 1 Jahr (minimum) als Zeitmilitär gearbeitet haben damit man überhaupt an die BUSA kann. :wink:

 
Danke, du hast mir sehr geholfen.

Mit sportlichkeit und durchaltevermögen wäre das zu schaffen.

Ich habe leider eine Rot-Grünschwäche, kann man das trotzdem machen?

Und wie sieht das denn mir dem Lohn aus? Was verdient man denn so?

 
Bevor du so weit denkst. Solltest du dir erstens lieber Gedanken darüber machen zu was für eine Truppengattung du willst?

Je nachdem wo du arbeitest, kann das was du zu tun hast ganz anders aussehen.

Als (zB) Wachtmeister bei den MP Grenadiere machst du natürlich was ganz anderes als bei den Logistikern.

Zeitmilitär sollte man auch mit rot-grün schwäche werden können (Wirst aber nicht alle Truppengattungen machen können) solange du einen ganz gewöhnlichen (ziv) Fahrausweis besitzen solltest.

Was den Lohn betrifft. naja, ich sag mal soviel, dass du keinen Managerlohn bekommen wirst. Es gibt Lohnklassen (die nach Funktion und Grad gegliedert sind) und Altersklassen. Wachtmeister ist am tiefsten (der Lohn), geht weiter über Fourier, Hauptfeldweibel (beide etwa gleich) dann zum Leutnant (höhere Lohnklasse als Feldi) bishin zu den Berufsmilitärs. (Hauptmann und Adjudant Uof)

Die Militärversicherung ist sehr günstig. Du kannst wenn du willst in der Kaserne schlafen (wenns freie Zimmer gibt) und wenn die Kaserne allzuweit weg von deiner Wohnung ist können Sie dir unter bestimmten Bedingungen eine Wohnung zu verfügung gestellt werden..

Berufsmilitär verdienen wesentlich mehr als Zeitmilitärs und bekommen auch einige vergünstungen. Wie zB eine Tankkarte.... und ähnliches.

Der Lohn ist ja das eine, die Ausbildung das andere...

Ein Kollege der im Moment Gruppenlehrer bei einer Kaderschule der Rettungssoldaten ist (Adjudant Unteroffizier) ist mittlerweile ziviler Erwachsenerausbilder (zivile Kurse kosten tausende von Franken) hat ein Sprengbrevet (mit Rettungssprengung) kann zivil Lastwagen fahren (Prüfungsgebühr würde glaube ich auch wieder um die 500-800.- kosten) Hat das Bootsbrevet (bis zu 10 Pers. darf er im Boot mitführen privat) ist zudem zertifizierter Führungsfachmann und weiss der Teufel was. :?

Hinweis: um Führungsfachmann zu werden muss man Modulprüfungen ablegen die privat eine ganze Stange Geld kosten würden... vom Kursgeld wollen wir gar nicht sprechen....

Zuerst solltest du dir überlegen zu welcher Truppengattung du angehören willst. Dir Gedanken über deinen sportlichen, wie schulischen Fähigkeiten machen.

Ausserdem spielt dein Beruf und Hobby eine wichtige Rolle. Bist du Sanitäter? Dann bist du für Sanitäter und Rettungssoldaten immer willkommen. Hast du ein Bootsbrevet oder Taucherbrevet privat? Die Geniesten und Pontoniere werden dich sicher nicht ablehnen. (Kampf bzw Armeetaucher werden dich auch haben wollen)

Bist du zäh und eine sportskanone? Versuchs bei den Grenis (MP, Panzer)

etc etc.

wenn du deine Truppengattung später nicht magst, wirst du auch am Militär keine freude haben können :wink:

Hoffe ich war ne Hilfe

 
Ja habe mir schon gedanken über die Truppengattungen gemacht.

Ich bin schon sportlich fahre regelmässig mit dem Bike und dem Rennrad, bin Leiter bei den Pfadfindern und mache im Sommer den zweiten Jungschützenkurs.

Wenn ich könnte würde ich schon gerne eine Kampfausbildung machen, am liebsten bei den Grenadieren. Nur nicht zu den Füsseln, da kommen ja alle hin die entweder kein Bock auf Militär haben oder wo sie nicht wissen wohin sonst.

