Die Freiheit zu Dienen

AuroraCalm
Premium Schlaf-App

Dein Abend
gehört dir.

Timer, sanfter Wecker & adaptive Klänge für iPhone, iPad & Apple TV.

7 Tage gratis testen
Danach CHF 3 / Monat
AuroraCalm Apple TV
AuroraCalm
Apple TV

Der grosse Bildschirm schläft mit.

7 Welten. Immersiver Schlaf auf Apple TV.

Gratis testen
CHF 3 / Monat
AuroraCalm Welten
7 Handgefertigte Welten

7 Welten.
Jede Nacht
anders.

Generativ. Fotorealistisch. Basierend auf Schlafforschung.

7 Tage gratis testen
Danach CHF 3 / Monat
AuroraCalm Klänge
Generative Audio

Stille, die
sich anfühlt.

Dein Gehirn hört auf zu denken. Dein Körper erholt sich.

7 Tage gratis testen
Danach CHF 3 / Monat

oibaf

Well-known member
27. Feb. 2023
139
94
29
Geschätzte Kameraden

Im April 2025 absolvierte ich nach RS, UOS, OS und DD nach 95 Wochen am Stück meinen letzten Diensttag.
Seit dem habe ich meine militärische Dienstpflicht erfüllt und befinde mich nun ofiziell in der Reserve bis zu meiner Abrüstung in 3 Jahren.
Ich kam mit 19 ins Militär und wurde mit 21 entlassen, also knapp 10% von meiner Lebenszeit habe ich in Uniform verbracht und das tat mir seit dem immer sehr weh zu wissen, dass ich - in einer Miliz Armee - in der Form nie mehr zurückkehren kann.
Warum ich kein Kompaniekommandant machen möchte habe ich bereits in meinem Blog: "Meine Erfahrung als Oberleutnant" erläutert und Berufsoffizier habe ich aus ähnlichen Gründen eher weniger in Perspektive.
Daher war ich seit November 2025 immer weider auf der Suche nach ZM stellen als Zugführer oder Fachausbilder.

Im März 2026 erhielt ich dann eine Nachricht, dass das MP Gren Bat 12 einen Platz frei hat. Im Rahmen eines WK hatte ich die Chance für vier Wochen einen freiwilligen Dienst zu leisten als Zugführer.
Als Durchdiener fiel ich im WK schnell auf, vor allem, da auf dem Organigramm bei meinen NZL eine 0 stand und ich nicht selten gefragt wurde, warum ich eigentlich hier bin.
Aus den vielen resultierenden Gesprächen habe ich meine Eindrücke und Gedanken in einem Essay festgehalten.
Diese Worte wollte ich gerne mit allen Kameraden teilen:
 

Die Freiheit zu Dienen

Fabio


Wenn ich mich nach diesem WK an eine Frage erinnere, welche mir unablässig immer wieder gestellt wurde, dann war es die Frage nach dem: »Warum?«
Warum diene ich freiwillig? Für ein jeden schien es ein Traum zu sein mit 21 seine Dienstzeit erfüllt zu haben und nie wieder einem Marschbefehl Folge leisten zu müssen.
Krank oder verrückt kam ich mir vor bei jedem »Warum?«, weil es so abnormal schien für diese jungen Männer, dass tatsächlich jemand aus einer intrinsischen Motivation dienen möchte.
Ich müsse doch denken, dass unsere Armee leer sei, wenn es keine Pflicht gäbe zu dienen, so oft wie ich nach dem »Warum?« gefragt wurde.
Wissen alle anderen denn nicht wozu sie eigentlich hier sind?

Ich verstehe, dass das Dienen nicht gerade etwas Attraktives ist, mit dem vollen Bewusstsein der Bedeutung des Wortes, dass dienen bedeutet, auf seine Privilegien, auf seine Bequemlichkeiten, seine Selbstbestimmtheit zu verzichten, seine Freiheiten und seine Rechte teilweise einzuschränken. Warum sollte jemand sich danach sehnen sich das Zimmer mit neun Kameraden zu teilen, lauwarmen Kartoffelstock aus einer Gamelle essen oder bis tief in die Nacht hinein auf seinen Schlaf zu verzichten? Dies alles dann auch noch freiwillig?!
Also bin ich verrückt? Nicht mehr ganz normal?

