Joe

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  • Hast Du die RS bereits abgeschlossen?
    Ja
  • Geschlecht
    Männlich
  • Wann beginnt deine Rekrutenschule?
    11.07.1993
  • Militärischer Grad
    FachOf (Hptm)
  • Militärische Funktion
    Informatik-Of a.d. (S6 ai a.d.)
  • Einteilung
    FU Bat 41
  • Wie kommst du zum Armee-Forum?
    Google

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  1. Ich habe schon 2 Armeereformen mitgemacht und dies ist nun die Dritte. Bisher galt immer die Neuregelung für micht - würde mich wundern, wenn dies nun anders würde.
  2. Wie im letzten Blog-Eintrag berichtet, durfte ich im 1995 auch zum ersten Mal an einem Infonet-Kurs teilnehmen. Ich hatte keine Ahnung, was das war und der Kurs dauerte auch nur 2 Tage. Durchgeführt wurde der Kurs in der Kaserne Bülach, welche ich ja bereits bestens kannte. Nun, ich lernte - InfoNet war das Telefonbuch der Schweizer Armee. Und als solches enthielt es ein paar Spezialitäten. Zum einen konnte man ganz normal nach einem Namen suchen - zB. nach dem Oberst Müller Man konnte jedoch auch nach eine Funktion suchen, da man gegebenenfalls ja den Namen nicht kannte, wohl aber die Funktion - als Beispiel den CUD - Chef Übermittlungsdienst. Das ganze wurde natürlich unterlegt mit weiteren Informationen wie zu welcher Truppe die Person gehörte oder wo der Mann im Kriegsfall sein würde (Standort) Ich glaube, es war sogar sein Dienstweg hinterlegt und gegebenenfalls weitere alternative Ansprechpersonen Eine weitere Spezialität war, dass die Schweizer Armee damals noch über mehrere Telefonsysteme verfügte. (ich weiss gar nicht, wie's heute ist) Entsprechend waren die Rufnummern nicht immer gleich, je nach dem von welchem Telefonsystem zu welchem anderen Telefonsystem angerufen wurde. InfoNet bot eine Lösung indem immer die richtige Telefonnummer angezeigt wurde, abhängig von Start und Ziel der Verbindung. Wir bekamen auch eine Schulung, wie das System funktionierte und aufgebaut wurde und natürlich wie es zu bedienen war. Zentral lief die Software auf einem IBM AS/400. Die Geheimhaltung war während dieses Kurses immer ein grosses Thema, da wir mit den Live-Daten aus dem Infonet-System arbeiteten. Mit Hilfe der Daten im Infonet hätte man also theoretisch Rückschlüsse ziehen können, welche Truppe im Kriegsfall wo und vorallem welcher Bunker wo liegt. Daher wurden diese Daten für diesen Kurs nicht mehr angezeigt - zwar konnte man noch immer sehen, in welchem Bunker ein AdA sass - nicht jedoch den Standort des Bunkers. Am Ende gabe es noch ein Test welcher die Live-System-Daten verwendete und zeigen sollte, ob wir Teilnehmer alles gelernt hatten. Während dieses Kurses entdeckte ich dann auch prompt eine Schwachstelle in der Art, die Bunker-Standorte geheim zu halten. Während der Prüfung gab es nämlich eine Frage, wen man unter der Telefonnummer X erreicht, wenn man selber im Telefonsystem der Luftwaffe sei. Bei der Suche nach der Antwort, hatte ich aus Versehen die letzten beiden Zahlen der Telefonnummer verdreht - so im Stil von 36 anstelle von 63. Während die richtige Antwort hätte lauten müssen eben jener Oberst Müller, Chef Übermittlungsdienst im Bunker Xxx, ergab die Suche mit meinem Zahlendreher eine ganz andere Auskunft: Kantonspolizeiposten Gurtnellen! Seit damals weis ich also, wo der Bunker Xxx liegt. Alles in allem waren es 2 kurzweilige Tage ohne jedoch grosse Herausforderung - aber die Woche darauf wartete mein erster WK. Wie immer möchte ich mit der Bitte nach Kommentaren abschliessen. Insbesondere wenn mal jemand was spezielles wissen wollte oder halt auch nur eine Kritik, wenn es nicht gefällt.
  3. Über meine eigenen Probleme mit dem Militär habe ich schon in meinem Blog berichtet - ja ich war kein Militärfan. Aber für mich war nie die Frage, gar keinen Militärdienst zu leisten. Wieso - naja, zum einen weils simpel und wie Du auch schon sagst Pflicht ist. Wer aber nicht mit Scheuklappen durch den Militärdienst rennt, kann durchaus verschiedenes lernen, was mir heute noch hilft. Sei es das man halt auch im Beruf mal Dinge machen muss, die einem nicht so behagen; oder auch privat und geschäftlich hie und da mit Leuten umgehen muss, mit denen man eigentlich lieber nicht zusammen ist. Mal mit wenig Schlaf auskommen und trotzdem noch was zu leisten, ist heute in meinem Berufsleben immer wieder gefragt und war für mich in der RS das erste Mal so. Da gäbe es wohl noch viel aufzuzählen und vieles hat @Falcon schon gemacht. Auch wenn ich auch vieles zu kritisieren habe - schlussendlich glaube ich einfach nicht, dass es ohne Armee geht. Die "friedliche Welt" ist eine Illusion der Leute, die nicht hinschauen wollen. Und wenn es eine Armee braucht, dann braucht sie auch Leute.