Ich bin Motiviert und will mein bestes geben.

 
Kurze Frage.

Was willst du schlussendlich werden? Instruktor und Grenis ausbilden und den zukünftigen Rekis in den Arsch treten oder lieber was kopflastigeres machen?

Einfacher gesagt willst du auf dem Feld arbeiten mit deinen Jungs (zB Ausbilden) oder eher organisatorisch tätig sein? (Mehr Büro und Organisieren)

Naja, ob du Greni wirst oder nicht entscheidet der Sporttest bei der Aushebung. Mit dem neuen Test brauchst du minimum 105 von 125 Punkten. Ich glaube für MP-Grenadier noch mehr.

Mit 80 Pkt. bekommst du schon ein Sportabzeichen....

Vielleicht haben Sie es schon wieder geändert weiss es nicht. Auf jedenfall wurden damals 5 verschiedene Sachen geprüft bei denen mal je 25 Pkt. holen konnte.

Dazumals haben Sie Rumpfkraft getestet. Wie Liegestützposition nur auf den Ellbogen und dann im sekundentakt einen Fuss abwechselnd heben. Ich kenn die Tabelle nicht auswendig aber ich glaube ich hatte 3min. damals. Hatte im RUmpfkraft immer das beste Ergebniss. (Da war ich glaube ich "sehr gut" also irgendwas zwischen 20 und 25 Pkt.)

Balance-Fähigkeit: Auf ein stehen solange wie möglich. nach ca. 30 sekunden (augen schliessen) wieder nach einiger Zeit den Kopf nach oben heben.

Wir mussten auch einen Medizinball soweit wie möglich schiessen. Hockend auf einer Bank und angelehnt an einer Wand. Wir durften den Rücken nicht von der Wand nehmen (mussten mit Schulterblättern einen kleinen Tennisball einklemmen) und dann mit beiden (leider nicht einarmig) den schweren Ball werfen.

Standweitsprung: Ein Genügend gabs ab 2.10m einer kam sogar irgendwas mit 3 Metern :shock:

Dann gabs noch den Ausdauertest:

Tandemlauf immer hin und her zwischen 2 Punkten rennen, wobei ein nerviger Piiepton die Geschwindigkeit vorgab, der immer und immer schneller wurde... War wirklich der anstrengendste Teil

Diese 5 Tests gabs während meiner Aushebung. In der RS selbst, gabs noch den 12minuten Lauf, Stangenklettern, die Kampfbahn, einen Postenlauf, 10km Lauf. Achja einmal hatten wir einen OL :roll:

Naja es gibt viele die sich schon im vorraus informieren und auf ebendiese Diszipline hin trainieren! Ist logisch das eben diese Personen eher ihre gewünschte Truppengattung erreichen. Informier dich doch auch?

Und wenn du dich wirklich bei den Grenis wohlfühlen solltest und weitermachen willst, denk dran du wirst in den resten 7 Wochen ausgewählt (bei mir wars so, aber in letzter Zeit hat sich vieles geändert).

Bei mir in der RS war es grösstenteils so dass der grösste teil der "Führer Rechts" weitermachten.

-> Ein "ämtli" um den Zugführer zu unterstützen. Er bekommt Info von ihm und gibt sie weiter, ist verantwortlich für verschiebung, meldet den Zug bzw den Bestand von ihm und ist zB Ansprechpartner seiner Kollegen und legt dem Zugführer anliegen des Zugs vor... Wenn du als Führer Rechts schon ausgewählt wirst, und gute arbeit machst, dann wirst du sehr, sehr wahrscheihnlich ausgewählt werden. :wink:

Son kleiner Tipp meinerseits.

Achja, mach dich als Führer Rechts nicht unbeliebt, wenn du zu autoritär erscheinst. Sonst hast dus wirklich verspielt. (Hatte einmal so einen Fall, da sperrte sich nach einer gewissen Zeit der Zug gegen den Führer Rechts, das war nicht schön anzusehen...)

Hoffe konnte helfen :wink:

 
Wenn schon im Feld, will keinen Bürojob.