Die Bereitschaft zu dienen, setzt voraus, dass man weiss wofür.
Ich fragte mich nie, warum ich diene, sondern wofür es sich lohnt zu dienen.

Ein Freund von mir reichte sein Zivildienstgesuch ein, mit der Begründung, dass er niemals für sein Land sterben wolle und er der Überzeugung ist, dass Militär nur Krieg schafft, er aber eine Welt im Frieden will, gestützt von den Sätzen: „Stell dir vor es ist Krieg und niemand geht hin.“, „Frieden schaffen ohne Waffen.“, „Lieber Russisch als tot.“, „Frag nicht was du für dein Land tun kannst, frag dich was dein Land für dich tun kann.“
Doch was will er eigentlich damit aussagen?

Natürlich gibt es kein Argument, welches den Krieg über den Frieden stellt, aber diese Sätze suggerieren, dass wir als Gesellschaft die Wahl an der Urne hätten zwischen Krieg oder Frieden. Doch diese Entscheidung gibt es nicht, wir können uns nur entscheiden zwischen kämpfen oder unterwerfen.
Ronald Regan sprach über den Frieden: »Es gibt nur einen garantierten Weg zum Frieden – und zwar in der nächsten Sekunde: Kapitulation.»
Wir bräuchten keine Armee, wenn wir uns jedem Aggressor bedingungslos unterwerfen würden, doch ist das die Art wie wir leben wollen?
Krieg entsteht nicht durch Waffen, sondern durch böse Menschen. Noch nie ist jemand in die Schlacht gezogen, weil er eine Waffe besitzt, sondern weil er böse Absichten hat.
Als Putin in die Ukraine einmarschierte tat er dies, weil er glaubte, dass der Westen und die demokratische Hemisphäre dekadent und schwach seien und sich im Angesicht des Schreckens seiner Macht ihm unterwerfen würden, weil er nicht glaubte, dass die jungen Menschen des europäischen Kontinents kämpfen würden, weil es genau solche Sätze waren, die er von der Jugend hörte.

Wenn es nichts gäbe, wofür es sich zu kämpfen lohnt, wie müsste unsere Welt aussehen?
Rassengesetze, welche „gute“ Menschen von „schlechten“ unterscheiden? Hinrichtungen von Personen, die eine andere Meinung haben? Ein politisches System ohne Parteienpluralismus, ohne Bundesrat, ohne Konkordanz, nur ein einziger, uneingeschränkter Machthaber? Die Hakenkreuzfahne wehend über dem Bundeshaus in Bern? Statuen Helvetias ersetz durch Lenin und Stalin? Oder den Bildern von Hitler und Mussolini in jeder Schule hängend?
Waren die Menschen welche im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis kämpften verrückt? Kriegstreiber?
Die Menschen welche in Berlin, Prag und vielen weiteren Städten Europas aufstanden, weil sie nicht länger unter dem Kommunismus leben wollten, waren das Idioten oder Psychopathen?
Der Friede Europas entstand nicht durch Verhandlungen oder netten Gesprächen, er wurde geschaffen durch Menschen die kämpften und sich ihrer Unterwerfung verweigerten.

Die Freiheit zu Dienen bedeutet eine Entscheidung zu haben.
Es geht nicht um Unterwerfung, sondern um einen freien Gehorsam, eine Lebenseinstellung für die letztendlich andere Werte gelten, als jene, die unter der Jugend so weit verbreitet sind.
»Wir wussten, dass die Welt nicht vollkommen ist, und dass es Menschen braucht, die sagen: „Ich Dien!“ Und dass es nicht mit einem Gehalt getan ist, sondern mit Einsichten, die jenen gegeben sind, die andere Dinge im Herzen und im Kopf haben als das Offensichtliche und Banale.« ~C. Trull

Es verlangt nicht nach Milliarden an Franken, Kampfjets, Panzern, neuen Waffensystemen oder gar Wundern. Freiheit und Menschenrechte zu wahren verlangt vor allem eines und das sind Menschen, die daran glauben.
 