  4. @Stroke & @panzer/panzersappeur Als ehemaliges Mitgliedes eines Bat-Stabes muss ich mich hier mal einmischen. Meine Erfahrung zeigt, dass Ihr beide recht und zugleich unrecht habt. Was üblicherweise aber am besten hilft: Einfach mal das direkte Gespräch suchen! Am besten zuerst mit dem eigenen Zgfr und dann mit dem Kp-Kdt. Häufig wird nämlich vor dem WK nur via Email und Post kommuniziert - und diese Kommunikation ist oft in beide Richtungen ungenügend. Während dem WK sagt der Soldat nichts und für den Kp-Kdt ist es erledigt ... im nächsten Jahr ist man dann wieder gleich weit. Ein solches Gespräch setzt insbesondere aber auch vom Soldaten die Willigkeit voraus, auch die Bedürfnisse und Argumente des Hptm anzuhören und gelten zu lassen. Bei solchen Problemen in meinem Bat (welche ich mitbekommen habe) war dies jedoch typischerweise das grössere Problem als umgekehrt. So .. und nun kommen wir zum kritischen Punkt: Der Dienstweg ist immer eine Sache und die Realität eine Andere. Natürlich ist es nicht die Aufgabe des Bat-Kdt sich um die Urlaubsgesuche eines Soldaten zu kümmern. Jedoch wird er kaum ein Anliegen eines Soldaten an einen Kp-Kdt zurückweisen, wenn dieser Kp-Kdt ein Teil des Problems ist oder zu sein scheint. Zumindest sollte er das nicht - und in unserem Batallion wäre dies auch nicht passiert oder in Frage gekommen. Allerdings ist der Bat-Kdt ja nicht allein - er hat einen Stab! Und wenn es auf den Batallions-Level eskaliert werden "muss" - und das kann vorkommen - so ist jemand im Stab wahrscheinlich die bessere Ansprechstelle als der Chef selbst. Im konkreten Fall eines Fahrers, wäre wohl der MotOf im Stab die beste Ansprechstelle. Ich kenne den Rang von @ischmael nicht, aber falls UO könnte auch der Stabs-Adj ein offenes Ohr für ihn haben. Auch wenn viele Soldaten es nicht glauben: Kein militärischer Vorgesetzter (egal welcher Stufe) hat Interesse daran, Soldaten mit Problemen, Ärger oder sonstwas zu haben ... allerdings hat jeder auch eigene Probleme mit zuwenig Personal, nicht verfügbarem Material, Zeitdruck, usw. Man wird aber sicher versuchen innerhalb des möglichen eine Lösung zu finden. Wie oben gesagt, glaube ich dass bereits ein Gespräch auf Stufe Kp genau dies meist erreichen würde.
  5. Ok. ich kann jetzt nicht anders als auch noch meinen Senf dazuzugeben - obwohl meine RS doch schon bald 24 Jahre her ist. Ich hatte zusätzlich dabei: - Papier und Couverts um Briefe zu schreiben - ein echtes Armee-Sackmesser (von meinem Vater) ... da hatte ich immer ein picobello Sauberes um an der Inspektion vorzuzeigen - Camping-Geschirr ... während der RS hat dies gut funktioniert und ich brauchte meine Gamelle nicht - gleicher Grund wie beim Sackmesser Eigentlich wäre eine 2. Gamelle aber besser gewesen, denn je nach dem wird die Verwendung der Gamelle befohlen - Jasskarten - wirklich hilfreich, um Wartezeiten zu überbrücken oder im Ausgang - Stirnlampe - die wurde schon erwähnt und ist wirklich hilfreich, da man immer wieder die Hände frei haben muss - Steckdosenleiste - wurde auch schon erwähnt ... man hat eigentlich immer zu wenig Steckdosen. Also Korpi hatte ich dann so einen Plastikkoffer dabei, wo ich allerlei nützliches Material für KPs und sonstiges drin hatte: (sorry, "drin habe" ... der steht nämlich nach 23 Jahren immer noch im Keller) - Kerzen - Feuerzeug und Zundhölzer - Maler-Klebeband - Pflaster - Reglemente - Ersatzmaterial für Manns- und Gewehrputzzeug (zB. Gewehrfett, Schuhcreme oder Putzhüdeli) - Rapporthefter - 6.5 - Schreibzeug (Kullis, Filzschreiber, Wasserfeste, Bleistift, etc.) - etc.
  6. Wollte Dir bei dieser Gelegenheit für Deine regelmässigen Berichte danken. Leider komme ich nicht so regelmässig zum lesen, wie Du sie schreibst.
  7. Dem muss ich zustimmen. Sportlichkeit hilft Dir ganz persönlich weiter - ohne Frage - aber es ist nicht alles. Ich bin und war immer eine sportliche Flasche und während dem UO-Abverdienen, wenn der Leutnant mit dem Zug irgendwo hinrennt und ich als Korpi mithalten musste, wäre ich manchmal fast zusammengeklappt. So ziemlich jeder im Zug war fitter als ich! Merken das die Rekruten? Ja, sie merken es! Ist es ein riesen Problem? Meiner Meinung nach NEIN! Die Rekruten sind nicht blöd - die merken sehr schnell, dass man seine Fähigkeiten anderswo hat (aus irgendeinem Grund hat man ja den Vorschlag bekommen). Das richtige Auftreten dazu und man kann Schwächen ausbügeln.
