RS/Eignungsprüfung Isone Grenadier

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SLeu06

New member
14. Juni 2026
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Sälü Zäme

Im Mai 2026 hatte ich meine Rekrutierung und ich habe es zu meiner Wunschfunktion als Grenadier geschafft. Voraussichtlich werde ich die Winter RS27 machen.
Da dies nun erst ein sehr kleiner Schritt ist, welcher ich geschafft habe, steht mir noch sehr vieles bevor.
Unter anderem ein sehr wichtiger Teil, nämlich die Eignungsprüfung. Für diese EP konnte ich mich zum Glück selber anmelden und habe mich
für diesen Dezember entschieden, da die RS am 18.01.2027 beginnen würde. Nun habe ich noch ein par Fragen zur RS im Allgemeinen aber vor allem zur Eignungsprüfung.

Ich bin seit ein par Wochen am trainieren (hauptsächlich Rumpfkraft, Ausdauer und Kraftausdauer, Klimmzüge und Liegestütze).
Die Übungen welche an der Eignungsprüfung vorkommen sind mir selbstverständlich bekannt, habe ich jedoch noch nicht geübt, da ich zuerst die ''Basics'' sehr gut beherrschen muss.
Nun habe ich noch ein paar Fragen offen, welche für mich unklar sind.

Worauf setze ich am besten den Fokus?
Ich habe schon eine ziemlich gute Ausdauer, da ich schon seit Jahren oft Rennen gehe und an Bergläufen teilnehme.
Auch das Marschieren (auch teilweise Joggen) mit 20kg Gepäck bin ich nun auch am trainieren und konnte schon ziemliche Fortschritte erzielen.
Was mir aber bedenken gibt, sind die Kraftübungen (Liegestütze und Klimmzüge) da schaffe ich gerade so die Grundanforderungen...
Was also ist nun am besten? Da man (wie ich gehört habe) sehr viel marschieren muss, denke ich, ich setze den Fokus weiter aufs marschieren auf längere
Distanzen und erhöre Schritt für Schritt das Gewicht.
Wie sieht es dann aber in der RS aus? Muss man Überdurchschnittlich kräftig sein und macht man sehr viele Liegestützen und dergleichen? Reichen die
Grundanforderungen was Kraftübungen angeht?

Was kommt noch alles an der Eignungsprüfung?
Die Sporttests sind wie gesagt bekannt und diese werde ich noch sehr gut üben. Was ist aber auch noch wichtig an der EP?
Sind die Psychologischen Tests schwieriger als an der Aushebung? Kann man bei der EP durchfallen wenn diese nicht gut sind aber die Sporttests reichen würden?
Gibt es Übungen um sich auf die Psychologischen Tests vorzubereiten?

Was ist wichtig bei der RS?
Ich habe schon von vielen gehört, dass vorallem das Mentale sehr hart ist und man richtig ''gschluchet'' wird.
Jedoch muss ich sagen, dass ich mich darauf sehr freue endlich mal einen anderen Ton zu hören, welcher im Alltag eher selten ist.
Was ist aber sonst noch wichtig? Muss man wirklich durchgehend zu 100% konzentriert sein oder hat man auch Übungen oder Aufgaben,
welche etwas weniger Kopflastig sind?

Falls jemand noch weitere Tipps hat oder allgemeine Erfahrungen aus Isone, würde ich mich freuen
wenn ihr mir diese mitteilen könntet.

Ich wünsche allen eine gute Zeit!

Freundliche Grüsse

Simu


Noch eine kurze Anmerkung:
Wie sieht es aus bezüglich Schwimmen? kommt dies oft vor in der RS oder eher selten? Wie gut muss man das können?
 
Zuletzt bearbeitet:
Sali SLeu06

Ich bereite mich momentan ebenfalls auf die EP vor, habe aber noch etwas mehr Zeit als du, da ich die fliegerische Eignungsabklärung vor der RS absolvieren möchte. Voraussichtlich starte ich mit der RS im Winter 2028.
Vieles kann ich dir deshalb nicht beantworten, bei den Klimmzügen und Liegestützen helfe ich dir aber gerne weiter.

Rein auf dem Papier reicht es, die Grundanforderungen bei Liegestützen und Klimmzügen zu erfüllen. In der Realität werden erfahrungsgemäss aber Wiederholungen aberkannt, wenn sie aus Sicht der Prüfer nicht sauber ausgeführt wurden. Bei den Klimmzügen würde ich deshalb empfehlen, mindestens drei Wiederholungen mehr als das Minimum zu schaffen. Bei den Liegestützen würde ich sogar fünf zusätzliche Wiederholungen als Reserve anpeilen.
Ich trainiere die Liegestütze möglichst so, wie sie meines Wissens geprüft werden: volle Bewegungsamplitude, Brust bis zum Boden, Hände auf dem Rücken zwischen den Wiederholungen usw.
Ich bin eher gross und schwer (1,90 m und 95 kg). Entsprechend sind Klimmzüge und Liegestütze für mich etwas anspruchsvoller, wenn man die Kraft im Verhältnis zum Körpergewicht betrachtet. Das soll aber kein Jammern sein, denn beim Laufen mit Zusatzgewicht habe ich dafür einen gewissen Vorteil.