Welchen Nutzen bringt die Unabhängigkeit einer Gesellschaft, wenn ein jeder seine persönliche Freiheit nur nutzt, um seinen eigenen Interessen zu dienen und seinen Besitz zu mehren?
Welcher Feuerwehrmann würde noch in ein brennendes Haus rennen? Welche Ärztin würde sich mit brutalen Bildern belasten? Welcher Polizist würde in eine Schlägerei intervenieren? Welche Staatsanwältin würde sich angreifbar machen? Welcher Soldat würde kämpfen?
Die Freiheit zu dienen verlangt von jedem Einzelnen die Bereitschaft, seine eigenen, persönlichen Interessen als sekundär zu bewerten und das Verständnis, dass es Werte und Lebensformen gibt, welche bedeutungsvoller sind, als die eigene Existenz.
Es geht nicht um eine Trophäe oder Anerkennung, sondern um ein Bewusstsein, welches weiter geht als bis zur nächsten Lohnabrechnung, den nächsten Urlaub oder Feierabend.
Es geht um die gemeinsame Frage welche Gesellschaft wir sein wollen und welches Bild einer Welt wir unseren Kindern vererben möchten.
»Es gibt eine höchste Lebensform, und diese heisst: In Freiheit zu dienen.« ~T. Fontane

Der Fehlschluss westlicher Staaten ihre Armeen abzurüsten entsprang aus dem Irrglauben, dass die Freiheit und die Demokratie Errungenschaften sind, Entwicklungen, gar eine Evolution, dass alle Menschen auf der Welt so werden und sein wollen wie wir.
Aber die Menschen in Nordkorea erheben sich nicht, die Menschen in China, in Russland, Iran, Afghanistan und vielen weiteren Staaten unter autokratischer Herrschaft erheben sich nicht. Für sie scheint die Bequemlichkeit ihres Lebens erstrebenswerter als die persönliche Entfaltung.
Unsere Freiheit ist kein Status, welcher einmal erreicht nie mehr verloren gehen kann, es ist eine Lebensweise, welche bewahrt werden muss. Freiheit ist global und historisch gesehen keine Weiterentwicklung der Menschheit, sondern eine Ausnahme.

Mein Land hat so vieles für mich getan. Kostenlose Schulbildung, einwandfreie Infrastruktur, Kinder-, und Menschenrechte, Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung und meine geliebte Freiheit. Die Freiheit meine Gedanken so auszusprechen wie ich sie im Kopf habe, das Recht, Recht zu haben, Schutz vor Willkür und Chance zur politischen Teilhabe und so vieles mehr, was mir im alltäglichen Leben als so selbstverständlich vorkommt.
Niemand will für sein Land sterben.
Es gibt nichts Ehrenhaftes daran im Krieg an einer Front zu sterben, aber ebenso wenig gibt es etwas Ehrenhaftes daran als Mitläufer sich zu beugen oder gar als Mittäter zu schweigen.
In der Bereitschaft zu kämpfen und sein Leben zu geben geht es nicht um die Ehre, sondern eine Frage des Prinzips die Politik der Gewalt nicht zu legitimieren oder den Autorkaten der Welt gar zu zeigen, dass sie sich durch Aggressionen Erfolg versprechen dürften.

Die jungen Menschen mit denen ich sprach und mir sagten sie würden niemals dienen, diese Menschen nennen sich Demokraten, weil sie hier geboren wurden, nicht aber weil sie wirklich demokratische Werte in ihrem Herzen tragen oder gar verstehen. Wären die Jugendlichen in Russland geboren würden sie sich Russen nennen, wären sie in China geboren würden sie sich Chinesen nennen, niemals aber, wären sie Demokraten oder freie Menschen.
Das Privileg hier geboren worden zu sein und das Recht hier aufwachsen zu dürfen bringt die Pflicht mit sich, genau das gleiche Privileg und die gleichen Rechte auch für andere zu wahren, insbesondere jenen, die nach uns kommen, weil dies die Schwächsten der Gesellschaft sind. Jede andere Entscheidung oder Interpretation von Pflichtgefühl ist nichts anderes als schmarotzen oder gar der Versuch seine egoistischen Denk- und Verhaltensweisen politisch zu legitimieren. Wer sich selbst eines Rechts bedient, welches er anderen verwehrt, ist im Geiste einem Putin, Xi oder auch Trump gleich.