  8. Nach der Schiessverlegung konnte ich nach Hause gehen und konnte somit meine geschäftliche Weiterbildung mit der 2. Hälfte der Firma durchführen. Zudem gab mir die Pause auch die Möglichkeit mich auf die Aufnahmeprüfung an der HTL vorzubereiten. Überraschenderweise erhielt ich aber einen Marschbefehl für einen nur sehr kurzen Zeitraum. Die Rechnung die dazu führte ging wie folgt: Im Jahr 1994 hatte ich 4 Wochen UOS absolviert und die Hälfte der 17 Wochen RS (Abverdienen) - sprich 8 Wochen. Gemäss Armee 61 (welche 1994 noch galt) hätte ich also noch weitere 9 Wochen Abverdienen leisten müssen. Allerdings war jetzt 1995 und somit die Armee 95 in Kraft getreten. Die Armee 95 sah vor, dass die UOS nun 6 Wochen dauern sollte und die Abverdien-RS nur noch 12 Wochen. (für die Rekruten waren es 15 Wochen RS). Die UOS hatte ich bereits abgeschlossen und 8 Wochen Abverdienen hatte ich auch schon geleistet - daher wurde ich für nur noch 4 Wochen RS aufgeboten. Dies war dann aber auch ein durchaus harter Einstieg - die Soldaten waren seit 11 Wochen im Militär, die UO Kollegen seit 14 Wochen ... und ich kam "kalt" von aussen dazu. Da die RS im Vergleich zur Armee 61 auch um 2 Wochen gekürzt worden war, wurde die Durchhalteübung und die Hälfte der kombinierten Übung gestrichen. Somit durfte ich noch eine Gruppe übernehmen um mit Ihr eine Woche "normale" Übungen durchzuführen und dann noch eine Woche "Kombinierte Übung". Beides fand in der Region Ostschweiz, genauer Thurgau und Sankt Gallen statt. Bei der kombinierten Übung wurden wir an einen gemeinsamen Standort mit den Übermittlern der Genie-Truppen eingeteilt. War für mich eine neue Erfahrung, denn das erste Mal hatte ich selber mit "Nicht-Silbergrauen" Übermittlern zu tun - während meiner eigenen RS war ich ja auf der Übungsleitung. Insbesondere Interessant war, dass wir natürlich über gänzlich unterschiedliche Kommunikationskanäle verfügten. Im wesentlichen hatten die Genies ihren Sprechfunk - und wir unsere Fernschreiber. Standortchef war ein Leutnant der Genie-Truppen mit dem aber sehr gut kooperieren konnte. So halfen wir uns gegenseitig und konnten so alle Betriebszeiten und Bereitschaftszeiten einhalten. An viel mehr kann ich mich aus diesen zwei Wochen beim besten Willen nicht mehr erinnern. Die letzten zwei Wochen standen dann natürlich unter dem Motto "WEMI/WEMA" (bin nicht mehr sicher wie es 1995 noch hiess) - sprich die Rückgabe des Materials an das Zeughaus bzw. dessen Vorbereitung. Da dies dann doch nicht ganz 2 Wochen komplett füllt, haben wir noch so eine Art Rahmenprogramm veranstaltet. Wenn ich auch nicht mehr alle Details dieses Programmes erinnere (es gab Filme im LG und Sport in der Turnhalle) - ein Programm-Element bleibt mir in Erinnerung: Ich nenne es mal den "Züri-Quiz". Die Soldaten erhielten dabei eine Reihe von Aufgaben, welche sie in der Stadt Zürich in Erfahrung bringen sollten. Beispiele: - An welchem Tag wurde der jüngste Elefant im Zoo Zürich geboren? - Organisiere eine Unterschrift von einem Radio 24 Moderator! - Wieviele Säulen hat es im Hauptgebäude der ETH beim Haupteingang - Wie teuer ist 1 Liter PAST-Milch im Migros im Zürich HB usw. Wir Unteroffiziere sollten die entsprechend richtigen Antworten organisieren. Ich machte mich daher gemeinsam mit einer UO des MFD auf den Weg um Säulen zu zählen oder einen Geburtstag rauszufinden. Was unser Kadi übersehen hatte - im Jahr 1995 gab es doch schon den einen oder anderen Soldaten, der bereits ein NATEL mit sich trug. Dies heute zwar kaum mehr vorstellbar, aber damals durchaus verständlich ... denn die Dinger waren noch sehr teuer und insbesondere auch die Gesprächskosten waren für den Privatmann so ziemlich unerschwinglich. Also anstelle zum Zoo zu gehen und nachzufragen, haben einige Soldaten einfach angefangen, die Liste abzutelefonieren. Und damit kommen wir zum Punkt, wieso ich diese Übung nicht mehr vergessen werde. Eine Frage lautete nämlich: Wie alt ist die Frau von Josef Esthermann? Das war damals der Stadtpräsident von Zürich. Nun, die Idee war eigentlich, dies in einem Zeitungsarchiv oder sonstwo nachzuforschen. Einige unserer Soldaten wussten jedoch nichts besseres, als direkt auf dem Sekretariat der Stadtverwaltung anzurufen und einfach dumm zu fragen. Ich weiss nicht, was diese Jungs erwartet hatten! Wie regiert man, wenn irgendjemand am Telefon nach dem Alter der Frau des Chefs fragt? Meiner Meinung nach ist es nicht schwer zu erahnen, dass man die Antwort nicht erhalten wird und dies dem Chef dann auch