Wie gehen denn die Instruktoren mir den Rekruten so um? Hast du Band of Brothers gesehen?

Ich meine Maj. Winters zB. war ein Führer der nicht laut herumgeprüllt hat. Sondern der respektvoll mit seinen Jungs umging.

Oder so wie oft in anderen Filmen, wo der Chef nur rumbrüllt und auf deutsch ein Ar*** ist?

Wir haben denn Tandemlauf mal in der Schule gemacht, hatte ohne Training 12.31 min.

Ich denke wenn ich denn Regelmässig übe sollte ich bis am Schluss mithalten können.

An den Muskeln muss ich warscheinlich noch trainieren. Bin eigentlich nicht sehr breit gebaut.

Wie wird man "Führer Rechts?" Denke dass das ja viele werden wollen.

Was ist eigentlich der grosse unterschied zwischen Füsseln und Grenis?

Beide haben ja die Kampfausbildung.

Und danke viel mal, für die Zeit die du dir nimmst.

Es ist wirklich toll wenn man jemand fragen kann, der da einen Einblick hat.

Danke viel mal.

 
Wie ein Instruktor mit seinen Jungs umgeht, das muss er selber wissen und für die höheren Kader ist es eigentlich egal, wie ein Instruktor oder Gruppenführer mit seinen Leuten umgeht, solange der Auftrag erfüllt ist.. solange es eben funktioniert.

Armee 61 war damals noch recht autoritär ausgerichtet. So richtig wie man halt eine harte Armee sich vorstellt, aber heute... Naja. Bei den Kampftruppen ist halt immer noch "Fig" angesagt.. Drill halt. Aber ist schon einiges "sanfter" als zur Armee 61.

Ich hatte während der RS noch nen Instruktor von der alten Schule = richtiges Arschloch! In der Kaderschule aber nen richtig coolen Typen als Instruktor! So wie man sich halt nen guten Führer vorstellt. (Vorallem einen guten Ausbilder - Was Ausbildungsmethodik anging konnte ihn vermutlich niemand schlagen. Ausserdem hatte er eine gesunde Portion Humor)

Heutzutage wird einem beigebracht, dass man seinen eigenen Führungsstil hat. Rumscreien kann ehrlich gesagt jeder, aber Führen und die Loyalität und Respekt seine UNterstellten gewinnen kann nicht jeder.

Führen ist keine Arbeit sondern meiner Meinung nach eine Lebensweise bzw -einstellung.

Man ist nunmal ein Vorbild und so soll man sich auch Verhalten. Man muss es den Rekruten nun mal vorleben bzw vormachen. Liegestütze, rennen, kampfrolle in den Dreck oder Schuhe putzen? Nur weil man Kader geworden ist heisst das nicht das man es nicht mehr machen muss. Einige halten nicht viel davon (Kader) Aber ich habs gemacht.

Ich hab immer gesagt "kommt!" und nicht "geht!" Auf Verderb und Gedeih war ich halt bei den Jungs. "Wachtmeister warum sind Sie den so dreckig? Ja wissen Sie Hauptmann, ich hatte halt einen arbeitsreichen Tag!" :lol:

Aber manchmal muss man schon rumschreien. zB während einer Durchhalteübung, bei der jeder nur noch schlafen will, selbst wenns im Regen, Schnee, bei Hunger oder gar im Stehen sein sollte!

Vorallem bei einer Retablierung wird es dann so richtig mühsam.

Führer Rechts

In meiner RS damals, hat sich genau einer dafür gemeldet und die anderen haben sich ehrlich gesagt davor gedrückt oder hatten kein interesse daran.

Wenn du dich früh genug meldest wirst du im normalfall genommen. PS: Nö ich war nicht Führer Rechts und hab trotzdem weitergemacht. Also wenn dus nicht werden solltest nicht verzagen!

Füssel vs Grenis

Unterschied? Einfach gesagt, Füssel sind Allrounder, die können vieles was die Kampfausbildung betrifft und sind vielseitig einsetzbar.

Grenis sind Spezialisten und etas dumm gesagt Kanonenfutter. Weil Sie eben Kanonenfutter sind (anscheinend ist die durchschnittliche überlebensrate 34 sek. weil sie an vordersten Front sind) ist ihre Ausbildung umso härter!

