Weisheitszähne ziehen während der RS

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Holo

Neuer Benutzer
18. Feb. 2013
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Hallo zusammen

Ich war heute seit längerem mal wieder bei meinem Zahnarzt und er hat mir eröffnet, das ich vier wunderbare Weisheitszähne habe, die er mir empfiehlt zu ziehen, wenn ich meine Spange nicht umsonst getragen haben will.

Nun rücke ich jedoch am 11. März in die RS ein und da die Zähne schon relativ stark verwurzelt sind, muss ich noch zu einem Spezialisten... bis ich da einen Termin kriege für den Untersuch und dann einen für die OP bin ich schon lange Rekrut.

Mir gehts jetzt weniger drum, wer den ganzen Quatsch bezahlen wird, sondern viel mehr was das für mich bedeutet. Nach dem Entfernen der Weisheitszähne hat man für gewöhnlich mal 1-2 Wochen Sportverbot, was wohl so manche Aktivität beim Militär mit einschliesst. Ich habe eine Bekannte, die konnte nach der OP mal für 10 Tage nur noch flüssige Nahrung zu sich nehmen.

Hat da jemand Erfahrung? Wie wird das im Militär gehandhabt.

Und die zweite Frage: Die OP wird nicht von irgendeinem (evtl.) zweitklassigen Militärzahnarzt durchgeführt, nur weil ich mich im Militär befinde. Ich darf das vom Zahnarzt meiner Wahl machen lassen?

 
Hoi Holo

Ich kenne mehrere die wegen Weissheitszähnen Urlaub bekommen haben. Die meisten schauten, dass sie am Freitag zum Zahnarzt konnten und dann direkt nach Hause. Somit hatten sie 2 Tage zum sich erholen. Falls dies nicht reicht brauchst du eine Dispens vom Trp Az.

Für das Urlaubsgesuch benötigst du eine schriftliche Terminbestätigung deines Zahnarztes.

Soweit ich weiss hat das Militär keine eigenen Zahnärzte (mehr), sie arbeiten in Notfällen, wie ausgeschlagenen Zähnen etc., mit zivilen Zahnärzten zusammen.

Die OP wird nicht von irgendeinem (evtl.) zweitklassigen Militärzahnarzt durchgeführt
Es waren zwar keine Zahnärzte, aber die Mil Az die ich kennengelernt habe, sind alle sehr kompetent gewesen! Das heisst also nichts, nur weil sie im Tenü grün sind, dass sie nicht gut ausgebildet sind.

 
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Reaktionen: Womp_Womp und gnägi
- Militärzahnärzte gibt es tatsächlich, die werden dir allerdings keine Weisheitszähne ziehen. Jeder Militärzahnarzt ist auch ziviler Zahnarzt aber nicht unbedingt ein Kieferchirurge (Kieferchirurgen sind übrigens Arzt und auch Zahnarzt)

- Du kannst zum Truppenarzt gehen, ihm das Problem schildern, einen Termin beim Kieferchirurgen deiner Wahl abmachen (vielleicht schon vorgängig) und der Truppenarzt wird dir dein Urlaubsgesuch entsprechend mit unterzeichnen, wenn er auch der Meinung ist, dass der Eingriff unbedingt während der Rekrutenschule durchgeführt werden muss.

- Der Truppenarzt wird dich nach dem Eingriff entsprechend dispensieren, solange er der Meinung ist, dass das Sportverbot noch bestehen soll. Ebenso wird er in manchen Fällen die Fäden ziehen (sofern überhaupt vorhanden) und die Wundnachkontrolle durchführen, es sei denn, dein Kieferchirurge besteht explizit darauf, dies selbst zu tun

- Die Rechnung für die Operation musst du auf jeden Fall selbst bezahlen.

 
- Militärzahnärzte gibt es tatsächlich, die werden dir allerdings keine Weisheitszähne ziehen. Jeder Militärzahnarzt ist auch ziviler Zahnarzt aber nicht unbedingt ein Kieferchirurge (Kieferchirurgen sind übrigens Arzt und auch Zahnarzt)- Du kannst zum Truppenarzt gehen, ihm das Problem schildern, einen Termin beim Kieferchirurgen deiner Wahl abmachen (vielleicht schon vorgängig) und der Truppenarzt wird dir dein Urlaubsgesuch entsprechend mit unterzeichnen, wenn er auch der Meinung ist, dass der Eingriff unbedingt während der Rekrutenschule durchgeführt werden muss.

- Der Truppenarzt wird dich nach dem Eingriff entsprechend dispensieren, solange er der Meinung ist, dass das Sportverbot noch bestehen soll. Ebenso wird er in manchen Fällen die Fäden ziehen (sofern überhaupt vorhanden) und die Wundnachkontrolle durchführen, es sei denn, dein Kieferchirurge besteht explizit darauf, dies selbst zu tun

- Die Rechnung für die Operation musst du auf jeden Fall selbst bezahlen.
Besser hätte ich es selbst nicht beschreiben können.

Am schlausten redest du noch mit deinem Zfhr und erklärst ihm die Sache, sobald du den Termin hast. Normalerweise sind sie relativ einsichtig und nehmen Rücksicht (und sonst hast du immer noch das Dispensationsgesuch vom Arzt).

Wir hatten diese Schule auch jemanden, der sich die Zähne hat ziehen lassen. War gar kein Problem. Er bekam seine zwei Wochen Schonzeit und gut war.