berichtet wird - oder? Jedenfalls hatte dies zur Folge, dass ein verärgerter Stapi unserem Schulkommandaten anrief und jener danach unseren Kadi zur Schnecke machte. Für mich fällt auch dieser Vorfall leider wieder mal in die Kategorie "nicht mitgedacht" ... in dem Falle aber bei Soldaten genauso wie bei Vorgesetzten. Zum einen waren einige Soldaten sich zu bequem und wollten der Armee vorführen, wie toll und clever sie sind. Und zum anderen hat ehrlicherweise unser Kadi die Möglichkeiten moderner Kommunikationsformen schlicht vergessen oder unterschätzt. Naja, was eigentlich als eine nicht ganz ernst gemeinte Fun-Aktivität zur Auflockerung der WEMI gedacht war, hat dann am nächsten Tag dazu geführt, dass die ganze Kompanie neben dem WEMI noch einmal den Sporttest machen "durfte". Ja - und damit war auch schon mein 2. Teil des Abverdienens beendet. Überraschenderweise hatte ich aber in dieser Zeit bereits wieder zwei Marschbefehle erhalten: - direkt die Woche nach der RS wurde ich zu einem Infonet-Kurs aufgeboten, der auch in der Kaserne Bülach stattfinden sollte - und nochmals eine Woche später hatte ich ein Aufgebot für meinen ersten WK bei meiner Einteilungstruppe. Und der geneigte Leser kann sich jetzt vielleicht schon denken, über was ich im kommenden Blog schreiben werde. Kommentare mit Anregungen, Kritik und Lob sind immer willkommen und motivieren weiter zu schreiben. Danke im Voraus.
  9. Der Abschluss der Grundausbildung sollten zwei Wochen Schiessverlegung auf dem Ricken werden. Mit über 50 Rekruten pro Zug bringt dies aber ein paar logistische Schwierigkeiten mit sich. Punkt 1: Die Unterkunft auf dem Ricken ist bei weitem nicht gross genug, um eine derart grosse Kompanie aufzunehmen. Also, wenn ich mich recht erinnere, dann hatte sie gerade mal so Platz für einen Zug. Der Rest der Kompanie musste sich also über verschiedene ZSA in Dörfern zwischen Uznach und Ricken verteilen und jeden Tag zuerst auf den Ricken fahren. Punkt 2: Zusätzlich zu den vielen Rekruten waren wir auch nur sehr wenige Korporäle. Diese beiden Fakten in Kombination ergibt aber 2 Möglichkeiten: a) man bildet grosse Gruppen b) jeder Korporal muss jede Übung mit mehreren Gruppen absolvieren. Nun, man entschied sich für Variante B ... ich bin und war auch damals nicht sehr sportlich, sodass dies für mich noch zu einer echten körperlichen Herausforderung werden sollte. Daneben gab es natürlich noch weitere Dinge zu bewerkstelligen, wie Wachtdienstausbildung, Biwak und Kochen am Feuer, Schiesswache, etc. Die zwei Woche sollten nicht langweilig werden. Ich kann mich nur noch teilweise an die Chronologie erinnern, aber die wichtigsten Events möchte ich hier wieder geben. Übung 1 - Nachtschiessen Das weiss ich noch sicher, dass war direkt am ersten Tag am Abend die erste Übung für unseren Zug mit scharfer Munition. Jeder 3. oder 4. Schuss wurde mit Leuchtspur-Munition bestückt und als ganzer Zug lagen wir in einer Reihe gegenüber des Zielhanges. Jeder bekam ein Ziel zugewiesen und sobald die Leuchtrakete (so eine an einem Fallschirm) aktiv sei, haben wir Zielfreigabe. Dies war für mich das erste Nachtschiessen überhaupt und ich sah NICHTS! Wenn ich einfach so zum Hang schaute konnte ich die Zielscheiben erkennen - wenn ich jedoch über Kimme und Korn zielte, dann sah ich nichts mehr. Um ehrlich zu sein, ich hatte keine Ahnung wo ich hinschoss - auf meine eigene Scheibe, auf die des Nachbarn oder gar des Übernächsten, zu hoch oder zu tief? Keine Ahnung! Ich konnte nicht einmal sehen, wo meine Leuchtspur hinflog - ich sah sie nicht! Die Auswertung der Scheiben brachte dann aber unseren Kadi zum Verzweifeln, denn offenbar war ich nicht der Einzige mit Problemen. Ich hatte einen einzigen Treffer auf meiner Scheibe und mein Nachbar und ich waren uns beide relativ sicher, dass dieser von ihm war. Aber die ganze Kompanie konnte kaum Treffer landen. Ich schiebe dies mal darauf ab, dass wir kaum Übung hatten. Übung 2-4 - Verschiedene Übungen im Schützengraben Hier kann ich mich nicht mehr genau erinnern, was genau wo stattfand - nur dass ich jeweils ziemlich kaputt war. In geduckter Halten durch den Schützengraben rennen und dies jeweils mit 3 verschiedenen Gruppen hintereinander, war zuviel für meinen konditionel schwachen Körper. Insbesondere wenn man dann bei der Ankunft in der Stellung dann auch noch was treffen sollte. An was ich mich aber erinnern konnte war, dass die Übungsanlage immer sehr gleich war. Die Aufgabenstellung lautete eigentlich immer: "Da drüben am Hang ist ein