Es gibt verschiedene Arten von Grenis, Panzergrenadiere, Militär-Polizei Grenadiere usw (Bin kein Greni, kenne also nicht alle Typen)

Wenn du eher jemand bist der auf dem Felde seine Jungs ausbilden ist (Auch im Pisswetter) dann wird Wachtmeister und später evtl Adjudant Unteroffizier in der BUSA :wink:

Aber all die GRade und funktionen werden dir in der RS zu genüge erklärt wenn du nachfragst :wink:

Tipp: Wenn du deine Kampfstiefel bezogen hast (im Normalfall kriegst du die nach der Aushebung) lauf die Dinger guut ein. Mit gut meine ich sehr gut. Am besten täglich statt den normalen Paar Schuhe.

Nicht (gut) eingelaufene Kampfstiefel während den Märschen kann zum Horrorerlebnis für deine Füsse und Wadenmuskeln werden.

Und danke viel mal, für die Zeit die du dir nimmst.Es ist wirklich toll wenn man jemand fragen kann, der da einen Einblick hat.

Danke viel mal.
Keine Ursache, man hilft gerne motivierte Leute.

lg Weichmaster

 
Ok, ich würde es bestimmt auch eher so wie du machen.

Ich denke dass es für die Rekruten nicht hilfreicher ist wenn der Vorgesetzte nur rumbrüllt und selber den Arsch nicht bewegt.

Im Gegenteil, so nimmt man ihnen auch die Freude am Militär.

Bei welcher Truppe bist den du?

Bist du Instruktor?

Weil du schreibst dass du auch ausbildest.

Ich muss, nein besser gesagt ich darf am Montag an den Orientierungstag nach Bern.

Da werden mir hoffentlich auch noch einige Fragen beantwortet.

Sollten die Grenadiere nicht länger überleben?

Sie haben ja viel die härtere Ausblidung.

Bei den Füsseln, wo es unmotiverte und solche hat die einfach müssen, geht man doch viel eher drauf, oder nicht?

 
Ne bin kein Instr. aber Wm von Grad (Wachtmeister sprich Gruppenführer). Hatte bei der Aushebung zwar um die hundert Punkte für den Grenadier reichte es dann aber doch nicht und zu den Füssel wollte ich nun echt nicht.

War bei den Rettungssoldaten und hatte das Glück einiger Rettungseinsatzes. Vorallem aber überschwemmungen (zB: Herbst 2007) Oder der Waldbrand im Wallis.

Ich kenne aber viele die sind Instr und konnte also viel über das Thema aus erster Hand erfahren. Und auch Wachtmeister müssen ausbilden können! Instr sind Spezialisten haben auch die dementsprechende Erfahrung oder Prüfungen gemacht um ihre Spezialgebiete ausbilden zu können.

Grenadiere sind sicher besser ausgebildet aber Füssel sind viel mehr. Grenadiere müssen in den meisten Fällen angreifen/stürmen und nicht beschützen. Deine überlebensrate sinkt nun mal, wenn du ein Gebäude stürmen sollst das von Infanteristen beschützt ist (Besonders fies, die Wärme und Nachtsichtgeräte :evil: )

Was den Gruppenzusammenhalt angeht ist der bei den Grenadieren definitiv besser. Sind schliesslich alles Leute die sich freiwillig auf das Abenteuer einliessen! :wink:

PS: Ich war ZM bin es aber nicht mehr. Musste wegen einer Beinverletzung aufhören. überlege mir aber ob ich wieder zurück soll. Seit Nef Chef Armee ist scheint sich einiges geändert zu haben, also ich kann nicht garantieren, dass alles heute gleich ist, wie zu meiner Zeit :!:

 
Aha, wie ist das mit den Graden?

Muss man da Kurse besuchen um einen höheren Grad zu bekommen?

Da werden die Anforderungen doch immer höher.

ok, das schreckt mich aber doch nicht ab zu den Grenis zu gehen, wenn ich überhaupt hinkämme.

Kann man eigentlich Zeitmilitär auch unbefristet machen?