Ich würde versuchen, möglichst viele qualitativ gute Wiederholungen in dein Training einzubauen und das Muskelversagen nicht jedes Mal anzusteuern. Früher trainierte ich so, dass ich einfach in jedem Satz mein Maximum gemacht habe: ein Satz bis ans Limit, drei Minuten Pause, wieder bis ans Limit und nochmals. Meistens hatte ich im zweiten Satz bereits zwei bis drei Wiederholungen weniger.
Als ich begann, mit etwa 80 % meiner Maximalleistung zu trainieren und verschiedene Varianten einzubauen, machte ich deutlich grössere Fortschritte. Als mein Maximum bei 15 Liegestützen lag, machte ich beispielsweise 12 Wiederholungen, dann nach drei Minuten Pause 10, danach 8 usw. Wenn es zu schwer wurde, vereinfachte ich die Übung mit erhöhten Händen auf einer Bank oder mit Knie-Liegestützen und sammelte so weiterhin Volumen.

Bei den Klimmzügen funktionierte das ebenfalls sehr gut. Ich stagnierte lange bei genau sechs Wiederholungen. Dann trainierte ich mehrere Sätze mit rund 80 % meiner Maximalleistung und ergänzte das Ganze mit Resistance Bands. Anschliessend machte ich noch Australian Pull-ups, zuerst einarmig und danach beidhändig.

Was auch oft vernachlässigt wird, sind Scapula Pull-ups. Wenn die Schulterblattmuskulatur nicht mehr mag, ist bei den Klimmzügen Schluss, auch wenn Rücken und Arme eigentlich noch Kraft hätten. Dasselbe gilt bei Liegestützen für die Schulterstabilität. Deshalb würde ich diese Übungen ebenfalls regelmässig einbauen.
So habe ich mich seit Januar von 3 auf 27 Liegestütze und von 0 auf 8 Klimmzüge gesteigert.

Ich drücke dir die Daumen für die EP und die RS! Es würde mich freuen, wenn du hier im Forum gelegentlich von deinen Erfahrungen berichten würdest.

Gruss
 
Sälü Soldatschoggi

Vielen Dank für deine hilfreichen Tipps!
Das mit den 80% war mir noch gar nicht bekannt, macht aber sehr viel sinn habe ich bemerkt 😅.
Bei mir war nämlich auch das Problem, dass ich ebenfalls beim zweiten Satz bei den Klimmzügen ganz knapp die selbe Anzahl erreichte, meistens aber auch 1 oder sogar 2 weniger und bei den Liegestützen sowieso.

Gestern habe ich dies nun getestet und habe so viel mehr Sätze geschafft und ich habe jetzt viel mehr Motivation für Kraftübungen bekommen, da ich sonst viel lieber Marschieren und rennen gehe... Danke auch für die anderen Pull-ups Übungen usw. das bringt auch noch mehr Abwechslung mit ins Training und macht so auch mehr spass😉.

Gerne Berichte ich von meinen zukünftigen Erfahrungen.

Ich Danke dir und wünsche dir ebenfalls das Beste für die kommende Zeit!

Lg und bis auf ein Andermal.
 
Ciao!

Du hast viele Fragen, ich versuche die mal etwas systematisch zu beantworten:

Welchen Fokus sollst du setzen: Den Grenadier zeichnet es aus, ein guter Allrounder zu sein. Kraft sowie Ausdauer sind wichtig, aber die meisten Verletzung entstehen bei zu wenig abgehärteten Gelenken, da man sehr viel auf den Beinen ist. Mit Bergläufen und steigendem Gewicht bist du bestens gerüstet. Und nein, man muss nicht überdurchschnittlich kräftig sein, glaube mir, man sieht mir nicht an, dass ich Grenadier bin.

Für die EP: Am Schluss musst du haargenau die Tests der EP bestehen, fehlt dir ein Punkt bist du raus. Keine Ausreden. Trainiere deshalb mit genügend Reserven, die Ausführung wird penibel kontrolliert. Zu den psychologischen Tests: Der Sinn an einem psychologischen Test ist ja genau, dass du dich nicht vorbereiten kannst, da es kein richtig oder falsch gibt. Das einzig falsche ist, wenn man etwas vorgibt, was man nicht ist. Das fällt auf und wird aussortiert. Zeige dich motiviert und interessiert an der Aufgabe und das klappt.

Was ist wichtig in der RS: Mental ist es so: Du bekommst für die kleinsten Dinge ständig ein direktes Feedback, und die meisten Leute hören ungerne, dass sie etwas schlecht gemacht haben. In Isone kommt diese Kritik unverschönt und direkt, das sind sich halt viele aus dem „zivilen“ nicht gewohnt. Sei kein Arschkriecher, der nur dann Gas gibt, wenn es etwas zu holen gibt. Gib auch dann alles, wenn es um Kameraden oder vermeintlich einfache Aufgaben geht. Zum Kopflastigen, die innere Leere in deinem Kopf bei einem mehrstündigen Nachtmarsch ist das Gegenteil von kopflastig, aber freue dich auf diese Erfahrung ;)

Zum Abschluss der einzige Tipp, den du brauchst: Trainiere bis zum Limit, und darüber hinaus.