Helikopter gelandet und ein feindlicher Stosstrupp kommt jetzt den Hang hinunter. Du musst mit Deiner Gruppe nun diese Stellung verteitigen". Da ich jede Übung mit 3 Gruppen machen musste, waren dies zu viele Wiederholungen für mich. Beim ca. 8x mal sagte ich aus Jux, dass da drüben am Hang ein U-Boot gelandet sei und ein Stosstr.... weiter kam ich nicht, denn ich wurde bereits vom Leutnant zurechtgewissen. "Korporal Joe - kei Seich!" hiess es da! Ok Ok, es ist wieder ein Helikopter gelandet .... Etwas zweites hat mich während diesen Schützengraben-Übungen aber auch noch gestört. Während unserer RS hatten wir selber den Witz, was das Gefährlichste sei, dass dir im Krieg begengen könne - ein eigener Übermittler mit einer geladenen Waffe. Ich hatte es als Rekrut selber erlebt, wie andere Rekruten mit geladener aber entsicherter Waffe durch den Graben rannten ... die Leutnants bekammen damals fast Flöhe deshalb. Während der RS war ich aber immer relative weit hinten, wenn nicht der Letzte ... jetzt war ich ganz vorne. Und durch unsere lustige Art und Weise der Ausbildung kannte ich die Rekruten auch nicht gut genug, dass ich wissen hätte können, bei welchem diesbezüglich vielleicht etwas mehr Augenmerk notwendig gewesen wäre. Ïch war froh als ich diese Übungen dann überstanden hatte. Abschluss-Übung - Häuserkampf Das war die Krönung unserer Schiessverlegung - die Rückeroberung eines Hauses. Dazu musste sich die Gruppe aufteilen. Teil 1 "eroberte" ein leeres grösseres Haus und gab von dort dann dem Teil 2 Feuerschutz, währen jener über das Feld zum nächsten Haus lief. Dies bedeutete "Drüber- und Dran-Vorbei-Schiessen" und da war mir nicht immer wohl dabei. Teil 2 bestand aus 3 Leuten, jeweils mit einer Handgranate ausgestattet. Die Hauseroberung sollte wie folgt ablaufen: Rekrut 1 wirft die Handgranate in den ersten Raum. Unmittelbar nach der Explosion stürmen wir den Raum. Der Korporal wirft die Handgranate ins Treppenhaus - dies musste ich als Korpi machen, da dort die Gefahr bestand, dass bei einem falschen Wurf die Handgranate von der Treppe abprallt und zurückkommt. Schlussendlich geht Rekrut 2 ins Treppenhaus und wirft von da seine HG in den oberen Stock (ein Zimmer). In der Theorie soweit so gut - beim "Trockendurchgang" hat dies auch sehr gut funktioniert. Beim ersten Durchgang mit echten Handgranaten (ok - ohne Splittermantel) wurde ich jedoch etwas besserem belehrt. Nach der Explosion der ersten Handgranate stürmten wir den Raum und sahen nichts - es war so dichter schwarzer Rauch in dem Raum, dass man die eigene Hand nicht sah, selbst wenn sie die eigene Nase berührte. Wo war jetzt schon wieder der Durchgang zum Treppenhaus ... und nachdem ich den gesehen hatte, wo hatte ich die Treppe genau gesehen?Mir wahr jedesmal Unwohl, wenn ich meine HG werfen musste - aber beim 3. Mal gings natürlich schon besser als beim 1. Mal. Eine Folge dieser Übung war jedoch, dass mein Schnoder auch eine Woche später noch schwarz war. An weitere militärische Tätigkeiten kann ich mich nicht mehr genauer erinnern. Aber 3 eher privater Ereignisse sollten sich innerhalb der gleichen Zeit ereignen. Wochenende bei der Cousine Jene meiner Cousinen, mit welcher mich nicht nur Familienbande sondern eine Freundschaft verbindet, wohnt im Zürcher Oberland. Der Ricken ist da nicht so weit weg und da wir in Eschenbach für den Wochenend-Urlaub abtreten durften/mussten, hatte ich mit Ihr vereinbart das Wochenende dort zu verbringen. Ich freute mich darauf - allerdings kam es anders. Sie holte mich in Eschenbach ab und musste mir als erstes verkünden, dass wir jetzt als erstes nach Männedorf ins Krankenhaus fahren werden. Ihr Vater, mein Onkel, war während der Woche dort mit einem Darm-Verschluss eingeliefert worden und war aber zu dem Zeitpunkt offenbar durch das Gröbste durch. Was wir alle zu dem Zeitpunkt nicht wissen konnten - es sollte das letzte Mal gewesen sein, dass ich meinen Onkel lebend sah. Ich werde Pate! Während ich zwar nicht da war, kam genau an diesem Wochenende trotzdem ein kleines Mädchen zur Welt - und ich war auserkohren Ihr Pate sein zu dürfen. Letztes Jahr hat sie übrigens den freiwilligen Militärdienst als Durchdiener abgeschlossen. Das Ende meines Abverdienens Leser meines Blogs werden sich erinnern, dass es mir nach langem Hin und Her bewilligt wurde, mein Abverdienen in zwei Teilen zu absolvieren. Und das Ende meines ersten Teils war mit dem Ende der Schiessverlegung auch erreicht. Auch hier möchte ich mit der Aufforderung nach Kommentaren schliessen.