Also nicht nur ein Jahr sondern quasi richtig als Beruf?

Danke schon jetzt für die Anwort :D

 
Wenni di wär würdi zersch mau d RS mache, we de fröid hesch und qualifiziert drzue bishc machsch wiiter, Wm näme si ehh jede wo mau siet dasr wott und chlei inträsse zeigt und wenns dir sehr guet gfaut machsch lefti

und we d das mau gmacht hesch, d hesch d geng no gnue zyt zum bruefsmilitär i ds oug ds fasse, du bisch nonid emau ar ushebig gsi, überleg dir gschider zersch was fürne Funktion wosch.. dr räscht chunt d scho

 
Kurze Frage.Was willst du schlussendlich werden? Instruktor und Grenis ausbilden und den zukünftigen Rekis in den Arsch treten oder lieber was kopflastigeres machen?

Einfacher gesagt willst du auf dem Feld arbeiten mit deinen Jungs (zB Ausbilden) oder eher organisatorisch tätig sein? (Mehr Büro und Organisieren)

ICh muss jetzt hier mal was loswerden lieber Weichmaster!!!! :evil:

Denn zukünftigen Rekis in den Arsch tretten???

Ich glaube DU HAST ENTSCHEIDENDES VERPASST

in dieser sogenannten Unteroffiziersanwärterschule!

Es geht als Grfhr darum ein TEAM zu formen und die Jungs so hinter sich zu versammeln, dass SIe dir in den TOD folgen!

So wie du über die Unterstellten redest denke ich dass DU der ERSTE Tote deiner Gruppe wärst!!! :twisted:

Wird "Friendly Fire" genannt (get it?)

In deinem Verhalten und deinen Aussagen wird meine Meinung zu den neuen Kaderselektionverfahren (wiedermal) bestätigt.

Es kann einfach nicht sein dass Jemand Unteroffizier (oder gar Of) wird ohne selbst je eine gesammte RS gemacht zu haben!!!

Und den Psychotest bei (selbstnochgrünehinterdenOhren) Psyochlogiestudenten absolvieren!!!

So kommen eben so Oberpflöck ohne die geringste Wertschätzung für seine Untergebenen raus! :cry:

Da könnte ich heulen

Und eines kann ich Dir sagen :evil:

PASS AUF WAS IN DEINEM RÜCKEN LÄUFT
 
Hallo ZusammenWie sieht das mit der Militärkarriere aus, wenn ich die Obligatorische Schule und einen Lehrabschluss habe?

Habe mal gehört um Berufsmilitär zu werden muss man mindestens die Matura oder so was haben.
Dann sind wir ja schon zwei.

Das selbe frag ich mich auch! Würd gern zeitsoldat werden und hät ger ein paar informationen über den Berufsweg und das erforderliche Abschlusszeugniss/Matura!

Danke

 
Hier steht zwar viel geschrieben, aber draus komm ich da nicht!

Also:

Ich würd gern zum Militär, kenn aber den Berufsweg nicht!

Was verdient man beim Militär, ohne Matur?

Soll ich eine machen oder nicht? Mal nur auf meine Militärische Laufbahn bezogen!

Welche Ränge bekommt man ohne Matur und wie ist das Einkommen?

Bin zwar nicht am Geld interressiert, aber finde das man in der heutigen Zeit

darüber bescheid wissen sollte!

Danke für eure Antwort! LG Max

 
Was ist dein Ziel?Es gibt in der heutigen Armee folgendes zu unterscheiden:

Berufsmilitär und Zeitmilitär.

Aber um Wachmeister (Unteroffizier) Fourier, Feldweibel (Höhere Unteroffiziere) oder Leutnant (Offizier) oder Quartiermeister (Grad = Leutnant ist aber kein Zugführer sondern sozusagen Chef der Fouriere) zu werden musst du keine Matura haben. (Eine Lehre reicht völlig aus)

Ob du dabei eine Kaderausbildung bekommst entscheidet sich für gewöhnlich in den ersten 7 Wochen (Je nach Truppengattung verschieden).