Die Demokratie ist kein Plateau, sondern ein schmaler Grat, auf welchem wir balancieren und nicht nach links oder rechts abstürzen dürfen. Die Freiheit frei zu sein birgt eine Verantwortung, welche verlangt sich selbst in dieser Freiheit einzuschränken, um sie nicht an den Exzess oder Bequemlichkeit zu verlieren.
Wo sollen wir stehen am Ende dessen? Auf der Seite der Namenlosen, die zwar überleben aber von der Geschichte in ihrer Bedeutungslosigkeit vergessen werden?
Oder neben den Völkern, die sich ihre Existenz bewahrten, weil sie kämpften und es nicht zuliessen sich fremden Herrschern zu unterwerfen?
Natürlich gibt es ein Risiko, in allem was in wir tun. Ich könnte mich verletzen, ich könnte stark belastet werden, ich könnte sterben. Doch die einzige Alternative für ein risikofreies Leben wäre die Unterwerfung, und so ein Leben lohnt sich nicht zu Leben. Lieber sterbe ich Mitte 20 in Würde und Selbstbestimmung, mit dem Gewissen alles in meiner menschlichen Macht stehende getan zu haben, um die beste aller Welten zu schaffen, anstatt mit 80 verbittert und allein nach einem Leben in welchem mir meine persönliche Entfaltung für immer verwehrt war.
Worin liegt der Reiz lange zu leben? Kein Mensch lebt für immer, einige Leben nur länger, aber wozu?
Man erinnert sich nicht an Jesus, an Willhelm Tell, an Martin Luther King, Sophie Scholl oder Hennig von Tresckow, weil sie lange lebten, sondern weil sie dazu bereit waren mit ihrem Leben einer Sache zu dienen, welche grösser war als sie Selbst und sich nicht unterwarfen.
Napoleon Bonaparte – einer der erfolgreichsten Generäle der Geschichte – sprach einst die Worte: »Es gibt keine andere Unsterblichkeit als die Erinnerung, die man im Geiste der Menschen zurücklässt.«

Es ist eine kurzsichtige und auch naive Haltung zu glauben, dass Menschen in Uniform den Krieg wollen. Keiner will den Krieg weniger als wir, doch unser Verständnis von Freiheit & Demokratie geht eben weiter als einen Post in Social Media zu teilen.

Als Pädagoge fragte mich eines meiner Kinder einmal - als ich über meinen baldig anstehend Militärdienst sprach - warum es denn nicht einfach Frieden geben würde auf der ganzen Welt.
Ich hatte mich im Kopf schon darum bemüht eine geopolitische Analyse in verständliche und einfache Worte zu fassen, doch realisierte zum Schluss, dass ich mich im Grunde, wie dieses Kind, das gleiche frage, was es mit seiner Frage ausdrücken wollte.
Die Sehnsucht nach einer besseren Welt.
Ich werde nie aufhören an eine solche Welt zu glauben, gleich wie alt ich werde.

Henning von Tresckow, ein Offizier welcher 1944 den Tod durch seinen Widerstand gegen einen rücksichtlosen Diktator fand, sprach einst:
»Wer seinen Kinderglauben sich bewahrt, in einer reinen, unbefleckten Brust und gegen das Gelächter einer Welt zu leben wagt, wie er als Kind geträumt hat, bis auf den letzten Tag: das ist ein Mann!«

Egal wie oft ich noch nach dem »Warum?« gefragt werde und Menschen mir nur mit Unverständnis oder Spott gegenüberstehen, wenn ich sage, dass ich gerne diene, werde ich meinen Werten treu bleiben, weil es eben nicht um mich geht, sondern um das Verständnis einer gesellschaftlichen Verantwortung, welche man nicht abgeben kann, maximal ignorieren oder ihr mit Gleichgültigkeit begegnen.

Der freiwillige Dienst ist meine Wahrnehmung dieser gesellschaftlichen Verantwortung. Die Bereitschaft zu töten und auch getötet zu werden eine schreckliche Selbstverständlichkeit.
Mein Leben ist tief verknüpft mit meiner Freiheit, und wer nach meiner Freiheit trachtet, trachtet nach meinem Leben, doch ich werde dieses so teuer wie möglich verkaufen.
Dieser hohe Preis soll einen Aggressor vom Glauben abhalten, er können hier einfach einmarschieren und denken seinen Willen ohne Gegenwehr umsetzten zu können.