  10. Wie ich im Blog "DAS Gespräch" berichtet hatte, hatte ich mich entschlossen den UO weiterzumachen und dabei für die Rekruten/Soldaten da zu sein. Vieles wollte ich so machen, wie ich es bei meinem eigenen Korpi erlebt hatte, anderes wollte ich klar besser machen. Allerdings musste ich auch erfahren, dass Rekruten sehr anstrengend sein können. Gewisse Verhaltensweisen waren äusserst mühsam und wirklich nicht dienlich. Ich schreibe hier mal eine kleine Auswahl: 1. Der "Hast-Du-selber-unterschrieben"-Rekrut Das war in meinen Augen die wohl überflüssigste und sinnloseste Frage von allen! Trotzdem kam sie insbesondere in den ersten Wochen andauernd. Zum einen unterschreibt man ja "nur", dass einem der Vorschlag unterbreitet wurde - da steht aber auch gar nichts auf dem Blatt, ob man damit einverstanden ist oder nicht. Zum zweiten spielt es aber auch keine Rolle - wenn Du als Korpi eine Gruppe führst, wirst Du aus reinen Selbstschutz nicht anders handeln - ob gezwungen oder nicht. 2. Der "Ich-stelle-mich-blöd"-Rekrut Ganz ehrlich, ich habe mich ja auch hie und da gefragt, ob ich wirklich zum UO aufgeboten worden wäre, wenn ich mich nur etwas weniger intelligent angestellt hätte. Genau mit dieser Motivation scheinen in unserer Kompanie ein paar Rekruten unterwegs gewesen zu sein - "wenn ich nichts kann, dann behalten sie mich nicht!" Ich kenne aber KEINEN, dem dies was genützt hätte - weil keiner hat es wirklich durchgezogen. Die militärischen Vorgesetzten sind auch nicht auf den Kopf gefallen - ja, auch wenn es gerne abgesprochen wird, gerade im Militär lernt man Menschenkenntiss. Man erkennt es als Vorgesetzter viel schneller als die Rekruten denken, wenn jemand nur "dumm" spielt. Und wenn ein Rekrut, der während der Woche über mehrere Stunden eine Aufgabe nicht hinbekommt, sie während der Nacharbeit am Samstagmorgen dann aber im 1. Anlauf und innerhalb von 5 Minuten erledigt ... ja, dann sagt mir dies doch sehr viel. Am Ende also nichts erreicht und dafür alle Kollegen und Vorgestzten unnötig beschäftigt. 3. Der "Ich-stelle-mich-quer"-Rekrut Also den Typ Rekrut fand ich noch mühsamer als den Vorhergehenden. Die stellten sich nicht nur doof, sondern sabotierten auch den Ablauf wo's irgendwie geht. Aber auch da, dann halt nicht mit der letzten Konsequenz - man will ja nicht ernsthaft Schwierigkeiten haben. Nur die Vorgesetzten soweit ärgern, dass jene nicht auf die Idee kommen, mich zum UO-Anwärter zu machen. Nun, wir hatten in unserer Kompanie 3 Rekruten die diesbezüglich besonders hervorstachen. Interessanterweise konnte ich per Zufall mithören, wie der Kompanie-Instruktor den Dreien Ihre Hoffnungen zerstörte. Wortwörtlich sagte er Ihnen: "Ihr Drei könnt sowieso machen, was Ihr wollt ... Ihr kommt alle nochmal!" Tia, auch wenn sie sich sperrten, so waren sie doch fachlich und militärisch durchaus bei den Besseren. 4. Der "Im-Militär-schalte-ich-den-Kopf-nicht-ein"-Rekrut Dieser Soldat unterscheidet sich von "Blöd-stelle"-Rekruten darin, dass er sich nicht absichtlich dumm stellt. Aber er stellt sich auf den Standpunkt, dass im Militär ihm aber auch das letzte Detail vorgekaut wird und er selber nicht mitdenken muss. Wenn dann was schief geht, dann ist er ja nicht schuld, richtig? --- Falsch! Diese Kerle fand ich extrem mühsam, da sie allen (sich selber, den Kameraden, den Vorgesetzten) immer wieder Ärger eingehandelt haben. Und dabei wäre es so einfach zu verhindern gewesen. 5. Der "Im-Militär-wollen-sie-mich-ja-eh-nur-ärgern"-Rekrut Ganz ehrlich, der Typ Soldat hat mir persönlich weh getan. Ich habe den UO gemacht, um es möglichst gut für die Soldaten zu organisieren - der Typ Soldat hier, hat sich aber so verhalten als ob ich ihn persönlich nur schinde. Daran hatte ich durchaus zu knabbern, denn schliesslich hatte ich mein Ziel nicht erreicht. Ehrlicherweise wurde ich aber auch da mit der Zeit etwas abgehärtet. Noch ein praktisches Beispiel: Ein Erlebnis das ich wohl nie vergessen werde, ist wohl einer Kombination vorallem der Typen 4 und 5 geschuldet. Eines schönen Tages war unser Leutnant mit einem anderen Auftrag beschäftigt, einer meiner Korporalskameraden war als Feldweibel-Stellvertreter unterwegs und der andere als Fourier-Stellvertreter. Übrig blieb ich mit über 50 