Kaderschulen haben neu das FUM eingeführt. Führungsausbildung der unteren Milizkader. Diese sind zivil anerkannt und kann sie zertifizieren assen (schlussendlich kann man sich zum Führungsfachmann ausbliden... aber ist extrem schwer)

Hast du die Kaderschule mit dem Praktikum absolviert kannst du Zeitmilitär werden!

Es heisst deshalb Zeitmilitär weil der Vertrag (Arbeitsvertrag) auf Zeit ist. Für gewöhnlich auf 1 (ein) Jahr begrenzt. Nach einer Probezeit von 3 Monaten kannst weder du noch dein Vorgesetzter dich rausschmeissen noch kündigen.

Wärend dieser Zeit wirst du wieder ausbildungen machen und Qualifikationen erteilt bekommen (Bewertung deines Chefs) Diese Entscheiden dann ob du den Vertrag nahtlos verlängern kannst.

Jetzt zum Berufsmilitär:

Berufsmilitär bezeichnet man Kader, die eine weitere höhere Kaderschule besucht haben.

Als Unteroffizier kann man die BUSA (BerufsUnteroffiziersSchule der Armee) besuchen. Sie ist in Herisau und wird zum Adjudant Uof ausgebildet. Die Ausbildung dauert 2 Jahre. Hier geht man an die körperlichen und psychischen Grenzen des Menschen. Man lernt auch Englisch und Französisch. Sowie Führungsmethoden, Führungspsychologie etc und VORALLEM Ausbildungsmethodik. (Auch hier wieder FUM und kann sich Zertifikate holen - Wenn alles glatt geht wird man ziviler "Erwachsenerausbilder")

Man geht nach Schweden um mit unseren Kollegen dort erfahrungen auszutauschen und übungen durchzuführen. (Schweden sehr erfahren in (zB) Wachtdienst) Ach und der Sport in Herisau ist Mord. Wisst ihr wo Herisau liegt? steile Bergen, nichts als Bergen...

wenn man die BUSA überstanden hat ist man ne Kampfsau.

Für Offiziere (Leutnant, Oberleutnant) kann man an die MILAK (Militär Akademie). Die MILAK ist ein Teil der ETH Zürich und um an der ETH studieren zu können muss man eine Matura haben!

Es gibt mittlerweile versch. Modelle wie man zum beispiel mit einer Berufsmatura hineingelangt aber dies kostet Zeit.

Die MILAK dauert mit allem drum und dran 4 Jahre! Dabei studiert man grösstenteils und mit der Berufsmatura Variante kann es bis zu 6 Jahre dauern bis man den grad eines Hauptmanns bekommt.

hoffe konnte dir einen kleinen Einblick erschaffen?

lg Weichmaster :wink:
Naja, nicht übertreiben gell;)

 
Mit Grenzen (in der BUSA) meine ich Dinge wie 100km Marsch, Velofahren (alte Velos mit 1 wenn Glück 3 Gänge und Gepäckträger vorne) den Berg hinauf (Mit Berg mein ich Berg und keine "Jurahügeln") Rettungsschwimmbrevet machen, Wachtdienst a la Capture the Flag, Joggen, Kälte ausharren. Natürlich noch Bergläufe, Eilmärsche mit unbequemer Schutzweste.Kälte - Anfangs bist du im WInter in nem Zelt im Schnee eingebuddelt und frierst wien Schwein. Dann kommen die Instruktoren und fragen mit nem warmen Bouillon in der Hand wies dir geht (den warmen Trunk trinken sie türlich vor deinen Augen)

Oder du musst über eine "Schlucht" auf einem Seil mit Vollpackung "hangeln" um etwas essen zu bekommen. Gab schon mal einpaar die 3 Tage nichts assen.

(Wenn Sie es nicht geschafft hätten wären sie rausgeflogen)

Man fliegt nicht sofort raus man wiederholt den Kurs einfach nochmal mit ner anderen Klasse (Man wiederholt eine Schulklasse im Prinzip)

Es gibt DInge da ist die Ausbildung zum Fallschrimaufklärer härter, aber die BUSA geht vorallem an die psychischen GRenzen.