 
Mein Mitgefühl für deine Situation, wenn sich die Wurzel entzündet macht es wirklich keinen Sinn das Ziehen noch aufzuschieben. Meine Versicherung in der Schweiz deckt solche Sachen leider auch nicht ab weshalb ich mich direkt auf Barzahlung eingestellt und eine einfachere Praxis gesucht habe. Um nicht alle einzeln abzutelefonieren bin ich auf eine Arztsuche gegangen und habe die Praxen nach freien Terminen für den aktuellen Tag gefiltert. Ich hatte Glück schnell einen Termin zu bekommen und ein kompetenter Zahnarzt in Birmensdorf übernahm die Extraktion meines Problemzahns völlig ohne Hektik und unnötige Mehrkosten. Konntest du schon ein Schmerzmittel finden um die Zeit bis zum Termin zu überstehen? Schau mal in diese Suchmaschine dort kann man echt schnell eine Praxis mit freien Zeiten für heute finden.
 
wenn sich die Wurzel entzündet macht es wirklich keinen Sinn das Ziehen noch aufzuschieben.
Ansonsten, also falls es sich nicht um sowas wie einen Notfall oder dringlich notwendigen Eingriff handeln sollte, dann wuerde ich dies auf "nach" die RS verschieben, und zwar erst recht, wenn es sich um 4 Zähne gleichzeitig handelt!

Habe selber nur einen Weisheitszahn rausnehmen müssen. Mein Zahnartz begann mir zu erklären, dass es in meinem Fall zu einem sogenannten "Knacken" komme werde, was einen größeren Eingriff bedeuten würde und mit gut 2 Wochen Pause verbunden sei. Dies stellte mich damals vor ein grosses Problem, da ich kurz vor der Abreise in ein tropisches Drittweltland stand, um dort einem 6 monatigen Arbeitseinsatz nachzugehen. Zudem waren die Kosten wie eine unmögliche Summe für meine damaligen finanziellen Verhältnisse. Daher war ich damals wie gezwungen diesen Job zu erledigen, da es sich um gutes Geld handelte und es keinen Spielraum gab, dies irgendwie aufzuschieben. Es gab entweder Antreten oder Absagen, einmalige Situation.

Voller Verzweiflung erinnerte ich mich an etwas was ich mal betreffend "gratis Behandlung" an der Zahntechnischer Poliklinik der Universität Zürich hörte und fuhr ohne weiter zu überlegen direkt dort hin, ging zum Schalter und fragte was, wie, wo...

Zu meinem Erstaunen legte man mir umgehend einige Formulare vor, also etwa "Zustimmungen oder Bereitschaft Erklärungen" betreffend meiner Zusage meine Behandlung zu wissenschaftlichen Zwecken verwenden zu dürfen, sowie paar formelle Details. Dann gings gleich in den Warteraum und bevor ich reagieren konnte, sass ich im Sessel, umringt von einigen wenigen Studenten, sowie einem Professor, der den Studies meinen Fall beschrieb. Alle durften mir ins maul gucken und dann meinte er, dass nochmals etwas genaueres über mich und meinen Fall verstehen wollte. Als ich ihm erklärte was mir mein Zahnarzt sagte, also Knacken usw, sowie ich ihm meine Situation betreffend dem Ausland Job schilderte, reagierte er zuerst in etwa so wie "ohhh!".

Er riet mir eindringlich davon ab, in solch kurzer Zeitspanne nach einem solchen Eingriff, in die besagte Region zu reisen. Als ich jedoch klar machte, dass ich nahezu keine Wahl hatte, wollte er mir nochmals genauer ins Gebiss schauen und veranlasste umgehend eine Röntgenbild Untersuchung. Da kam wieder so eine "ach, ohh" Reaktion und er schmunzelte nur. Er meinte nur, also zu Knacken gibts da nichts, im besten Falle könnte sich dies mit der Zeit sogar von selbst "erledigen". Jedoch sei es in dem gegebenen Zustand oder mit dem aktuellen Befund, nicht mit meinem Reisevorhaben in Vereinbarung zu bringen, da es sich um eine akute Infektionsgefahr handelte, weil es bereits zu einer Zahnfleischgewebe Entzündung im Bereich der Zahnwurzel kam. So meinte er nur, falls ich nach wie vor meine Reise antreten wolle, so müsse durch einen kleinen chirurgischen Eingriff, das entzündete Gewebe rund um die Wurzeln raus schneiden, sowie am besten, einen anderen Zahn ziehen, damit etwas Druck abgebaut werden könnte.

Dem hab ich dann auch zugestimmt, mir wurden Medis gegeben, sowie eine kleine Plastikflasche mit Wasserstoffperoxid, um nach Ankunft im "Busch", regelmäßig die Wunde auszuspülen.

Am Tag vor meiner Abreise ging ich zur Sicherheit nochmals vorbei und der liebe Professor meinte nur, "sieht gut aus, nehmens jedoch noch ein zweites Fläschchen Wasserstoffperoxid mit.

And the rest is history!

Ach, und wie gesagt, alles GRATIS!

also nur mal so zur Info. Ist zwar 30+ Jahre her, aber kostet ja nichts, mal nachzuforschen ob dies immer noch so gehandhabt wird an der UZH. Falls nicht, ein zweites Gutachten kann nie schaden!

Gruss & gute Gesundheit!