Nun zum Abschluss der Frage, bin ich verrückt?
Ich denke Ja. Die Freiheit ist nicht selbstverständlich, sich ihr zu verschreiben und der Wunsch frei sein zu wollen verlangt nach einem gewissen Wahn, weil die Freiheit nicht normal ist. Für diese Freiheit würde ich tun was nötig ist und noch mehr, selbst wenn frei zu sein bedeutet sich seiner eigenen Freiheit zu berauben, um ihr zu dienen.
Das ist verrückt, aber ich bin gerne verrückt, weil ein verrücktes Leben deutlich lebenswerter und schöner ist, als ein bequemes und fremdbestimmtes Leben.
So sage ich voller Mut, ganzem Bewusstsein und stolz: »Ich dien!« und dieser Dienst endet für mich eben nicht mit einer bestimmten Anzahl an Tagen, sondern mit meinem Leben.

Oblt. Fabio
29.06.2026
#OhneKIgeschrieben
 
Hey Tlbo Oibaf!

Wollte eigentlich schon lange VIELEN DANK für deinen anderen Thread sagen, diesen da den du nach deinem Dienst gepostet hattest. Wie die Zeit doch verflogen ist!


Aber was ist den jetzt los, gerade am Anfang von frühzeitiger Midlife Crisis Symptomentwicklung? Ist doch etwas gar früh, nicht?! Aber für pubertäre Ausraster dann doch auch wieder etwas spät, nicht? Scherz...


Naja, willkommen im Club! Sag ich da nur. Gemessen an unseren damaligen Diskussionen und Austausch von Meinungen oder dann halt Meinungsverschiedenheiten, erlaube ich mir mal wie folgend Diagnose zu stellen > Bei Oibaf ist alles gut, nach wie vor auf dem richtigen Weg und mit kontinuierlicher Schärfung der Sinne, sicherlich durch Erfahrung aber auch gegebener Intellektualitäts Merkmalen, daher keinen Grund um etwaige Behandlungen, noch Eingriffe oder auch nur rein prophylaktisch vorbeugende Supplement Mittel überhaupt in Erwägung zu ziehen. Eventuell, bei wiederholter Erregung oder Entladung soldatischer Emotionsaustauungen, kann jedoch die spontane Einnahme von 1-2 Traubenzucker Lutschtabletten als empfehlenswert erachtet werden. Als Raucher sollten dazu auch 1 bis 2 Marlboro Rot für kurzfristige Verbesserung der Gefühlslage sorgen.


Was war es damals, etwas betreffend Lehren aus dem Ukraine Krieg, oder ob wir noch Panzer brauchen. Irgendwie sowas, wenn ich mich noch richtig erinnere.

Jedenfalls möchte ich mal behaupten, dass, was oder wie du heute schreibst, weit entfernt von dem ist, was mein lieber Oibaf damals wohl gesagt hätte. Und dies meine ich nicht als Beleidigung oder Kritik, sondern ganz im Gegenteil, als grosses Kompliment!

Bin zwar sicher, dass wir beide heute nach wie vor in vielerlei Hinsicht andere Meinungen haben oder unterschiedliche Ansichtsweisen vertreten, was auch ganz normal und sicherlich gut so ist!