Beispiel: 50km Marsch. Wenn du es schaffst den Kopf auszuschalten dann spürst irgendwann deinen Körper, bzw deine Schmerzen gar nicht mehr. denn ab einen bestimmten Pkt wehrt sich dein Körper gegen den Schmerz und pumpt körpereigene Drogen (Endorphine) in deine Blutbahnen.

Beim 50km Marsch kann ich mich noch daran erinnern, dass ich das letzte Stuck mit der Packung meiner Kameraden vorrausgerannt bin um dann wieder zurück zurennen und den anderen zu helfen. (Körpereigene Drogen sei dank)

Aber ich kann mich ABER auch sehr gut an den nächsten Tag erinnern... jeder schritt war ne Qual und habs richtig bereut gerannt zu sein

:lol:

Zum Sport (in BUSA - kenn das MILAK nicht) man muss schon sportlich sein, aber kein spitzensportler! Wie gesagt vieles hängt von der Psyche ab.

Wenn man nicht raucht, schwimmt und regelmässig joggt oder eine andere Sportart ausübt kann man es schaffen. Ausserdem wird man in der BUSA nicht überfordert sondern gefordert. Sprich man kann immer noch innerhalb BUSA sportlicher werden!

Als Zeitmilitarist (ZM) hat man die FUnktion zu der man ausgebildet wurde.

Wachmeister - ist Gruppenführer (Gruppe für gewöhnlich um die 8 Mann stark. hatte schon 18....). Führt die Gruppe, bildet Rekruten/Soldaten in ihrer Funktion aus und führt übungen mit ihnen durch.

Dazu gehören Lektionenpläne anfertigen, Vorbereitung der Lektion (Erkunden der Ausbildungsplätze) bestellt notwendiges Material für Lektion oder übung (hört sich zwar dämlich an, aber auch Fahrer können bestellt werden)

Leutnant - Zugführer (Zgfhr) Ein Zug ist für gewöhnlich um die 30 Mann gross und besteht aus 3 Gruppen (hatte aber schon 50!). Führt den Zug, plant wochenpläne. Nicht so viel draussen auf dem Feld wie der Gruppenführer, hat noch zusätzliche organisatorische Aufgaben.

Macht zB die Zugschule mit dem Zug

Hauptfeldweibel: Chef innerer Dienst auf Stufe Kompanie. Ist dem Kompaniekommandanten unterstellt (normalfall Hauptmann - Berufsmilitär) der "Feldi" regelt den Morgenapell, das Abendverlesen, ist für Zimmerordnung (dazu gehören, Boden, WC, Waschbecken, Bette etc dazu) für das Munitions- und Materialmagazin verantworlich und demnach auch für das Materialfassung und -rückgabe.

Fourier: ist vorallem im Rechnungswesen und Verpflegung verantwortlich. und somit auch CHef KüChe (Küchenchef - Grad: Wachmeister)

Der Zeitsoldat (Gibt kein Berufssoldat. Berufsmilitär sind wie gesagt Kader die eine höhere (und keine MIliz) Kaderschule besucht haben (MILAK odr BUSA) ODER Sie sind Berufspiloten der Armee. Aber die Ausbildung dauert 6 Jahre für die Piloten und sie müssen minimal schon die BMS in der Tasche haben und schon geflogen sein.

Zeitsoldaten sind für gewöhnlich MP-Grenadiere die die Polizeischule besucht haben und für die Territorial Regionen arbeiten

So das wären mal die Zeitmilitaristen gewesen.

Wenn man Adjudant UNteroffizier ist (BUSA abgeschlossen) im Berufsmilitärstatus kann man verchiedene Funktionen haben aber Grundsätzlich ist man Instruktor und für die Ausbildung verantwortlich!

In Bereichen wie, Schiessen, Sanitäts Dienst, Boot,...

Achja apropos Fahrzeuge. Als Zeitmilitarist muss man einen Fahrausweis besitzen. In vielen Fällen muss man zuerst 1 Jahr (minimum) als Zeitmilitär gearbeitet haben damit man überhaupt an die BUSA kann. :wink:
Hast du die BUSA absolviert? Wenn ja, wann? Und was weisst du genau über die MilSich?

Gruss Ricky