Rekruten und sollte die Ausbildung für den Weltempfänger inkl. zugehöriger Antenne machen. Nun, ich hatte mir sämtliches entsprechende Material in der ganzen Kaserne organisert und habe meinen Zug auf der Allmend arbeiten lassen. Aufgeteilt in 3er Gruppen sollten sie sich selber durch den Aufbau "wursteln" - als Hilfe gabs das Reglement und vielleicht auch mal einen Blick nach links oder rechts, was die Kameraden so tun. Und wenn sie nicht mehr weiterkamen, sollten sie die Hand heben, dann würde ich zu Ihnen kommen. Ich zirkulierte zwischen den Gruppen, beantwortete Fragen und kontrollierte erste Antennen - die ersten Gruppen hatten eigentlich alle irgendwo noch verdrehte Spannseile etc. Doch dann wurden immer mehr Gruppen fertig und ich konnte nicht mehr überall gleichzeitig sein. Da es wirklich ein sehr schöner Tag war, entschlossen sich einige sich unter Ihrer Antenne ins Gras zu legen, während sie auf mich warteten. Auf meine Aufforderung unter der Antenne zu stehen bleiben, wurde dies nur widerwillig und mit der Anmerkung, dies sei doch wieder nur "absolut überflüssige Soldaten-Schinderei" gemacht. Sobald ich aber mich wieder einer anderen Gruppe zuwand, legten sie sich wieder hin. Nun, im 1994 hatten wir in Bülach noch die alten Tarnanzüge (Vierfruchtpyjama), welche eher Braun/Rot waren. Nur die Instruktoren hatten bereits das Tenue90 in Grün - und genau so ein grünes Tenue konnte ich im Augenwinkel sehen über den HV-Platz gehen. In etwa der Mitte blieb er stehen, blickte zu uns auf die Allmend und kehrte dann um. Keine 5 Minuten später stand der Adjudant-Unteroffizier neben mir und fragte, was ich da mache. Ich erklärte, dass ich mit über 50 Mann alleine sei um Antennenbau zu unterrichten und erklärte ihm mein Konzept. Der Adj verstand die Ausgangslage und schien sich auch mit meiner Lösung anfreunden zu können - aber die unausweichliche Frage kam natürlich: "Wieso liegen dort Soldaten im Gras?" Ich versuchte es runterzuspielen, dass ich alleine halt nicht überall gleichzeitig sein könne und diese Gruppen auf mich warteten, etc. Überraschenderweise nahm der Adj dies zur Kenntnis und ging wieder. Allerdings hatte ich mich zu früh gefreut, denn ca. 10 Minuten später erschien unser Leutnant auf Platz. Der Adj hatte ihn aus seiner anderen Tätigkeit weggeholt und ihm offenbar einen ZS verpasst. Weil da also Soldaten in der Wiese lagen und dachten, ich wollte sie nur ärgen wenn ich sagte "aufstehen" ... nur deshalb musste unser Leutnant mit unserem Zug an dem Nachmittag bei über 30°C und ohne Schatten einen C-Alarm durchspielen. Später wurde natürlich heftigst gemotzt unter den Soldaten. Dass sie es aber selber verbockt haben, weil sie nicht stehen geblieben waren wie ich es gesagt hatte, dass haben sie nicht eingesehen - wollten sie auch gar nicht hören. Aber irgendwie war es auch für mich nicht befriedigend - ja, ich konnte mich damit trösten, dass ich versucht hatte Unheil abzuwenden ... aber ehrlicherweise war ich ja gescheitert. Wieso dachten die Soldaten an Schinderei, wenn ich ihnen sagte, sie sollen dies oder das tun? Anmerkung in eigener Sache zu diesem Blog: Ich komme momentan nicht so regelmässig dazu, möchte aber meine Militärkarriere weiter beschreiben. Gebt mir doch Feedback in Form von Kommentaren, was Ihr davon haltet ... oder noch wichtiger, was Euch noch so interessieren würde. Danke und Gruss Joe
  11. Ich bin ein wenig hin und her gerissen. Zum einen gebe ich Dir recht - die EU ist mal wieder am übertreiben. Es gehört zu den guten alten Schweizer Traditionen die Armeewaffe zu Hause zu haben, etc. Andererseits halte ich eigentlich so gar nichts von Waffen im Privatbesitz. Mein Vater war Polizist und ich habe daher schon als Kind mitbekommen, was Waffen anrichten können. Daher gehören Waffen zur Armee oder Polizei, vielleicht noch in ein Schützenverein, wenn dort gut und sicher verwahrt - aber sicher nicht in en Privathaus.
  12. Naja, ein FachOf ist heute ein Offizier, welche keine OS oder andere Lehrgänge absolviert hat. Wie willst Du die unterscheiden, wenn alles FachOfs sind? Ich bin FachOf und war mehr als nur einmal froh, dass deshalb Vorgesetzte auf Anhieb erkannt haben, dass sie von mir gewisses (insbesondere Militärisches) Wissen nicht voraussetzen können.