Ich war nie Armee geil, Krieg und Waffen haben mich nie gereizt, allerdings hatte ich schon als Kind eine Art Faszination über alles, was mit Militär oder Krieg zu tun hatte. Dabei interessierte ich mich für alles, was es an geschichtlichem Material zur Thematik, Krieg oder der menschlichen Natur und kriegerischen Auseinandersetzungen gab. Zudem war mein Grossvater väterlicherSeits aus Großbritannien und so wurde mir von frühester Kindheit, immer und immer wieder von Erlebnissen, sowie allgemein, von allem was es über den 2. Weltkrieg zu wissen gibt, bei jeder Gelegenheit erzählt. Heute bewahre ich all seine "Sachen", die er uns überlassen hatte auf und seit gut 20 Jahren bin ich immer wieder mit der Aufarbeitung seiner Artefakten beschäftigt. Obwohl es sich für mich persönlich nicht als mein "heiligstes" Stück aus der Sammlung handelt, weiss ich jedoch genau, dass ihm besonders 2 Dinge besonders viel bedeuteten.
Bei einem davon handelt es sich um 3 Gegenstände welche mit der gleichen "Sache" verbunden sind. Und zwar handelt es sich dabei um die offizielle Britische Kriegsmedaille (Atlantic Star with Liberation of France & Germany Ribbon), welche nur an Veteranen verliehen wurde, welche am sogenannten D-Day und der Normandie Invasion vom 6.Juni 1944 beteiligt waren. dann, obwohl offiziell von den British Royal Armed Forces als unerlaubt, und auf Britischer Uniform als verboten zu tragen geltende "fremde" Auszeichnung, wurde ihm, wie allen anderen Alliierten Veteranen die am D-Day beteiligt waren, die, wie ich glaube, erst im Jahre 1994 zum 50. Jubiläum, offiziell vom Französischen Verteidigungsministerium vergebene "Overlord - Utah Omaha Gold Juno Sword" Normandie Medaille verliehen. Dazu erhielt er weiter ein ca A4 grosses Ehren Zertifikat "Certification pour les Allies participe dans le Libération du Normandy 1944", ausgestellt auf seinen Namen und handschriftlich unterzeichnet vom damaligen Stadthalter (Major) von Caen.

Ich frag mich oft was er wohl zur heutigen Welt und der heutigen Gesellschaft zu sagen hätte. Sicherlich wäre es mit viel Frust verbunden, also besonders im Bezug auf wie sorglos mit der Bewahrung unserer heutigen Freiheit und Sicherheit umgegangen wird.

Am Ende des Tages muss man zugeben, dass sich einfach einmal mehr die Geschichte wiederholt. Wieso ist das Römische Imperium weg? Einige meinen Bleivergiftung wegen der damaligen Verwendung von Blei zum Bau von Wasserleitungen. Andere sagen es war der Luxus, sie wurden fett und faul, vergassen wie man kämpft und wurden daher irgendwann besiegt.

Ich glaube, letzteres trifft bestens auf die heutige westliche Welt zu. Seit Ende des 2. Weltkrieges sind mehrere Generation in einer nie dagewesener Luxuswelt aufgewachsen, welche es selbst heute ausserhalb Europas und einigen wenigen anderen Länder immer noch nicht gibt!

Seien wir doch mal ehrlich! In der Schweiz geht mindestens 99,99% der Bevölkerung davon aus, oder empfindet es als ganz normale Selbstverständlichkeit, dass man jederzeit den Hahn aufdrehen kann und dann nichts weniger als 100%ig sauberes Trinkwasser fliesst. Und weil es gar kein anderes Wasser als 1005ig sauberes Trinkwasser gibt, ist es logischerweise auch ganz klar, dass wir unser WC mit Trinkwasser spülen. Auch das Auto oder Geschirr, dazu braucht man in der Schweiz, gleich wie überall auf der Welt Wasser. Einziger Unterschied zum Ausland, leider gibt es bei uns NUR Trinkwasser, aber zum Glück merkt man ja weder beim Duschen oder Scheissen keinen Unterschied...

So, und jetzt kommen wir wieder auf die Ukraine zurück. Welche Lehre sollte man nun aus dem Ukraine Krieg ziehen? Ahh, Drohnen. OK, gut. Wie sieht es mit Panzer aus? Oder anders gefragt, könnte es eine Wahrscheinlichkeit geben, dass Putin Europa angreifen könnte?

Die Politiker sagen da durchs band weg, NEIN, also bitte, seien wir doch mal vernünftig. Selbst der Putin wird ja wohl eingesehen haben, dass wenn er nach zig Jahren Krieg in der Ukraine sieglos blieb, er gegen die Nato erst recht keine realistische Chance hat und daher sicherlich nicht so dumm ist auch nur daran zu denken!

hmmm??? Wirklich, ist das so sicher? Also gibts keinen einzigen Grund an der finnischen Grenze Minenfelder zu legen? Un daher besteht auch keine Eile mit Aufrüstung in Europa?

