Petition "Funktionswechsel für motivierte Soldaten ermöglichen"

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tobi8208

Member
22. März 2022
13
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In der Schweizer Armee wird die Funktion eines Soldaten bei der Rekrutierung festgelegt – basierend auf Testergebnissen und Bedarf. Dieser Entscheid ist in der Praxis endgültig. Selbst wenn Soldaten später ihre Motivation, Fitness und Fähigkeiten deutlich verbessern, haben sie später keine Möglichkeit mehr, in eine anspruchsvollere Milizfunktion zu wechseln. Dadurch bleibt vorhandenes Potenzial ungenutzt.

Das ist ineffizient und kontraproduktiv. Es braucht dringend Regelungen, die Funktionswechsel in anspruchsvollere Funktionen für motivierte Soldaten ermöglichen, denn:

  • jedes Jahr brechen tausende Rekruten die Rekrutenschule (RS) vorzeitig ab. Insbesondere weisen körperlich anspruchsvolle Truppen wie z.B. Infanterie oder SK die höchsten Abbruchquoten auf. Entsprechende Gesetzesänderungen würden es ermöglichen, dem Rückgang der Bestände in diesen Truppengattungen entgegenzuwirken. Kampftruppen sind die wichtigsten Einheiten jeder Armee. Gleichzeitig sind dies jene Teilstreitkräfte, die den undankbarsten und härtesten Auftrag übernehmen - dem Feind direkt gegenüberzustehen. Im Ernstfall braucht es genügend Freiwillige, welche den «Drecksjob» übernehmen wollen und können.

  • die aktuelle globale Sicherheitslage ist angespannt und besorgniserregend. Aufgrund dieser unberechenbaren Dynamik kann die Schweiz jederzeit in eine Krise involviert werden und benötigt engagiertes Armeepersonal. Motivierte junge Männer und Frauen, deren Loyalität auf Überzeugung von unseren Werten basiert, sind das Rückgrat unserer Armee und sind - anders als Ausrüstung - nicht käuflich. Es ist die Pflicht der Armee, sich für motiviertes und fähiges Personal einzusetzen.

  • das Fähigkeitsspektrum jedes Menschen ist dynamisch und keinesfalls konstant. Deshalb sind die Tests an der Rekrutierung lediglich eine Momentaufnahme. Das Militär muss flexibel und bereit sein, die Funktion eines AdA an dessen Leistungen und Anforderungen anzupassen.

  • die Milizarmee umfasst über 100 unterschiedliche Funktionen, von welchen alle einen unterschiedlich hohen Einfluss auf die Verteidigung haben. Das Tätigkeitsfeld einiger Funktionen wie Betriebssoldat, Küchenlogistiksoldat, Büroordonnanz etc. spielt sich in der Kaserne oder in der Küche ab, weit weg vom Geschehen auf dem Feld und lassen sich zum Teil mit zivilen Tätigkeiten vergleichen. In der Praxis gibt es immer genügend Armeeangehörige, die diese Aufgaben übernehmen wollen. Wer jedoch bereit ist, seine Leistung zu steigern und von einer solchen Funktion in eine anspruchsvollere zu wechseln, mehr Verantwortung und fordernde Aufgaben zu übernehmen, generiert einen Mehrwert für die Armee und soll eine zweite Chance erhalten.

Mit einer Petition an den Chef des VBS, Bundesrat Martin Pfister, möchten wir auf dieses Problem aufmerksam machen und fordern adäquate Gesetzesänderungen, welche einen Funktionwechsel für motivierte AdA und eine damit verbundene Ausbildung (zweite RS) ermöglichen.

Bist auch Du dieser Meinung? Dann unterstütze diese Petition mit deiner Unterschrift (dauert nur 30 Sekunden) und teile sie mit deinem Umfeld! Vielen Dank!

Link zum Online-Petitionsbogen: https://act.campax.org/petitions/mo...nswechsel-fur-motivierte-soldaten-ermoglichen

Persönliche Erfahrung zum Thema: https://www.armeeforum.ch/threads/a...muss-rs-als-betriebssoldat-absolvieren.88632/
 
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Komplexes Thema.

In der Motivation teile ich deine Gedankengänge. Wenn man mit 18 als Logistiksoldat eingeiteilt wurde, warum sollte man mit 23 nicht doch noch Grenadier werden können. Gerade in dieser Lebensspanne kann sich vieles noch verändern.
Auch ich würde sicherlich gerne nochmals das Militär aus einer anderern Funktion heraus erleben.

Entgegen der Meinung vieler würde ich auch nicht sagen, dass das Geld hierbei das grösse Problem ist, weil es zu teuer sei, eine zweite RS zu finanzieren. Die RS wird so oder so drüchgeführt, ob zwei Soldaten mehr oder weniger spielt keine Rolle.
Wenn man auch den Vergleich zu anderen Armeen wagt wie bei unseren Nachbarn in der Bundeswehr ist es dort nach der Grundausbildung problemlos möglich verschiedene Lehrgänge zu besuchen, um seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Die Schweiz gibt weniger als 1% des BIP für die Verteidigung aus (https://www.vbs.admin.ch/de/finanzierung-armee), da wäre also genug Luft nach oben.