  13. Wie viele andere Kommentare zuvor, war ich auch in genau dieser Situation - ich hatte kein Problem mit dem Militär, aber mit dem Weitermachen. ich kann mich also sehr gut einfühlen - lies mal meinen Blog über den Anfang meiner UOS: Ich habe damals wirklich die Absicht, bis zum Äussersten zu gehen - in allem Ernst, auch wenn dies "Bau" bedeutet hätte oder es ein Strafregister-Eintrag wegen Militärdienstverweigerung gäbe. In meinem Blog kannst Du aber auch die Vorgeschichte und wie es sich weiter entwickelt hat lesen. Lies am besten auch den Folgeblog über "DAS Gespräch"! Darin schildere ich, wie ich zum Entschluss kam, trotzdem weiterzumachen - aber nur der "Korpi". Und das blieb ich dann viele Jahre. 13 Jahre später wurde ich dann doch noch zum FachOf - weil ich in einem speziellen Bereich meine Aufgabe und Motivation gefunden hatte. Schreib mir eine PN, wenn Du mehr wissen willst.
  14. Auch wenn Ihr grundsätzlich eigentlich recht habt, finde ich trotzdem dass man etwas grosszügiger mit SFG sein kann. Ich finde, man kann den Fragebogen durchaus ausfüllen - an einigen Stellen musste ich einfach Kommentare einfügen. Selbst mit Kommentaren kostet es nicht übermässig Zeit und aus den Kommentaren kann er auch noch was lernen. Also mal ehrlich, als ich auf den Abschluss meiner Ausbildung zuging hatte ich auch noch keine Ahnung wie dies mit den Waffen in der Armee so läuft.
  15. Wie erwähnt habe ich mit 2 anderen Korporälen die Drahtfernschreiber-Ausbildung für die ganze Kompanie durchgeführt. Im LG2 der Kaserne Bülach hatten wir 2 Ausbildungsräume mit je 6 Draht-Fernschreibern - verbunden jeweils Punkt-zu-Punkt 2 Stück. Zur Erinnerung und für all jene, die meinen früheren Blogpost nicht gelesen haben, hier ein Foto: [TABLE=width: 100%] [TR] [TD][/TD] [TD]Das System des Draht-Fernschreibers bestand aus: - A-Kiste (enthält den STG-100, den Fernschreiber) - B-Kiste (enthält Zubehör) - TC-61 (Chiffriergerät, zwei-teilig) Insbesondere das Chiffriergerät war der Knackpunkt, die Geräte waren seit über 30 Jahren im Dienst und die Zuverlässigkeit liess manchmal zu wünschen übrig. TC61 war ein elektro-mechanisches Gerät - während des Chiffrierbetriebs war es sehr laut und wackelte ganz schön. Ich habe schon einen Blogpost mit Details zur Drahtfernschreiber-Ausbildung geschrieben - damals aus Sicht eines Rekruten. Auch aus Sicht eines Korporals behalten alle diese Punkte ihre Gültigkeit. Zusätzlich haben wir eine weitere Methode gefunden, wie die das TC61 bei Störungen dazu zu bringen ist, wieder normal zu arbeiten. Nicht lachen, es war ein Schlag mit der flachen Hand an eine bestimmte Stelle des oberen Teils des TC61. Ich glaube aufgrund des Alters verklemmten sich einfach hie und da die mechanischen Teile - mit dem leichten Schlag liessen sie sich oft wieder lösen. Half keine der Methoden etwas, so blieb keine Wahl als das Gerät zur Reparatur zu schicken. Dies war immer etwas mühsam, denn die Geräte waren als Geheim eingestuft. Über die Wochen wurde das Equipment dann auch langsam knapp - zu einem Zeitpunkt waren so viele TC61 zur Reparatur, dass wir nicht mal mehr 12 Systeme für die Ausbildung aktiv hatten. Nun, was die eigentliche Ausbildung der Rekruten angeht, so war die grösste Schwierigkeit das "Einpegeln" - wie bringe ich einem Bürokaufmann bei, dass seine "Schreibmaschine" in Zukunft potentiell falsch schreibt, obwohl sie es jetzt richtig tut, wenn er nicht korrekt einpegelt ... einfach weil gewisse Signale evtl. elektrisch übersteuern. [/TD] [/TR] [/TABLE] Zugegebener Weise hatte die Einteilung als Ausbilder auch den Vor- und Nachteil, dass ich immer im LG2 anzutreffen war. Der Vorteil war ganz klar beim Wetter - wenn die Kollegen bei Starkregen draussen ausgebildet haben, konnte ich im trockenen Theorieraum unterrichten. Der Nachteil war gleichzeitig auch das ewige "Drinsitzen". Was mich am meisten ärgerte: Ich war ja Korporal geworden, um "meinen" Soldaten einen Dienst zu erweisen - aber einige Soldaten hatten offenbar eine besondere Art von Paranoia, grundsätzlich nahmen sie offenbar an, dass egal was ich sagte, was sie zu tun hätten immer nur dazu diente sie zu "blagen". Letzteres erreichte für mich seinen persönlichen Höhepunkt bei einer Gelegenheit, bei der ich endlich auch mal an die freie Luft durfte.