Nach rationaler Logik (aus Westlicher Weltanschauung betrachtet) JA!

OK, aber wer bitte ist Putin schon wieder? Ein als rational denkender und handelnder ex KGB Chef?

Frage mal umgedreht. Was hätte er wohl zu verlieren, oder wieso könnte er sowas wie einen 20km Einmarsch in Estland starten, wenn er sowas tun würde?

Sagen wir mal er würde sowas tun, womöglich mit einer Begründung wie in der Ukraine, dass es zum Schutz von russischen Minderheiten, oder gegen die faschistische Nato Erweiterung in traditionell russisches Territorium sei.

Könnte man heute, gerade mit Trump noch davon ausgehen, dass die Nato umgehend Artikel 5 auslösen würden und innert Stunden mit massiven Luftschlägen gegen russische Verbände auf Nato Territorium reagieren würden, gefolgt von der Mobilisierung Hunderttausender Bodentruppen, direkt an die Ostfront?

Vor 40 Jahren ausgeschlossen! Wieso? Weil die Russen genau wussten, dass es bei einem Angriff auf die Nato Staaten unmittelbar zu einem Krieg, bis hin zu einem Nuklear Schlagabtausch gekommen wäre.

Also die Taktik der ABSCHRECKUNG!

Seit Ende des Kalten Krieges wurde in Europe nur noch abgerüstet und dann kam neu noch der Trend der "Ausland und Friedens Förderungs Einsätze" dazu. Ob gut oder nicht, sei mal dahin gestellt. Fakt ist, dies hat nichts mit der militärischen Bereitschaft im Sinne der eigentlichen LANDESVERTEIDIGUNG zu tun!

Und wer meint es brauche heute Drohnen und damit sei die Sache geritzt, der vergisst offensichtlich, dass es auch reale tatsachen gibt. Drohnen brauchen nicht nur Piloten, sonder eine ganze Kette von Versorgungs Organen. Abgesehen davon, dass Drohnen keine Besatzungsmacht ersetzen kann! Kurz gesagt, es gibt nicht genug Soldaten! Viel zu kleine Bestandszahlen, aktiv oder reserve!

Schlimmer noch, ist die die militärische Realität, also besonders auf die Qualittät bezogen.

Auf die HEUTIGE Schweizer Armee bezogen, so wie ich es zusammenfassen würde, ohne hier dich (Oibaf), noch sonst einen ADA der heutigen Armee persönlich beleidigen zu wollen, find ich es nichts weniger als eine absolute Sauerei wie man seit der Einführung der neuen Armee in Sachen Kader Ausbildung umgeht. Es kann einfach nicht sein, dass ein junger "Schnuderbueb" innerhalb von einem Jahr bereits Leutnant wird, geschweige denn, Oblt in 1-2 Jahren, ob nun DD oder sonst! Erfahrung braucht nun mal seine Zeit, da reicht es nicht einfach paar Streifen an den Kragen zu hängen!

Das ist einfach nur Scheisse! Ein Witz! Ob historisch gesehen oder im internationalen Vergleich.

So frustrierend ich dies empfand, sowie hunderttausende ehemalige ADA's die mit und vor mir dientend, muss ich heute eingestehen, dass es trotz der miserablen Realität um welche es sich zweifelsohne nach wie vor handelt, es dennoch als akzeptable Handhabung betrachtet werden sollte. Wieso, naja, ganz einfach. Dem Militär würde allerlei notwendige Mittel entzogen, es blieb keine alternative Lösung übrig! Besser einen Witzfigur Lt als gar keine Lt!

Es geht daher ums reine Überleben! Entweder Axxi mit Golf Rollitasche und Of Laufbahn ohne RS oder UO zu absolvieren, oder GSOA???

Anyway, Freiheit, oder Freedom, as they say:

"Freedom is never more than one generation away from extinction. We didn't pass it to our children in the bloodstream. It must be fought for, protected, and handed on for them to do the same." — President Ronald Reagan

"from time to time the tree of liberty must be refreshed with the blood of patriots and tyrants" -- Thomas Jefferson

Sehr passend find ich immer wieder ein extrem zutreffendes Zitat: Moderne Zivilisation und totale Anarchie sind durch nur 3 warme Mahlzeiten von einander getrennt!