Ich denke das Problem liegt in der tiefen Indentität unserer Armee. Wir sind eine Miliz. Generell erlenren wir eine Funktion in der Rekrutenschule und dienen in Form von WKs in dieser einmal erlernten Funktion unserem Land. Da der Bedarf an Funktionen auch zentral durch die Rekrutierungszentren gesteuert und abgedeckt werden (wir denken zurück an die Listenplätze).
Wenn man halt noch Küchenlogisitksoldaten braucht, wird das so zugeteilt, weil generell besteht kein Recht auf eine gewisse Funktion.

Ich denke, was "uns Motivierten" tatsächlich ein Bisschen fehlt in der Schweiz ist das Soldat Sein als Beruf.
Es gibt - ausser in den Spezialkräften - keine Berufssoldaten in der Schweizer Armee.

Warum soll ich zwei Rekrutenschulen in zwei verschiedene Funktionen als Milizsoldat machen?
Leiste ich dann auch zwei WKs pro Jahr, oder nur einen? Wenn ja, in welcher meiner Funktionen?
Vor allem wiederhole ich den AGA Stoff in den ersten 6 Wochen nochmals und Langweile mich, oder steige ist erst ab der FGA ein?

Ich sage ganz offen warum mich momentan der Weg ins Berufsmilitär nicht sehr reizt: Weil fast alles nur Bürojobs sind.
Entweder bist du Berufsoffizier oder Berufsunteroffizier, beide sitzen aber den größtenteil ihrer Zeit im Büro, planen, organisieren, führen Rapporte und sind wenn nur für Inspektionen auf dem Feld.
Oder wie oft seid ihr einem BM aktiv auf dem Feld begegnet, wenn es keine Inspektion gab?

Sich selbst als Soldat, sein Können, seine Leistung und seine Fähigkeiten verbessern, ist in unserer Milizarmee nur sehr schwierig, da das ganze System darauf ausgelegt ist, dass wir alle eigentlich nur "Bürger in Uniform" sind.

Daher unterschreibe ich persönlich auch nicht.
Der Gedanke gefällt mir, aber ich denke, dass es mit einer zweiten RS nicht getan ist, um einerseits unsere Verteidungsfähigkeit zu stärken UND andereseits uns "Motivierten" tatsächlich etwas Wahres zu geben

Kameradschaftliche Grüsse
 
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Vielen Dank für deine ausführliche und reflektierte Rückmeldung.

Ich dir stimme dir zu: Die Armee hat für jede Position einen fixen Bedarf und eine vorgegebene Menge an benötigtem Personal. Würden viele AdA ihre Funktion beliebig wechseln, dann würde dies zu einem Ungleichgewicht der Belegungen dieser Positionen führen.

Andererseits, angenommen es wäre möglich, seine Funktion nach einer bestandenen RS wechseln zu dürfen. Es stellt sich die Frage: Wie viele AdA würden tatsächlich einen solchen Wechsel wagen und eine zweite RS inkl. WKs absolvieren wollen? Man bedenke, wir sind ein Land mit Wehrpflicht. Die meisten AdA sind froh, nach bestandener RS endlich wieder in das zivile Leben zurückzukehren. Insbesondere würde ein Grossteil aller Diensttauglicher auf freiwilliger Basis ohnehin keinen Militärdienst leisten, geschweige denn eine zweite RS antreten. Es ist daher anzunehmen, dass eine verschwindend geringe Anzahl an Interessierten von einem solchen Recht gebrauch machen würden.

Genau darin sehe ich den Punkt: Wenn einzelne motivierte Soldaten bereit sind, mehr zu leisten und in Funktionen mit Personalmangel zu wechseln (z. B. Infanterie oder Grenadiere), entsteht daraus ein klarer Mehrwert für die Armee.

Die Petition versteht sich deshalb bewusst als erster Schritt. Sie soll die bestehenden gesetzlichen Schranken für eine kleine Gruppe motivierter AdA öffnen. Wie die konkrete Umsetzung aussieht – etwa hinsichtlich infrage kommende Funktionen, Neurekrutierung und zweiter RS – müsste im Detail geprüft und geregelt werden.

Ich verstehe deinen Standpunkt aber gut und respektiere deine Entscheidung. Danke dir für den konstruktiven Austausch.


Kameradschaftliche Grüsse
 
Je suis d'accord avec plusieurs des points. J'ai également fait une fonction que je ne désirais pas au départ, au recrutement je souhaitais être soldat de char, le colonel a dit que j'étais trop grand. Pendant l'UOS des camarades charistes m'ont dit qu'ils avaient eu 2-3 camarades pendant la RS qui ne voulaient pas faire cette fonction et ont tout fait pour devenir betriebssoldaten, alors que moi c'était mon rêve d'être à leur place.
Je suis actuellement sergent (fhr st sdt) et espère plus que tout pouvoir grader comme lieutenant au sein d'une autre fonction (pz gren bes), ce serait le seul moyen pour moi de poursuivre ma carrière militaire dans autre chose que la fonction qui m'a été attribué de base contre mon gré.
 
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